Corona und Kinder - Skating gegen die Corona-Langeweile

Der 11-jährige Levi aus Petershagen-Eggersdorf (Märkisch-Oderland) unterrichtet Kinder im Inline Skating.
Audio: Antenne Brandenburg | 07.05.2021 | Marie Stumpf | Bild: rbb / Marie Stumpf

Corona sorgt bei einigen Kinder für ein neues Hobby: Ob Slalom fahren, bremsen üben oder richtig hinfallen: Der elfjährige Levi aus Petershagen-Eggersdorf (Märkisch-Oderland) unterrichtet Kinder im Inline Skating. Von Marie Stumpf

Komplett eingepackt in Helm, Ellenbogen - und Knieschonern stehen die Kinder Linda, Maja und Viktor vor ihrem Trainer: Levi, elf Jahre alt. Heute steht Springen mit Inlinern auf dem Stundenplan. Hinfallen ist da vorprogrammiert, doch Levi hat Tipps. Zum Beispiel nicht nach unten, sondern nach vorne gucken: "Weil wo euer Körper hinguckt, da will er auch hin."

Anschließend fahren die Kinder im Slalom um bunte Hütchen, die Levi mitgebracht hat. Meistens üben sie auf dem Parkplatz am S-Bahnhof Petershagen-Nord, denn hier ist es ruhig und auf dem Asphalt rollen die Inliner besonders gut.

Vom Junior zum Trainer

Auf die Idee zu dem Training kam Levi, weil vor kurzem immer mehr Kinder in Petershagen-Eggersdorf begannen Inliner zu fahren. Zusammen mit seinen Eltern setzte er daraufhin einen Aufruf bei Facebook ins Netz. Er selbst spielt seit fünf Jahren Inline-Skater-Hockey bei den Eisbären Junior. Seine Erfahrungen will er jetzt weitergeben.

"Für manche ist es das Schwierigste erstmal richtig auf den Inlinern zu stehen, weil man erstmal ein bisschen huckelig ist", erklärt er, "Wie wenn man anfängt mit Lesen. Da kann man es ja auch nicht direkt."

 

Levi plant alles selbst

Levis Vater David Stahnke ist bei den Eisbären Junior ehrenamtlicher Trainer. Er steht seinem Sohn, wenn nötig, mit Rat und Tat zur Seite, aber meistens braucht Levi ihn gar nicht. "Den Ablaufplan für das Training hat er zum Großteil selber geschrieben. Ich versuche vor allem die Eltern ein bisschen abzulenken, dass sie Levi nicht zu sehr auf die Finger gucken. Das macht ihn sonst nervös."

"Mir war langweilig und da haben wir uns die Inliner genommen."

Die achtjährige Linda ist früher schon Inliner gefahren. Vor kurzem hat sie den Sport aber für sich wiederentdeckt. "Mir und meiner Freundin war langweilig und da haben wir uns einfach die Inliner genommen", erzählt sie. Jetzt will sie besser werden und das führte sie zu Levis Training.

Lindas Mutter ist froh über das Angebot: "Die ganzen Sportsachen, die man sonst gemacht hat, fallen ja gerade flach. Die Kinder bewegen sich viel weniger. Auch wenn sie mal für eine Stunde in den Garten gehen, ist es nicht das Gleiche."

Auch der fünfeinhalb Jahre alte Viktor ist mit Elan bei der Sache. Er kommt regelmäßig zu Levis Training. "Wir sind Levi hoch dankbar, dass er das macht", erzählt Viktors Mutter "Wir haben einfach gerade zu wenige Möglichkeiten die Kinder zu beschäftigen. Für sie ist es teilweise schon ein Highlight, wenn wir sie zum Einkaufen mitnehmen."

Inline Skating wird beliebter

Das neue Highlight nun: Einmal die Woche Inliner fahren. Viktors Mutter hat den Eindruck, dass der Sport seit Corona deutlich an Beliebtheit zugenommen hat. Im Sportgeschäft habe sie kaum noch Inliner-Schutzausrüstung bekommen. "Das war alles ausverkauft."

Und auch bei Levis Training wollen inzwischen so viele Kinder mitmachen, dass er sie in zwei Gruppen aufteilen musste: Anfänger und Fortgeschrittene. Auf Youtube hat Levi seinen eigenen Kanal, wo er Tutorials und Tipps zum Inline-Skating hochlädt. Und ein nächstes Ziel hat er auch schon: "Irgendwann will ich vielleicht Trainer für meine eigene Mannschaft sein!"

Beitrag von Marie Stumpf

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