Märkisch-Oderland - Anhaltende Trockenheit zwingt zum Wasser sparen

wasser sparen
Audio: Antenne Brandenburg | 12.05.2021 | Marie Stumpf | Bild: Georg-Stefan Russew

Die anhaltene Trockenheit setzt ganzen Landstrichen zu, die teilweise in der Dürre darben. Um die Trockenheit der vergangenen Jahre auszugleichen, wäre überdurchschnittlich viel Regen über mehrere Wochen notwendig. Wassersparen ist das Gebot der Stunde.

2020 war in Berlin und Brandenburg das sechste zu trockene Jahr in einem Zeitraum seit 2014. Das ist das Resultat einer rbb|24-Datenrecherche. Etwa 511 Liter Niederschlag kamen durchschnittlich auf einen Quadratmeter, 45 Liter weniger als im Mittel der Jahre von 1960 bis 1990. Diese Entwicklung verpufft natürlich nicht einfach so und hat Auswirkungen auf das Grundwasser und den Wasserstand der Seen. Daher stellt sich die große Frage, wie die lebenswichtige Ressource Wasser effektiver genutzt und in der Folge gespart werden kann.

Pfiffige Wasserspar-Ideen

Menschen aus Ostbrandenburg haben das Thema auch aus Kostengründen auf der Agenda. So erklärten Strausberger (Märkisch-Oderland) beispielsweise, dass sie das Wasser nach dem Kartoffelnkochen nicht wegkippen, sondern zum Blumengießen nutzen. Andere nutzen nicht bei jedem Toilettengang die große Spülung, nutzen dafür aufgefangenes Regenwasser. Andere haben sich in ihre Bäder Duscharmaturen mit Durchlaufbegrenzer eingebaut. Auch Luftaufwirbler sorgen für mehr Volumen im Wasser.

Und Wassersparen ist im Raum des Wasserverbands Strausberg-Erkner (WSE) auch dringend notwendig, denn nach Verbandsschätzungen verbrauchte dort jeder Einwohner im vergangenen Jahr durchschnittlich 174 Liter pro Tag. Das sind 45 mehr Liter als im Bundesdurchschnit. Gute Gründe den Wasserverbrauch zu drosseln, haben die Strausberger direkt vor ihrer Haustür, denn der Straussee zeigt deutlichen Wasserschwund.

Aufs Rasensprengen verzichten

Ein Grund für den großen Wasserverbrauch in der Region sieht der WSE im übermäßigen Wassersprengen der Gärten im Frühjahr und Sommer. Eine solche Aktion verbrauche nach Verbandsangaben in etwa so viel Wasser wie 66 Waschmaschinen-Ladungen. "Da haben wir begonnen, unseren Rasen nicht mehr mit Trinkwasser zu wässern, sondern haben einfach mal geguckt, was passiert, wenn man den Rasen nicht gießt", sagt der Strausberger Umweltaktivist Frank Weber. Das sei zwar traurig anzusehen gewesen. Aber er sei dennoch jetzt von selbst gekommen und alles sei grün.

Regenwasser sammeln und effektiv umleiten

Eine Alternative: Regenwasser nutzen! Mit einem stadteigenen Regenwasser-Kanalisationssystem wird in Strausberg dieses Wasser etwa in die umliegenden Seen geleitet, auch in den Straussee.

Andere Gemeinden ziehen nach wie Petershagen-Eggersdorf. Auch im dortigen - wenn auch sehr viel kleineren- Teilungssee sinkt der Pegel seit Jahren. Regenwasser könnte helfen, diesen Trend umzukehren, sagt Bürgermeister Marco Rutter: "Das würde etwa einen halben Meter Wasserstand ausmachen – übers Jahr verteilt natürlich", erklärt er. Noch in diesem Jahr sollen die entsprechenden Rohre verlegt werden. Erstes Wasser könnte zum Jahreswechsel in den See fließen.

