Elon Musk vor einem Weltraum-Hintergrund erhält den Axel-Springer-Award
Audio: Antenne Brandenburg | 2.12.2020 | Autor: Stefan Kunze | Bild: Martin Lengemann/Axel Springer

Springer-Award für Elon Musk - Zwischenstopp in Grünheide auf dem Weg zum Mars

Tesla-Chef Elon Musk kündigte an, mit Autoherstellern aus der Region zusammenarbeiten zu wollen. Das sagte er am Rande der Preisverleihung des Axel Springer Award. Nach der Preisverleihung wollte er im Rohbau seiner Fabrik in Grünheide übernachten. Von Stefan Kunze

Für Tesla-Gründer Elon Musk ist die Elektroauto-Fabrik, die er aktuell bei Berlin in Grünheide (Oder-Spree) bauen lässt, höchstens ein Zwischenstopp auf seinem Weg zum Mars. Das wurde am Dienstagabend in einem Konferenzraum des Axel-Springer-Hauses in Berlin-Kreuzberg deutlich - der allerdings für die Gelegenheit als Raumschiff dekoriert war und wo Musk vor mit einer muliti-medialen Show begrüßt wurde, um den Axel Springer Award entgegenzunehmen.

Mit dem Preis zeichnet der Medienkonzerns Axel Springer nach eigenen Angaben herausragende Persönlichkeiten aus, die in besonderer Weise innovativ sind, die Märkte schaffen und verändern und die Kultur prägen und sich gleichzeitig ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen. Außerdem sollten die Preisträger Vorbild für andere sein, ihre eigenen Ideen zu verwirklichen. Ein Preisgeld beinhaltet der Preis nicht - die Verleihungen sind jeweils auf die Preisträger zugeschnitten.

"Kann ein Mann die Welt ändern? Ja, sicher, Elon Musk hat es schon getan und er ist noch nicht am Ende", verkündet die Stimme des Sprechers aus dem Off. "Ich denke, dass ist das, was die Leute dazu bringt, gespannt in die Zukunft zu schauen. Wir wollen, dass Science-Fiction Romane und Filme nicht für ewig Science-Fiction sind, wir wollen, dass sie eines Tages real werden", kommt Musk in dem Film selbst zu Wort.

Musks Ziel ist der Mars

Genau für diese Visionen, Pläne und deren teilweise Umsetzung wird Musk bewundert und zugleich auch beneidet, kritisiert. Die Reise zum Mond hat Musk mit jüngsten Erfolgen seiner Raumfahrtfirma Space X zur Internationalen Raumstation ISS schon innerlich abgehakt. Sein Ziel ist der Mars.

Der 49-jährige erklärte im Interview mit Springer-Vorstand Matthias Döpfner, er sei zuversichtlich, dass seine Weltraumfirma Space X in absehbarer Zeit zum Mars fliegt. "Von jetzt ab in sechs Jahren, wenn es gut läuft, vielleicht in vier Jahren", sagte er.

Sein eigener erster Trip ins Orbit werde vielleicht in zwei oder drei Jahren sein, sagte Musk. aber eigentlich gehe es darum, dass viel mehr Menschen ins All fliegen können. Er selbst könne sich vorstellen, auf dem Mars beerdigt zu werden. "Nur nicht bei der Landung", sagte Musk.

Nach Berlin wegen der günstigen Mieten

Doch zuvor will Musk noch die Autofabrik in Grünheide bis Juli nächsten Jahres fertiggestellt haben. Bereits vor der Preisverleihung bekräftigte Musk gegenüber Unternehmensvertretern noch einmal das Ziel, in Brandenburg so schnell wie möglich 500.000 Autos bauen zu wollen. Bei Gesprächen mit Wirtschaftsvertretern und Politikern zeigte sich Musk auch offen für einen Zusammenschluss von Tesla mit traditionsreichen Herstellern aus der Auto-Branche der Region.

"And he is ein Berliner – soon – very soon", dröhnt es aus den Lautsprechern. Er habe sich bewusst dafür entschieden, die Fabrik in der "Berlin Area" anzusiedeln, sagte Musk. Beim Springer Award erneuerte der Tesla-Chef sein Bekenntnis, dass er ein großer Fan von Deutschland und vor allem Berlin sei.

"Für den Standort Berlin spricht außerdem, dass es junge Leute zu vernünftigen Preisen noch in der Stadt leben können und jemand, der eine Familie hat, ein erschwingliches Haus haben kann", sagte Musk. Und auf das eingeworfene Zitat von Springer-Vorstand Matthias Döpfner, erwidert der gut gelaunte Tesla-Chef. "Berlin is not that poor, but definitely sexy" - nicht so arm, aber definitiv sexy.

Übernachtung im Konferenzraum

Für die Eröffnung seiner Fabrik "Giga Berlin", wie Elon Musk sie immer nennt, kündigte er eine große ganztägige Party an. Erst mit Konzerten für die ganze Familie, dann etwas härteren Klängen und schließlich Techno von Mitternacht bis zum Morgengrauen.

Aktuell baut Tesla dort nur mit einer vorläufigen Genehmigung. Das US-Unternehmen müsste alles wieder abreißen, falls die Erlaubnis letztlich nicht erteilt werden sollte. Dazu sagte Musk: "Die meisten Firmen würden so ein Risiko nicht eingehen, alles wieder abreißen zu müssen", und ergänzte "wer solche Risiken scheut, sollte besser nicht in Tesla investieren."

Doch von einem Scheitern scheint Elon Musk nicht auszugehen. "Wenn notwendig, arbeitet und schläft er in der Fabrik", heißt es im Huldigungsclip. Darauf angesprochen, sagte Musk dann auf Podium, dass er in der Nacht in Grünheide in einem Konferenzraum schlafen werde. Ungläubige Nachfrage. "In der unfertigen Fabrik?", "Ja - in einem Konferenzraum dort, es gibt mir ein gutes Gefühl dafür, was dort los ist", bestätigt Musk. Eine Übernachtung in Grünheide also, bevor es weiter geht mit seinen Plänen für den Weltraum als touristische Destination.

Beitrag von Stefan Kunze

1 Kommentar

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  1. 1.

    Ja genau,Lidl und Co bieten dann solche Weltraumflüge an.Musk ein eiskalt kalkulierender Geschäftsmann.Der nutzt jedes gesetzliche Schlupfloch und jede staatliche Förderung so gut es geht aus.Musk glaubtl,dass er das Richtige für den Erhalt der Menschheit unternimmt.690 Millionen Menschen hungern,zwei Milliarden leiden an Mangelernährung.Der Zustand der Weltmeere ist dramatisch.Die Ozeane werden leergefischt und sind zu Müllkippen geworden.Tropenwälder verschwinden.Musk trägt auch dazu bei das Böden und das Wasser verseucht wird,um an Aluminium,Kupfer,Nickel und Co zu kommen.Um Weltweit in Massenproduktion E-SUVs zu bauen und zu verkaufen.Rohstoffabbau schadet Umwelt und Menschen.Ganz zu schweigen von sein vorhaben 42.000 Satelliten in die Erdumlaufbahn zu schießen.Da wird der Himmel auch noch zugemüllt.Neben sein Weltraumtourismus für Reiche Menschen.Da kann ich wohl kaum von Erhalt der Menschheit reden.Sorry.Wenn ich die Menschheit Retten will,dann muss keiner mehr Hungern ect.

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