Ein Wolf (Canis lupus) in einem Gehege im Wildpark Schorfheide (Bild: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Trotz Schutzzäunen - Wölfe reißen im Schlaubetal zwölf Schafe

Im Schlaubetal bei Rießen (Oder-Spree) hat ein Schäfer zwölf gerissene Schafe entdeckt. Zusätzlich sind zwei Lämmer verschwunden, wie der betroffene Schäfer Frank Wutzler dem rbb mitteilte. Dem ersten Anschein nach sollen Wölfe die Herde mit insgesamt 170 Tieren angegriffen haben. "Es muss durch Experten noch bestätig werden, dass es tatsächlich Wölfe waren", sagte Wutzler dem rbb. Nur wenn zweifelsfrei nachgewisen werden kann, dass es sich um Wolfsriss handelt, kann Wutzler eine Entschädigung geltend machen. Doch das löse das Problem im Schlaubetal nicht, erklärte er. Seinen Angaben zufolge sollen in der Region drei Wolfsrudel leben. Brandenburgweit sollen es mittlerweile 50 Rudel sein, so das Landesumweltamt. Im Schlaubetal kommt immer wieder zu Problemen - trotz elektrischer Schutzzäune.


Sendung: Antenne Brandenburg, 06.04.2021, 06:30 Uhr

11 Kommentare

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  1. 11.

    Es tut mir leid für den Schäfer und vor allem für die Tiere. In einem Artikel der MOZ von 2016 hatte dieser Schäfer allerdings 8 HSH (Pyrenäenberghunde), die er von Welpen an in seine Herden gewöhnt hatte. Mich würde interessieren, ob die jetzt betroffene Herde von HSH geschützt war und wenn nicht, warum waren keine Hunde zur zusätzlichen Sicherung der Herde vor Ort.

  2. 10.

    Auch Kollegen von mir schützen nicht, aus dem einen Grund: der zeitliche und finanzielle Mehraufwand ist nicht zu stemmen! Es gibt nun mal keine wolfssicheren Zäune, und mit der Arbeit des Aufstellens steht man alleine da. Gute Schutzhunde findest Du nicht an jeder Ecke, und die sind teuer (ab mind. 3500 Euro aufwärts) - selbst wenn man welche bekommt, bleiben die jährlichen Kosten (ca 1000 Euro/Hund)beim Tierhalter hängen. Das kann bei steigenden Wolfszahlen niemand lange leisten! Denn je mehr Wölfe, desto mehr Hunde braucht man! Immer paar mehr, als Wölfe in der Gegend, sonst sind die Hunde ebenso Wolfsfutter.

  3. 9.

    Fangprämie für jeden erlegten Wolf und wir haben wieder unsere Ruhe! Nicht umsonst haben unsere Vorfahren den Wolf hierzulande ausgerottet.

  4. 8.

    Für den Schutz der Schafe ist immer der Schafhalter verantwortlich! Der Schafhalter, der jetzt im Schlaubetal Tiere an die Wölfe verloren hat, war und ist zu knauserig, um sich Schutzhunde zu besorgen und um einen guten wirksamen Zaun zu installieren. Dabei bietet unsere Landesregierung finanzielle und fachliche Unterstützung an. Aber sie muss eben auch angefordert werden.

  5. 7.

    Schafe sollten den exakt gleichen Wert wie Wölfe und auch deren Schutzstatus haben, denn jedes Tier hat ja seine Daseinsberechtigung. Kein Schaf hat es verdient, bei lebendigem Leib angefressen zu werden und danach noch stundenlang leiden zu müssen, bis ein Rissbegutachter kommt....niemand redet davon, die Wölfe auszurotten, aber es muss ein verträgliches Maß her, und das ist in Deutschland mit ca. 2000 Wölfen (Schweden leistet sich eine Population von ca. 300 Wölfen und schießt alles, was darüber ist oder auffällig ist, ab)nicht mehr gegeben. Es gibt Wolfsrudel, die sich regelrecht auf Weidetiere spezialisiert haben und alles reißen, was ihnen unterkommt, Schafe, Ziegen, Pferde, Fohlen, Rinder, Kälber, Alpakas. Die Tierhalter schützen mit Wachen, mit Nachtsichtgeräten, mit GPS-Sendern an einzelnen Tieren, um auffällige Bewegungen gleich gemeldet zu bekommen, mit höheren Zäunen als gefordert, mit Herdenschutzhunden...alles umsonst. Muss das sein???

