Eine Person scannt am Eingang eines Bekleidungsgeschäftes am Alexanderplatz vor einem Sicherheitsmitarbeiter mit der Luca-App einen QR-Code (Bild: dpa/Christoph Soeder)
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Kreisverwaltung sieht keine Sicherheitsbedenken - Uckermark will Luca-App flächendeckend einführen

Der Landkreis Uckermark will als eine der ersten Gemeindeverbände in Brandenburg, die planen, die Luca-App zur Nachverfolgung von Infektionsketten einzusetzen. Die Verwaltung sieht sicherheitstechnisch keine Bedenken.

Der uckermärkische Gesundheitsdezernent Henryk Wichmann ist überzeugt, dass die Luca-App wertvolle Unterstützung im Kampf gegen die Corona-Pandemie ist. Daher plant er den flächendeckenden Einsatz in der Uckermark. Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes hat er nicht. "Da kann man den Bürgern wirklich alle Bedenken ausräumen. Das ist von der Bundes- und Landesregierung umfassend geprüft worden", betont Wichmann auf rbb-Anfrage.

Datenschutz-Bedenken bestünden nicht. Die erhobenen Parameter seien ausschließlich für die Mitarbeiter des Gesundheitsamts bestimmt. Es gehe laut Wichmann nur um die effektive Kontaktnachverfolgung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. "Es muss sich niemand Sorgen machen. Das war vorher viel weniger datenschutzkonform, weil die Listen, die auslagen, von jedem eingesehen werden konnten", so der Gesundheitsdezernent. Jeder hätte auch die Listen abfotografieren können. Das entfiele mit der digitalen Nachverfolgung.

In allen Lebenslagen einsetzbar

Laut Wichmann sei die Luca-App praktisch für Ämter, Geschäfte und alle Uckermärker. Sie sei in allen Lebenslagen einsetzbar, denn mit der Smartphone-Anwendung können Besuchende eines Cafés, eines Restaurants, einer Kulturveranstaltung oder eines Fußballspiels digital einchecken und ihre Kontaktdaten hinterlassen. Im Fall einer bestätigten Corona-Infektion werden die Daten mit einem Gesundheitsamt ausgetauscht. Anhand der Aufenthaltsorte der letzten 14 Tage kann das Gesundheitsamt dann die Veranstaltungsorte kontaktieren und auch sie um eine Freigabe der verknüpften Datensätze bitten. So soll das Gesundheitsamt dann alle anderen Nutzende warnen, die etwa zusammen mit dem Infizierten im Restaurant waren.

Luca-App ist laut Wichmann praktisch

Das System sei laut Wichmann auch ganz ohne modernes Smartphone nutzbar. "Wenn sie irgendwo reinwollen, gibt es die Möglichkeit über einen Schlüsselanhänger, den man bei sich führen kann. Auf diesem kann der eigene QR-Code immer bei sich getragen werden", betont der Gesundheitsdezernent. Dann müsse der entsprechende Veranstalter oder Gastronom, wo man sich gerade befinde, den QR-Code einscannen. So könne man ganz ohne eigenes mobiles Endgerät an der digitalen Nachverfolgung teilnehmen.

Inzidenzwert liegt in der Uckermark aktuell bei 144

Trotz aller Vorstöße liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in der Uckermark bei einem Wert von 144. Gerade jetzt könnte die Luca-App neue Impulse setzen, denn aktuell vergingen neun bis zehn Tage zwischen der Infektion und der Quarantäne-Anordnung. "Die Experten sagen, dass wir sehr viel schneller werden müssen", so Wichmann. Man sollte die Zeit des Lockdowns jetzt wirklich nutzen. Jeder, der ein Gewerbe in irgendeiner Form betreibt, sollte sich für den Tag X vorbereiten, an dem wieder gelockert werden kann, um "dann die digitale Kontaktnachverfolgung zu nutzen. Das macht uns allen das Leben sicherer, einfacher und normaler", so Wichmann.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.04.2021, 15:10 Uhr

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