Doch Petershagen-Eggersdorf hat noch mehr wassersparende Ideen. So wurde Rutters Angaben zufolge eine Pflanzliste erarbeitet. Man könne per Karte ermitteln, an welchen Standorten sich welche Bäume oder Sträucher eignen, die auch mit weniger Wasser auskommen. "Wir orientieren uns bei der Bepflanzung des Begleitgrüns an den Straßen jetzt sehr stark an dieser Liste“, so Rutter. Das sei eine Idee, die beim Thema Wassersparen auch in ganz Brandenburg Anwendung finden könnte, meint der Bürgermeister.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.05.2021, 15:40 Uhr

12 Kommentare

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  1. 12.

    Um nochmal auf den Werlsee und die leidige Mathematik zurückzukommen: Fläche 60 ha = 600.000 m², mittlere Tiefe laut Wikipedia 5 m.
    Nehmen wir mal als Form des Sees einen stumpfen Kegel an, so ergibt sich das Volumen zu 1/3 x Fläche x maximale Tiefe. Nehmen wir an, dass bei einer mittleren Tiefe von 5 m die maximale Tiefe 10 m beträgt, so ergibt sich ein Volumen des Werlsees von 1/3 x 600.000 m² x 10 m = 2 Mill. m³.

    Beantragter und genehmigter Wasserverbrauch Tesla 1. Ausbaustufe: 1,4 Mill. m³.
    Laut dem unverdächtigen electrive.net, das hierbei Frontal21-Recherchen zitiert, soll der Verbrauch bei weiterem Ausbau ca. 3,6 Mill. m³ betragen.
    https://www.electrive.net/2021/03/17/tesla-wasserverbrauch-soll-fabrik-ausbau-in-gruenheide-gefaehrden/

    Gruß an Gabriele85, der Werlsee ist damit ein absolut korrekter Vergleich für den Wasserverbrauch von Tesla.

  2. 11.

    Wer will ihnen das warum verboten haben? So etwas baut man im Bedarfsfall selbst, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Was hat das mit den Wasserbetrieben zu tun? Kommen die bei ihnen regelmäßig die Klospülung kontrollieren?

  3. 10.

    Eine anschauliche Grafik der geologischen Verhältnisse im Berliner Raum finden Sie unter http://www.inggeo.net/themen/die-eiszeit/.
    Nochmal: Die geplante Fabrik befindet sich im Einzugsgebiet Friedrichshagen der Berliner Wasserwerke. Ist Ihnen bekannt, inwieweit untersucht worden ist, ob mit negativen Auswirkungen auf die Berliner Wasserversorgung zu rechnen ist?

    Ich halte es für falsch zu versuchen, ein Problem zu lösen und sich damit 10 neue einzuhandeln.

  4. 9.

    Ich würde gern das Regenwasser für die Toilettenspülung benutzen, nur leider darf ich das nicht, weil die Wasserbetriebe mitbekommen haben das mein Verbrauch gesunken ist und somit den Wasserbetrieben Geld fürs Wasser und vor
    allem für die Wasserentsorgung entgeht. Das ist schon Irrsinnig, mal will Wasser sparen aber darf es nicht, so ist die Realität in Deutschland.

  5. 8.

    Also heute ist es nicht zu trocken. verstehe nicht warum immer rumgeheult wird das Wetter ist so wie es ist mal zu warm mal zu kalt

  6. 7.

    Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie der Wasserverbrauch des PCK nicht stört.

    Keine Schwerindustrie? Kennen Sie die Werke von Mercedes in der Region nicht?Googlen Sie bei Gelegenheit einmal, woher Eisenhüttenstadt und Siemensstadt ihre jeweiligen Namen haben. Als vor einigen Jahren das WSG Jungfernheide aufgehoben wurde, hatte Siemens sogar mit den BWB einen Vertrag über aktive Grundwasserhaltung geschlossen. Im Berliner Blumenviertel schwellt weiterhin der Streit, weil die BWB das dort beenden möchten etc.

