Kinder am Halloween (Quelle: imago images/Cavan Images)
Audio: Antenne Brandenburg | 28.10.2020 | Dorett Kirmse | Bild: imago-images/Cavan Images

Frankfurter Kinderbeauftragte fordert kreative Lösungen - Halloween für Kinder, trotz Corona

Am Samstag wird es auch in unseren Breiten wieder gruselig, wenn kleine Hexen, Monster und Gespenster zu Halloween von Haus zu Haus ziehen. Doch in diesem Jahr ist wegen der Coronapandemie vieles anders. Frankfurts Kinderbeauftragte fordert trotzdem kreative Ideen für Kinder.

Normalerweise wird Halloween bei Familie Sarrach im Frankfurter Ortsteil Booßen in jedem Jahr groß gefeiert. Dazu gehören traditionell ein Feuer im Garten und Frisches vom Grill für Freunde und Nachbarn. Alle sind verkleidet und die Kinder ziehen auf der Suche nach Süßem oder Saurem durch die Siedlung.

Doch in diesem Jahr bleibt die Familie mit den zwei Kindern unter sich. Mutter Josephine Sarrach sagt: "Wir werden uns wahrscheinlich in diesem Jahr gemeinsam mit den Kindern als Familie draußen eine Feuerschale anmachen, uns verkleiden, Süßigkeiten essen und einen Kürbis schnitzen. Aber wir werden anders als sonst, weder Leute einladen noch groß feiern."

Politik warnt Eltern

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und auch Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen) appellierten am Montag an Familien, in diesem Jahr nicht mit den Kindern von Haus zu Haus zu ziehen. Unnötige Kontakte sollten vermieden werden.

Deshalb wird auch Josephine Sarrach in diesem Jahr mit ihrer fünfjährigen Tochter Summer und ihrem Sohn Anakin zuhause bleiben. Traurig sagt der Zehnjährige: "Es ist nicht so toll und eigentlich doof. Aber ich kann es verstehen, weil viele nicht krank werden wollen und deswegen wurde es so entschieden, dass dies Jahr Halloween nicht so ist wie immer."

Kinderbeauftragt: kreative Lösungen sind gefragt

Ganz anders sieht das hingegen Frankfurts ehrenamtliche Kinderbeauftrage Jacqueline Eckardt. Ihr zufolge haben Kinder in diesem Jahr bereits genug zurückstecken müssen. Nun solle man ihnen nicht auch noch Halloween nehmen. "Halloween ist irgendwie auch ein Fest, wo die Kinder ja durchaus Masken tragen. Ich glaube, die Erwachsenen sind in der Pflicht, sich zu überlegen, wie man das gut hinkriegen kann."

So schlägt Eckardt vor, dass Eltern in diesem Jahr beispielweise gemeinsam mit ihren Kindern die Halloween-Masken gestalten könnten.

"Und wenn nicht, kann man einfach das Kostüm auch entsprechend anpassen und Einweg-Masken benutzen." Zwar könne die Kinderbeauftragte Menschen verstehen, die Angst vor einer Infektion hätten, doch sollte den Kindern auch Möglichkeiten für Spaß geschaffen werden.

Angst vor zweitem Lockdown

"Für die Kinder ist das eine schwere Zeit", so Jacqueline Eckardt in Hinblick auf weitere Einschränkungen. "Ich habe selbst zwei Kinder zu Hause, die beide in die Schule gehen und die Ängste, dass sie in der Perspektive ihre Freunde wieder nicht sehen können und zu Hause lernen müssen, sind da. Das darf man auch nicht verschweigen. Das würde ich auch allen anderen Eltern empfehlen, immer wieder darauf hinzuweisen die Abstände einzuhalten, Masken zu tragen und sich möglichst an alle Regeln zu halten, was die Hygiene hergibt."

Kontakte trotz Spaß vermeiden

Für Kinder, die für Süßigkeiten an die Haustür klingeln kommen, bereite Jacqueline Eckardt kleine Papiertüten vor, die sie zum Mitnehmen an den Gartenzaun hängt. So würde der Abstand eingehalten werden und Kinder könnten sich trotzdem an der grusligen Dekoration im Garten erfreuen können.

Auch Josephine Sarrach wird in Booßen eine Schale vor die Tür stellen, aus der sich die Kinder bedienen können. So muss Halloween trotz Maske und Handschuhe in diesem Jahr nicht ganz ausfallen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 28.10.2020, 15:40 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Kinder werden schon in KiTa und Vorschule zu Müllvermeidung und nachhaltiger Lebensweise angehalten und indoktriniert, um zu klimakompatiblen Menschen erzogen zu werden.
    Wenn also Kindern schon die unbeschwerte Lebensfreude genommen wird, da sie ständig auf ihre Verantwortung für die Umwelt hingewiesen werden und man die Reife erwartet, Einsicht in vielerlei Verhaltensweisen zu zeigen, sollte es auch möglich sein, ihnen die Gründe zu vermitteln, warum Halloween dieses Jahr anders durchgeführt wird oder gar ausfällt.

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