Folgen der Corona-Maßnahmen - Wie das "Feriendorf Dorado" um seine Existenz bangt

Kinder spielen im winterlichen Wald (Quelle: imago-images/ Rachel Annie Bell)
Audio: Antenne Brandenburg | 16.02.2021 | Audio: Nico Hecht | Bild: imago images/Rachel Annie Bell

Lagerfeuer, Spiele, rumtobende Kinder: Das "Feriendorf Dorado" in Ruhlsdorf (Barnim) ist meist Ziel von Schul-, Kita- oder Vereinsfahrten. Coronabedingt ist es hier momentan still. Nur Geschäftsführer Stefan Tews ist vor Ort. Statt um Gäste, kümmert er sich um den Frostschutz. Seine 20 Mitarbeiter sind in Kurzarbeit.

Vor Corona hat das Dorado einen Umsatz von gut 1,2 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Saison 2020 habe Tews 100.000 Euro gekostet. Immerhin seien die Hilfsgelder von Bund und Land in Höhe von 60.000 Euro recht schnell auf dem Dorado-Konto gewesen. Trotzdem reiche das vorne und hinten nicht, sagt Stefan Tews. Deshalb habe er einen Kredit in Höhe von 300.000 Euro von der Investitionsbank des Landes aufgenommen, um das Ferienhaus zu erhalten: "Wenn ich das privat haftend nicht genommen hätte, wäre es schon lange aus.“

"Es muss auch weitergehen"

Mit dem Kredit könne der Dorado-Chef auch das Kurzarbeitergeld seiner Mitarbeiter aufstocken. Momentan erhalten seine Angestellten 60 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts. Daraus mache er 80 Prozent. Auch in der Hoffnung, die Kolleginnen und Kollegen halten zu können. "Es muss eine Weile gehen. Alle verstehen das. Aber da nutzt auch ein Stück weit die Absicherung nichts, es muss auch weitergehen", so Dorado-Geschäftsführer Tews.

Statt Perspektiven fürs Dorado zeichnet sich die nächste Verlust-Saison ab. Tews geht davon aus, dass es bis Sommer keine Klassenfahrten geben wird. "Die Kinder sind seit zwei, drei Monaten nicht in der Schule. Das heißt, das Ergebnis für dieses Jahr wird identisch sein. Dann sind die nächsten 100.000 Euro weg." Das würde der Betrieb sogar noch überstehen. Aber 2022 muss es wieder laufen, sonst könne es das Feriendorf Dorado so nicht weiter geben.

1 Kommentar

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 1.

    Leider der Politik komplett egal

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren

Tafel Giga Podcast (Quelle: rbb)
rbb

rbb|24-Podcast zu Tesla | alle Folgen - Giga Grünheide - Tesla in Brandenburg

Im beschaulichen Grünheide investiert Elon Musk derzeit Milliarden, denn hier in Brandenburg entsteht die erste Tesla-Gigafactory Europas. In dem 9.000-Seelen-Ort gibt es viele, die sich auf die neue Fabrik freuen und andere, die dagegen auf die Barrikaden gehen. Im Podcast "Giga Grünheide – Tesla in Brandenburg" erzählt ein rbb-Reporter-Team Geschichten über ein Dorf, das zur Zukunft der Elektromobilität werden soll.

AB AN kompakt FFO 060721
rbb/Studio Frankfurt (Oder)

Aus dem Studio Frankfurt (Oder) für Ostbrandenburg - 11. Juni 2021

+++ Brandenburger Landpartie +++ Umweltverbände klagen wegen Tesla-Vorabzulassung +++ Zoff um neues Gewerbegebiet Hangelsberg +++ Premiere mit Shakespeare auf der Odertalbühne +++ Probleme und Forderungen von der Hotel-Branche zur Öffnung +++ Corona Fälle an der Sportschule in Frankfurt (Oder) +++