Faulbrut bei Brandenburger Bienen - Mensch hilft bei Seuchen-Übertragung

Do 18.03.21 | 13:51 Uhr
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Eine Biene an einer Brombeerblüte im Juni 2017 in Berlin-Tempelhof. (Quelle: rbb/Caroline Winkler)
Bild: rbb/Caroline Winkler

Die Amerikanische Faulbrut ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, ungefährlich für den Menschen, aber tödlich für die Bienenbrut. Bei einem Imker in Schönefeld wurde sie festgestellt. Der Imkerverein Brandenburg warnt, dass auch der Mensch bei der Übertragung von kontaminiertem Honig verantwortlich ist.

Der Ausbruch der Bienenseuche Amerikanische Faulbrut in Schönefeld (Dahme Spreewald) hat Holger Ackermann aus Groß Schauen bei Storkow (Oder-Spree) alarmiert. Er ist seit 2004 Imker und Leiter des Imkerverbandes Brandenburg. In diesem sind rund 100 Vereine mit aktuell etwa 3.100 Mitgliedern organisiert. In Berlin gibt es derzeit rund 1.400 Bienenzüchter.

Bei dem Brandenburger Imker in der Nähe von Schönefeld ist der Ausbruch bei einer turnusmäßigen Kontrolle des Veterinäramtes entdeckt worden, sagt Ackermann. Bei ihm müssen die Bienenvölker, rund 50.000 Bienen, getötet werden. Ein Sperrbezirk wurde um den Ausbruchsherd errichtet, Imkern ist es verboten diesen Sperrbezirk mit ihren Bienenvölkern zu betreten oder zu verlassen.

Von Imkern oft nicht bemerkt

Für den Menschen ist die Faulbrut ungefährlich, auch der Honig aus der Region darf gegessen werden. Die Amerikanische Faulbrut ist eine europaweit anzeigepflichtige Tierseuche. In Bienenstöcken führt sie zum Massensterben der Larven. Ackermann erklärt, dass vielen Imkerkollegen der Befall der Brut nicht direkt auffällt. Erst wenn sie merkten, dass die nächste Bienengeneration nicht nachwachse, würden sie misstrauisch. Er rät dazu regelmäßig Futterkranzproben zu Laboruntersuchungen einzuschicken. Außerdem lohne es sich, einen genauen Blick auf die Brut zu haben: Bilde sich beispielsweise ein süßlich schwerer Geruch bei der Brut, könnte das ein Hinweis auf den Ausbruch sein.

Mensch trägt Mitschuld an Übertragung

Teilweise stecken sich die Bienen dadurch an, dass sie bei anderen Bienenvölkern auf Raubzug gehen und so in Kontakt mit kontaminiertem Material kommen. Aber auch der Mensch gilt als Überträger, erklärt Ackermann. Er vermute, dass die Seuche auch durch Honigimporte verbreitet werde: “Wenn Bienen Zugang haben zu unausgespülten Honiggläsern in Glascontainern oder sogenannte Bienenfreunde Honig hinstellen, dann werden Faulbrutspuren verbreitet", sagt der Imker.

Honigreste sollten für Bienen nicht zugänglich gemacht werden, so Ackermann. Außerdem appelliert die Veterinärbehörde Dahme-Spreewald an alle Imker, nur Völker oder Ableger mit vorheriger Laboruntersuchung und einem amtlichen Gesundheitsattest zu kaufen oder zu verkaufen.

Fälle der Bienenseuche in den letzten Jahren abnehmend

Die Verbreitung der Seuche in Deutschland liegt bei ungefähr 150 Fällen pro Jahr, das sei verglichen mit anderen Ländern relativ gering, ordnet Marc Schäfer vom Nationalen Referenzlabor für Bienenkrankheiten am Friedrich-Loeffler-Institut ein.

2020 wurden fünf Ausbrüche in Brandenburg verzeichnet, das Jahr zuvor waren es 13 Fälle. Laut des Tier-Seuchen-Informationssystems des Friedrich-Loeffler-Instituts [fli.de] gelten in Brandenburg aktuell neben dem Hot Spot in Schöneweide drei weitere Ausbruchsherde als aktiv. Diese befinden sich im Barnim, Oberspreewald-Lausitz und Teltow-Fläming.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.03.2021, 15:10 Uhr

 

 

2 Kommentare

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  1. 2.

    Liebe Gaby,

    danke für Ihren Hinweis - Sie haben völlig recht. Da sind uns leider einige Rechtschreibfehler zuviel durchgerutscht. Wir korrigieren alles, sorry.

    Beste Grüße,

    Ihre Redaktion

  2. 1.

    Vielen Dank für den interessanten Beitrag! (Aber bitte lesen Sie ihn vor der Veröffentlichung nochmal durch, die Masse an Fehlern hat die Lesefreude etwas getrübt.)

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