Manja Schüle (SPD), Brandenburger Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur (Quelle: dpa/Sören Stache)
Audio: Antenne Brandenburg | 30.03.2021 | Elke Bader | Bild: dpa/Sören Stache

Ministerin räumt ein - Kulturpolitik nicht von Potsdam aus entwickelbar

Wie kann es mit der Kultur nach der Corona-Pandemie im Land Brandenburg weitergehen? Dies lotete Kulturministerin Manja Schüle (SPD) jetzt auf einer Regionalkonferenz im Online-Format mit 60 Kulturschaffenden aus Märkisch-Oderland und Oder-Spree aus.

Viele Kulturbetriebe mussten aufgrund der Pandemielage ihre Angebote massiv eindampfen bis komplett einstellen. Schüle räumte ein, dass Corona die Kultur erheblich und nachhaltig belaste. Das gelte für die Einrichtungen ebenso wie die einzelnen Künstler.Umso mehr bin ich beeindruckt, wie viel Optimismus, Kreativität, Tatkraft und Mut mir begegnet sind“, erklärte sie nach den Online-Gesprächen mit Theatermachern aus Strausberg und Müncheberg oder mit Museumsleitern aus Eisenhüttenstadt.

„Kultur ist Systemrelevant. Sie ist lebensnotwenig“, positionierte sich Schüle klar. Daher habe sie nach den Gesprächen erkannt, dass eine zukunftsträchtige Kulturpolitik und Kulturförderung in Brandenburg nicht von Potsdam aus entwickelt werden könne. „Dafür brauchen wir die Regionen mit ihren Erfahrungen, Stärken und Bedarfen“, betonte die Ministerin.

Passende Räume unablässig

„Auf dem Land bringen sich einfach Leute mit Herz, Blut und ihren Lebensentwürfen ein. Das gilt es viel mehr zu erkennen und zu nutzen“, ergänzte Arnold Bischinger, Kulturamtschef in Oder-Spree. Aber was nützten Potential und guter Wille, wenn passende Orte fehlten, in denen Theater, Kino oder Ausstellungen stattfinden können, so Schüle weiter. „Für den ländlichen Raum ist es noch etwas anderes als für den städtischen Bereich. Hier brauchen wir Räume, wo sich Menschen treffen, sich unterhalten und austauschen können.“

Eine Million Euro für Kulturarbeit aus dem Ministerium

Die Burg Beeskow, das Schloss Altranft oder ein altes Wasserwerk in Strausberg sind solche Kulturräume in denen freie und ehrenamtliche Kulturschaffende erfolgreich arbeiten. Eine Zusammenarbeit, die sich auszahlt, sagt Kenneth Anders vom Oderbruchmuseum Altranft. "In dem Moment, wo die Interaktion zwischen den Kulturinstitutionen, den freien Kulturakteuren und den Ehrenamtlichen gut funktioniert, haben die Kommunen auch Lust, Geld auszugeben."

Geld soll künftig auch aus dem Kulturministerium kommen. Manja Schüle stellt für die Kulturarbeit auf dem Land eine Million Euro jährlich bereit.

Weitere Gesprächsrunden geplant

Im Übrigen sei die Konferenz in Beeskow ist nur ein Anfang. Weitere sollen in den kommenden Monaten folgen. Schüles Ziel sei es, eine neue, gemeinsame Kulturstrategie für Brandenburg auf die Beine zu stellen. Dabei setzt sie vor allem auf ihr neues Programm der kulturellen Ankerpunkte im ländlichen Raum. Es sollen nach ihrer Vorstellung lebendige Kulturorte entwickelt werden, die vor Ort Strahlkraft haben und Akteure vernetzen, erklärte sie. LOS-Landrat Rolf Lindemann (SPD) erklärte in diesem Zusammenhang, dass das neue Programm ein erster Schritt in die richtige Richtung sei.

Sendung: Antenne Brandenburg, 30.03.2021, 16:10 Uhr

Nächster Artikel