warnstreik helios klinik
Audio: Antenne Brandenburg | 30.03.2021 | John-Alexander Döring | Bild: John-Alexander Döring/rbb

Warnstreik am Bad Saarower Klinikum - Klinikpersonal bei Helios macht auf Situation aufmerksam

Wenn Klinikpersonal inmitten der Pandemie in einen Streik tritt, dann ist das wahrscheinlich nicht der allerbeste Zeitpunkt. Doch die nicht-ärztlichen Beschäftigten der Helios Kliniken wie in Bad Saarow sahen keinen anderen Ausweg.

Einen Tag vor der nächsten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt beim Helios-Konzern hat die Gewerkschaft Verdi auch die Beschäftigten des Klinikums Bad Saarow (Oder-Spree) zum Warnstreik aufgerufen. Rund 100 der 700 nicht-ärztlichen Mitarbeiter folgten der Gewerkschaft und legten am Dienstag kurzzeitig ihre Arbeit nieder. "Es ist ein Unding, dass Krankenhausbeschäftigte mitten in der Pandemie dafür streiten müssen, dass ihre Leistungen angemessen honoriert werden", kritisiert Gewerkschaftssekretär Frank Ploß. Das bisherige Angebot des Konzerns bedeute eine Reallohnkürzung für die 21 000 nicht-ärztlichen Beschäftigten in bundesweit 34 Krankenhäusern. Auch an anderen Standorten rief die Gewerkschaft zu Warnstreiks auf.

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Sie wollen nicht lockerlassen. | Bild: John-Alexander Dörimg/rbb

Wertschätzung durch Arbeitgeber fehlt

"Nicht jeder konnte teilnehmen. Es musste ja weiter die Patientenversorgung gewährleistet werden", betonte Ploß. Von daher war der Gewerkschaftssekretär mit der Teilnahmerzahl sehr zufrieden. In den Tarifverhandlungen geht es vor allem um mehr Geld. Die Forderung liegt bei 5,5 Prozent. Helios bietet in einem ersten Angebot eine Erhöhung von einem Prozent. Für Frank Ploß ist das viel zu wenig - gerade in Zeiten der Corona-Pandemie. "Auf der einen Seite wird Applaus gezollt von den Balkonen usw. Was wir aber vom Arbeitgeber vermissen, ist die Anerkennung der geleisteten Arbeit", betont er.

Lohnangleichung von Ost und West notwendig

Wertschätzung vermisst auch Krankenschwester Sandra Klotz und meint damit vor allem die tarifliche Angleichung zwischen Ost und West. "Die Wende ist schon lange her und wir verdienen immer noch weniger als die Kollegen in Westdeutschland", klagt sie. Es könne nicht sein, dass es da noch immer gravierende Unterschiede gebe.

"Wir sind es wert": sas steht auf dem Schild, das Andrea Raderm hochhält. Auch sie arbeitet als Krankenschwester und fordert: "Mit unter mehr Geld!" Es könne nicht sein, dass Leute, die noch nicht mal einen Patienten gesehen hätten oder gar nichts damit zutun hatten, die Corona-Zulage bekommen haben und wir nicht", so Raderm.

Helios erwartet echten Einstieg in die Tarifverhandlungen

Mittwoch startet die dritte Verhandlungsrunde im Tarif-Konflikt. Die Helios-Kliniken wollten sich dazu im Vorfeld nur schriftlich äußern und erklären in diesem Kontext, dass sie nun den eigentlichen Einstieg in die Verhandlungen mit Verdi erwarteten. Helios zufolge wurden in den ersten beiden Terminen nur die jeweiligen Angebote beider Seiten vorgelegt. Wirkliche Verhandlungen hätten nicht stattgefunden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 30.03.2021, 16:40 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Richtig so! Ihr habt meine volle Unterstützung!

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