Lava Mouslam verarbeitet ihre Fluchterfahrung in ihrer Kunst.
Audio: Antenne Brandenburg | 09.03. | Larissa Mass | Bild: rbb / Larissa Mass

Integration in Frankfurt (Oder) - "Ich bin trotz allem Optimistin geblieben"

Am Dienstag findet der 13. Integrationsgipfel als digitale Konferenz statt. Die kurdische Künstlerin Lava Mouslam flüchtete 2015 aus Syrien. Vor drei Jahren kam sie nach Frankfurt (Oder) und verarbeitet ihre Integrations-Erfahrung in ihrer Kunst. Von Larissa Mass

 

Lava Mouslam zeichnet mit Stiften Lebenslinien auf ein großflächiges blaues Bild. Verworrene Linien, Augen und Münder tauchen immer wieder auf. Viele Gesichter und persönliche Geschichten prägten ihren Weg. Die 29-Jährige hat viel erlebt. 2015 flüchtete sie mit ihrem Mann aus Aleppo über die Türkei. Mit Schlauchboot, Zügen und Autos flohen sie rund 20 Tage nach Deutschland.

Malen, um die negativen Energien rauszulassen

Vor drei Jahren hat Lava Mouslam in Frankfurt (Oder) mit der Malerei begonnen: "Es war für mich wie eine Therapie, eine Behandlung – ich brauchte eine Methode, meine negative Energie rauszulassen", sagt sie. Mittlerweile hat sie über 60 Bilder gemalt in den verschiedensten Stilen und Kunstrichtungen. Ihre Bilder werden regelmäßig ausgestellt, wie in der "Galerie B" in Frankfurt (Oder). Ihre Werke und persönliche Geschichte interessieren die Besucherinnen und Besucher. Besonders oft wird Mouslam auf ihre bunten Farben angesprochen, ihre Geschichte sei doch gar nicht so fröhlich. Darauf antwortet sie gerne, dass sie trotz allem eine Optimistin geblieben sei.

Kampf mit der Sprachprüfung

Seit drei Jahren studiert sie BWL an der Europa-Universität Viadrina. Ihr Mann, der mit ihr aus Aleppo geflohen ist, arbeitet bei den Stadtwerken in Frankfurt (Oder). Für das Welcome-Programm der Viadrina Universität zogen sie in die Oderstadt. Von 2016 bis 2019 wurden insgesamt 211 Geflüchtete im Welcome-Programm auf ein Studium sprachlich und methodisch vorbereitet.

Die Vorbereitungen waren für Lava Mouslam nicht immer einfach - ihren Frust hat sie in einer Collage verarbeitet. Ein Bild aus Zeitungsausschnitten, Prüfungsunterlagen und einer verzweifelten Frau in der Mitte. Lava Moslam nennt das Bild "Viadrina", es geht um ihre Sprachprüfung C. Zweimal ist sie durchgefallen - beim dritten Anlauf hat es geklappt. "Zumindest war es eine Motivation dieses Bild zu malen", lacht sie.

Lava Mouslam verarbeitet ihre Fluchterfahrung in ihrer Kunst.

Ostbrandenburg als neue Heimat

Lava Mouslam fühlt sich mit ihrer Familie angekommen. Sie arbeitet auch als Übersetzerin und gibt mittlerweile ihre Leidenschaft für die Kunst auch an Kinder weiter. Im Eltern-Kind-Zentrum in Frankfurt (Oder) leitet sie Kreativworkshops. Sie sagt, dass sie den Kindern nichts beibringt, eher bringen sie ihr bei, die Kunst neu zu denken. Lava Mouslams Ziel ist es, ihr Studium erfolgreich zu beenden und in Frankfurt zu bleiben und jede freie Minute, die sie zwischen Studium und Familie hat, weiter ihrer Kunst zu widmen.

 

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