    Informieren Sie sich, wieviel Wasser in Berlin und Brandenburg gefördert wird. Beim Amt für Statistik können Sie fündig werden.

    Wenn Ihr Schönrechnen zum Rasensprengen in der Realität funktionieren würde, ergäben die wiederkehrenden Aufforderungen der Wasserversorger wie dem WSE, doch bitte den Rasen nicht zu sprengen, keinen Sinn.

    Schon die alten Römer kannten Aquädukte. Bremen erhält einen Teil seines Wassers aus dem Harz. Sind Sie mal in Ludwigshafen am Rhein gewesen?

  7. 6.

    Wir brauchen Regenwasserauffangbecken und klimagrechte Gärten und Grünanlagen. Die Kläranlagen sollten ab sofort ebenfalls das Wasser halten und nicht einfach in die Nordsee schicken. Eigentlich ist das alles bekannt und gar nicht schwierig, aber hier in Berlin und Brandenburg hört man zu oft. Das geht nicht! Dann muß ein See eben austrocken, wenn die Leute kein Wasser sparen können.

  8. 5.

    Und manche scheinen zu meinen, die höchste Kunst der Mathematik bestünde im Schönrechnen?
    Wo bleibt das Wasser, wenn es auf dem Rasen angekommen ist? Verschwindet es aus dem lokalen Wasserkreislauf?
    Und wo bleibt das Abwasser von Tesla?
    Ausbaustufe 1: Übers Berliner Klärwerk Münchehofe in die Köpenicker Spree, Havel, Elbe Richtung Nordsee, um dort den Salzgehalt zu verringern?
    Ausbaustufe 2: Über ein neues Klärwerk Freienbrink in Alte Spree und Dämeritzsee direkt ins Berliner Trinkwasserschutzgebiet Friedrichshagen, schauen sie mal unter Klassewasser.de, da gibt's gutes Unterrichtsmaterial zum Thema Berliner Wasser!
    Sollte Sie auch interessieren als Berliner!
    Aus gutem Grund wurde das Berliner Urstromtal bisher von Schwerindustrie freigehalten.
    Legen Sie dann die Wasserleitung von Schwedt, wenn das Wasser hier nicht mehr reicht oder nach einer Havarie nicht mehr als Trinkwasser nutzbar ist?

  9. 4.

    Mathe ist halt nicht jedermanns Thema. Setzen Sie die Zahlen von Tesla mal in Relation zum hier erwähnten überdurchschnittlichen Verbrauch, weil eben der Rasen gewässert wird. Ähnlich hohe Verbrauchswerte haben auch die Privatanschließer in Grünheide, während laut WSE in Neu-Zittau der Verbrauch nur ei 101 l/d liegt. Angesichts der hohen Verbrauchszahlen kann man natürlich nachvollziehen, dass so manch Grünheider sich Sorgen um das Trinkwasser für seinen Kultursteppenlandschaft macht und für sein privates Grün demonstrieren geht.

    Übrigens sorgen die E-Autos sogar dafür, dass Wasser gespart werden kann. Allein der PCK benötigt so viel, dass man damit stattdessen vierzehn (eins vier) Fabriken wie die im Bau damit befindliche versorgen könnte. Das stört komischerweise nur wenige wie auch viele die Ursache sind des Problems - nämlich die Verbrennung fossiler Energieträger- nicht sehen. Die fünf bis acht Luter Liter, die das eigene Auto verbrennt sind doch gar nichts- denken zu viele.

  10. 3.

    Wasserverband Strausberg - E R K N E R (einfach mal lesen).
    Wieso stimmt doch. Für Tesla stellen wir dann Wasser in etwa eines Werlsees pro Jahr zur Verfügung.
    Ist doch kein Problem laut Herrn Vogel. Das Wasser kommt doch dann zurück oder etwa nicht?

  11. 1.

    Und dann noch der durstige Tesla!

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