IHK-Konjunkturbericht im Frühsommer - Unternehmen in Ostbrandenburg schauen wieder positiver in die Zukunft

Ein Handerwerker arbeitet in einem Brandenburger Betrieb an einer Maschine (Bild: rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 11.05.2021 | Simon Claus von der IHK | Bild: rbb

Angesichts steigender Temperaturen und dem Fortschritten im Kampf gegen Corona bewerten Unternehmen in Ostbrandenburg ihre Geschäftslage besser als noch zum Jahreswechsel. Das ergab die Konjunkturumfrage der IHK für die Frühsommermonate.

Die Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg (IHK) hat am Dienstag eine aktuelle Konjunkturumfrage unter Unternehmen für die Frühsommermonate vorgestellt. Demzufolge blicken die Unternehmen in der Region etwas optimistischer in die Zukunft als noch bei der letzten Umfrage zu Jahresbeginn.

Leichter Optimismus mit Vorbehalten

Der kombinierte Konjunkturklimaindex sei leicht angestiegen, so Simon Claus von der IHK Ostbrandenburg am Dienstag. "Der Index ist im Moment von 87 auf 100 Punkte gestiegen. Im Vergleich liegen die Dienstleistungen und das Baugewerbe über dem Durchschnitt der Punkte."

Im Gegensatz dazu falle die Umfrage beim Handel und Warenverkehr aufgrund der Corona-Beschränkungen verhältnismäßig schlecht aus. Auch der Tourismus und die Gastronomie zeigen eine durchwachsene Stimmung. Während in den Gastronomiebetriebe fast genauso viele eine bessere wie eine schlechtere Geschäftslage erwarten, gehen 22 Prozent der Hoteliers und Beherberger davon aus, dass die Lage unverändert bleibt. Ein Drittel erwarten Besserungen.

Trotz der allgemein positiven Tendenz rechne die Mehrheit der Unternehmen noch mit einer schwierigen Zukunft. Auch IHK-Sprecher Claus gibt sich zurückhaltend: "Man muss abwarten, wie es sich tatsächlich in den kommenden Monaten entwickelt. Im vergangenen Frühsommer war es auch so, dass wir von einem relativ hohen Niveau auf eine schlechte Situation zurückgefallen sind."

IHK-Hauptgeschäftsführer Gundolf Schülke ließ dazu verlauten: "Selbst Branchen, die relativ gut dastehen, wie Industrie und Baugewerbe, haben große Zukunftssorgen." Als Gründe werden der Fachkräftemangel und die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise angeführt.

Weniger Investitionen geplant

Hinzu kommt, dass weniger Unternehmen als noch im Winter planen in den kommenden Monaten zu investieren. Dafür sollen diese Investitionen dann höher ausfallen. Simon Claus vermutet, dass diese gegenläufige Entwicklung mit der Größe der Unternehmen zusammenhängt. "Ich kann mir vorstellen, dass die kleineren Unternehmen gerade zögerlich sind, wodurch der Anteil der Investierenden zurückgeht." Größere Unternehmen mit mehr Rücklagen neigten aber dazu auch Risiken einzugehen.

Außerdem gaben die Unternehmen an, wieder mehr Personal einstellen zu wollen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 11.05.2021, 10:30 Uhr

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