Ein Zug der Niederbarnimer Eisenbahn NEB fährt in den Bahnhof Basdorf ein. Das Verbundprojekt «Einsatz von Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieben im Nahverkehr des Landkreises Barnim» erhielt am selben Tag Bescheide über Fördermitte. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
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Video: Brandenburg aktuell | 03.05.2021 | Bild: dpa/Patrick Pleul

25 Millionen Euro Förderung - Startschuss für Wasserstoffprojekt auf der Schiene

Das Bundesverkehrsministerium investiert 25 Millionen Euro in ein regionales, grünes Wassterstoffprojekt in Brandenburg. Ab 2024 sollen sechs neue brennstoffzellenbetriebene Züge der Niederbarnimer Eisenbahn auf den Schienen unterwegs sein.

 

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat am Montag 25 Millionen Fördermittel für das gemeinsame Wasserstoffprojekt der Niederbarnimer Eisenbahn, der Enertrag AG und der Kreiswerke Barnim übergeben. In drei Jahren sollen die Züge der Heidekrautbahn umweltfreundlicher fahren, sagte Scheuer am Montag in Basdorf (Barnim): "Das ist ein sehr gutes Beispiel, wie wir auf einer Strecke im ländlichen Raum, die nicht elektrifiziert ist, auf eine saubere Antriebstechnologie kommen." Diese Technologie sei nur sinnvoll, wenn der grüne Wasserstoff auch aus der Region komme, betont Scheuer.

Regionale Wasserstoffinfrastruktur und nachhaltige Mobilität

Der grüne Wasserstoff soll zu 100% aus regenerativ erzeugtem Strom in der Region produziert werden. In Wensickendorf im Landkreis Oberhavel soll ein sogenanntes "Power-to-Gas" Kraftwerk entstehen, das vom Energieerzeuger Enertrag betrieben wird. Darin wird aus Wind und Photovoltaik Wasserstoff hergestellt. Es ist das erste Projekt dieser Art in Brandenburg, bei dem umweltfreundlicher Kraftstoff aus erneuerbaren Energien hergestellt wird, betont Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach: "Wir brauchen diese Art von Projekten, wo Wasserstoff eine Anwendung findet und die Bürgerinnen und Bürger das selber erleben können."

Die Kreiswerke Barnim übernehmen den Bau einer Wasserstoff-Zugtankstelle und schaffen damit "die nötigen infrastrukturellen Voraussetzungen schaffen", so Jörg Müller, Vorstandsvorsitzender von Enertrag. Mit dem regional, produzierten Wasserstoff, werden zunächst die Züge der Heidekrautbahn fahren. Dafür stellt die Niederbarnimer Eisenbahn ihre Fahrzeugflotte um und kauft sechs neue Wasserstoff-Brennstoffzellen-Züge. Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2024 sollen diese Züge auf der Regionalbahnlinie RB27 zum Einsatz kommen. Durch den Betrieb wasserstoffbetriebener Fahrzeuge könne die Geräuschbelastung reduziert und ein CO2-Ausstoß vermieden werden, sagte Detlef Bröcker, Vorstand der Niederbarnimer Eisenbahn.

Wasserstoff vorerst für schwere Fahrzeuge geeignet

Wasserstoff als Antriebsmittel eignet sich vorerst für schwere Fahrzeuge wie Züge, LKW oder Busse, erklärt Christian Mehnert von den Barnimer Verkehrsbetrieben. Trotzdem werde gerade geprüft, inwieweit es auch fördermittelkonform sei, das auch andere Transporteinheiten wie Busse und Abfahrtsammelfahrzeuge mit eingebunden werden können. "Wenn das möglich ist, werden wir auch versuchen, das umzusetzen", sagt Mehnert.

Das grüne Wasserstoffprojekt kostet rund 100 Millionen Euro. Es wird wissenschaftlich von der BTU Cottbus-Senftenberg und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt begleitet.

 

1 Kommentar

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  1. 1.

    FCE-Busse gibt es bereits auf dem Markt. Wuppertal bekommt gerade welche geliefert. Nur ist das Tanken mehrere Fahrzeuge dann doch nicht so trivial wie mit Diesel. Um die für den gerne OKW-Tankvorgang zu konditionieren, kann man als PKW-Fahrer durchaus Bus zu 40 min warten, bei Bussen gerne auch länger -oder man gibt mehr Geld für die Tankstelle aus.

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