  6. 5.

    Wieso sind Schafe wertvollere Tiere als Wölfe? Weil sie eine Ware sind und Wölfe (noch?) nicht?
    Das Problem der Schäfer ist vor allem, dass sie höchstens noch das Fleisch loswerden. Die Wolle ist kaum gefragt, die kommt ja aus Neuseeland etc. Meines Wissens fordern die Schäfer schon lange Weideprämien, da sie u.a. Landschaftspflege betreiben...
    Vor kurzem las ich einen (englischsprachigen) Bericht von Biologen, wie die Wiederansiedlung (dort trifft das zu) von Wölfen im Yellowstone Nationalpark zur Gesundung der Elch- und anderen Populationen, zur Wiederkehr verschiedener Vogelarten, zur Gesundung der Vegetation usw. geführt hat. Belegt mit Zahlen.
    Der Mensch ist es, der das notwendige Gleichgewicht der Natur zerstört. Und dass wir die Natur nicht beherrschen können, zeigt uns deutlich Corona.

  7. 4.

    Der Mensch mit seiner besiedelten Kulturlandschaft sorgt dafür, dass die Natur den Bach runtergeht, sprich u.a. der Landschaftszerstörung. Den Klimawandel in der jetzigen Form haben wir, der, in ihren Augen sogenannten "Kulturlandschaft", zu verdanken. Das ist ja wohl mehr als dekadent, sich die Natur untertan zu machen. Die Wölfe können nichts dafür, dass der Mensch die Schafe so auf dem Präsentierteller serviert. Guten Appetit!

  8. 3.

    der Wolf ist ein Teil der Natur !! Nur weil der Mensch meint er passe nicht in sein System und richte " Schaden" an , ist es noch lange nicht Ok ihn wieder auszurotten. Der Schaden vom Menschen gemach ,ist um ein vielfaches größer!

  9. 2.

    Von "wieder ansiedeln" kann im Fall der Wölfe keine Rede sein. Sie sind allein gekommen: ohne Zutun von uns Menschen. Sie waren schon hier auf dem heutigen Territorium von Deutschland, als wir Menschen noch als Jäger und Sammler durch die Wälder und über die moorigen Wiesen gestreift sind: zuerst als Nahrungskonkurrenten, später auch als Partner der Wölfe, aus deren dann auch unsere Hunde wurden. Jeder Schäfer, der nur diese lächerlich mickrigen kleinen E-Zäunchen benutzt, ist sehr verantwortlich dafür, dass Wölfe die Zäune überwinden. Schäfer sollten sich beraten lassen über wirklich gute Abwehrmöglichkeiten und nicht nur hier in der Öffentlichkeit die Anwesenheit der Wölfe beklagen. In Rumänien, in Italien, in Spanien und z.B. auch in Polen leben die Menschen mit Wölfen in der Nachbarschaft. Wölfe gehören nicht nur dort, sondern auch hier zum Spektrum der Natur, so wie wir Menschen.

  10. 1.

    Was für ein Wahnsinn. Wolfsrudel (seit vielen Jahren das Non plus Ultra selbsternannter Naturschützer) wieder anzusiedeln ist auch eines der vielen Zeichen "spätrömischer Dekandenz". Diesen Fehler gilt es rückgängig zu machen und die Viecher zum Abschuss freizugeben. Die haben in einer besiedelten Kulturlandschaft nichts zu suchen.

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