Ein Rettungsschwimmer steht auf einem Steg (Quelle: imago images)
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Audio: Antenne Brandenburg | 04.05.2021 | Marie Stumpf | Bild: imago images

Lebensretter halten sich trotz Corona fit - Frankfurter Rettungsschwimmer traineren für Sommersaison

Sport ist ja nach wie vor nur zu zweit und draußen erlaubt. Es gibt aber Athleten, die müssen trainieren, denn von ihrem Können hängen Menschenleben ab. Es geht um Rettungsschwimmer. In Frankfurt (Oder) trainieren sie gerade für ihre künftigen Einsätze.

Von ihrem Können hängen Menschenleben ab: Rettungschwimmer! Damit die Einsatzfähigkeit nicht leidet, wird in Frankfurt (Oder) trotz Corona-Pandemie für die Sommersaison 2021 trainiert. Abstand halten ist dabei natürlich manchmal etwas schwierig - wenn man jemanden aus dem Wasser ziehen soll.

Feste Trainingspartner sorgen für Sicherheit

Doch das Corona-Schutzkonzept funktioniert im Trainingsbetrieb. Einer der wohl schwersten Übungen ist das Schwimmen in Klamotten. Für Milena ist das aber kein Problem. Die 15-Jährige steht kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung zur Rettungsschwimmerin bei der Frankfurter DRK-Wasserwacht. Sie ist die Jüngste in ihrer Truppe. Unter Corona-Einschränkungen zu trainieren, ist gar nicht so leicht, vor allem bei den Partnerübungen. Doch es gibt eine Lösung: Bei Partnerübungen werden feste Paare gebildet, die über den gesamten Trainingskurs zusammenbleiben, erklärt die 15-Jährige. Sie habe generell keine großen bedenken, weil sich wirklich alle an die Hygienerichtlinien hielten.

Im Kreis schwimmen anstatt direkte Begegnungen in Bahnen

Eine Vorsichtsmaßnahme ist auch, dass nicht mehr in Bahnen geschwommen wird, sondern im Kreis in einem "Einbahnverkehr". So begegnen sich die Schwimmer weniger. Doch das hat auch seine Nachteile, erklärt Ausbilder Jörg Voll. "Wir konnten sonst etwas mehr schwimmerisch agieren, weil auf einer Bahn sehr viel mehr Schwimmer sein konnten." Das gehe jetzt nicht mehr und die Kursgröße musste eingeschränkt werden, so Voll. Elf Rettungsschwimmer-Anwärter sind es, fünf weniger als eigentlich möglich gewesen wären.

Gleichzeitig trainieren auch "alte Hasen" in der Halle - allerdings mit einer Bahn Abstand vom Anfängerkurs getrennt. Der 16-jährige Janne ist seit anderthalb Jahren dabei. Er ist eine richtige Sportskanone. Es ist deswegen auch froh, dass wenigstens ein Training in der Woche noch stattfindet: "Normalerweise hätte ich fünfmal in der Woche Training - Basketball, Football und Boxen. Das fällt jetzt alles weg. Deswegen ist es schön, sich hier sportlich zu betätigen", sagt Janne.

Elf neue Rettungsschwimmer werden zur neuen Saision fertig

Doch der 16-Jährige ist nicht der Einzige, der das so sieht. Weil viele andere Sportarten gerade nicht erlaubt sind, machen aktuell deutlich mehr Rettungsschwimmer in der Frankfurter Wasserwacht mit als sonst. Dennoch: Die Ausbildung von Nachwuchs bleibt enorm wichtig, sagt Ortsgruppenleiter Danny Knispel: "Allgemein ist in den letzten Jahren zu verzeichnen, dass wir genug Rettungsschwimmer haben." Dennoch habe man mit einer großen Fluktuation zu kämpfen, weil die Jugendlichen nach Beendigung der Schule sich anders orientieren, so Knispel. Dennoch ist er froh, dass für diesen Sommer trotz Corona wenigstens elf neue Rettungsschwimmer im Raum Frankfurt (Oder) dazukommen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 04.05.2021, 15:40 Uhr

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