Zwei Schülerinnen einer Grundschule rennen mit einem Schulranzen auf dem Rücken die letzten Meter bis zum Schulhof. (Quelle: dpa/Boris Roessler)
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Audio: Antenne Brandenburg |03.05.2021| John-Alexander Döring | Bild: dpa/Boris Roessler

Landkreis Oder-Spree - Schulen und Kitas wieder geöffnet

Wegen sinkender Infektionszahlen greift ab Montag nicht mehr die Notbremse im Landkreis-Oder Spree. Kitas und Schulen dürfen öffnen; für Grundschüler gilt Wechselunterricht. Auch der Einzel-und Großhandel öffnet. Die Testpflicht bleibt bestehen.

 

Die Bundesnotbremse hat den Landkreis Oder-Spree getroffen: Als am 24. April die Neuerungen des Bundesinfektionsschutzgesetzes in Kraft traten, lag der Siebe-Tage-Inzidenzwert im Landkreis unter 165. Drei Tage zuvor war dies Wert aber über dieser kritischen Marke und das wurde mitgezählt. Die Folge: Kitas in Oder-Spree durften nur noch Notbetreuung anbieten. In der Kita in Müllrose hätten 90 Prozent der Eltern die Notbetreuung in Anspruch genommen, so Ina Fest, Kitaleiterin der "Schlaubespatzen".

Keine Präsenz hingegen bei den Schülerinnen und Schüler in Oder-Spree: Sie wurden mit Ausnahme der Abschlussklassen online zu Hause unterrichtet. Für Eltern wie Ines Messing aus Grunow bedeutete das Stress: "Man muss hinterher sein, dann funktioniert die Technik nicht. Es ist halt eine ziemlich belastende Zeit für alle."

Landrat stellte Antrag auf Öffnung von Kitas und Schulen

Aufgrund sinkender Infektionszahlen hatte der Landrat Rolf Lindemann (SPD) vergangene Woche Mittwoch einen Antrag auf die rasche Öffnung von Einrichtungen der Kindertagesbetreuung und der Schulen an das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport gestellt. "Dieser wurde positiv entschieden", bestätigt die Kreisverwaltung in Beeskow. Voraussetzung war, dass die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag nicht über 165 lag. Der Inzidenzwertrangierte in Oder-Spree am Freitag bei 116,9, so dass Kitas und Schulen seit Montag ihren Betrieb wieder aufnehmen dürfen. Für Grundschüler gilt Wechselunterricht.

Die Kitas sind für alle geöffnet. Die Erzieherin Peggy Dietze freute sich, dass nun alle ihre Kitakinder wieder da sind. Für sie persönlich ist es jedoch ein Spagat, denn sie arbeitet in Müllrose in Oder-Spree, wohnt aber im etwa 18 Kilometer entfernten Frankfurt (Oder). Dort ist der Inzidenzwert zu hoch. Ihr Sohn musste deshalb in den Distanzunterricht. Deshalb sei die Situation für sie schwierig: "Ich muss immer gucken, wie sind die Inzidenzwerte hier, wie sind sie da, muss ich vielleicht mit einer Arbeitgeberbescheinigung fahren. Das ist schon anstrengend."

Geschäfte sind wieder geöffnet

In Abhängigkeit von den Grenzwerten 100, 150 und 165 gelten laut Infektionsschutzgesetz unterschiedliche Einschränkungen [bundesgesundheitsministerium.de]. Da die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag in Oder-Spree an fünf Werktagen in Folge unter dem Schwellenwert von 150 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern lag, dürfen seit Montag bisher geschlossene Geschäfte des Einzel- und Großhandels wieder öffnen. Es besteht die Möglichkeit, "neben der Abholung vorbestellter Waren zusätzlich auch Einkäufe nach Terminbuchung anzubieten ('Click & Meet')", schreibt die Kreisverwaltung auf ihrer Website [landkreis-oder-spree.de]. Einkaufen ist weiterhin nur nach Vorlage eines tagesaktuellen negatives (PoC)-Antigen-Schnelltests möglich, der nicht älter als 24 Stunden ist.

Frankfurts Bürgermeister wünscht sich regionale Regelungen

Die Stadtverantwortlichen von Frankfurt (Oder) plädieren schon länger dafür, Landkreise und kreisfreie Städte beim Inzidenzwert nicht gesondert zu betrachten, so Bürgermeister Claus Junghanns. "Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten auch immer wieder Diskussionen mit dem Land dazu geführt, dass auch regionale Regelungen, zum Beispiel Frankfurt (Oder) und die benachbarten Landkreise, eine Möglichkeit wären." Konkret wurden die Vorschläge bislang nicht.

Sendung: Antenne Brandenburg, 03.05.2021, 14.10 Uhr

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