Strausberg (Märkisch-Oderland) - Gutachten prüft Modellprojekt zur Flutung des Straussees

Der Straussee. Quelle: rbb
Bild: Audio: Antenne Brandenburg | 07.05.2021 | Marie Stumpf

Zur Rettung des Straussees prüft die Stadt Strausberg (Märkisch-Oderland) mittels eines Gutachtens ein Modellprojekt. Wasser aus dem Tagebau in Rüdersdorf könnte zur Flutung des Sees und seinen Zuflüssen genutzt werden. Aus Sicht des Tagebaus wäre das Vorhaben aber mit mehreren Schwierigkeiten verbunden, sagte Thomas Weber, der Leiter des Tagebaus von der Cemex Ag gegenüber dem rbb.

Kosten rund elf Millionen Euro

Laut Weber müssten die Rohrleitungen auf einer Strecke von über elf Kilometern mit einem Höhenunterschied von 31 Metern verlegt werden. Diese Strecke vom Rüdersdorfer Tagebau bis zum Straussee würde, so schätzt Weber, Kosten von mehreren Millionen Euro verursachen.

Zurzeit wird das Wasser aus dem Kalktagebau in den Kriensee in Rüdersdorf geleitet und speist von dort den Kalk- und Flakensee, den Müggelsee und auch die Spree. Käme der Straussee noch hinzu, könnte das Wasser an anderer Stelle fehlen. Pro Jahr werden etwa 12 Millionen Kubikmeter aus dem Tagebau gefördert. Zur Rettung des Straussees bräuchte es laut Taskforce nur rund 600.000 Kubikmeter pro Jahr.

Externer Gutachter soll Machbarkeit prüfen

Weil das Grundwasser des Rüdersdorfer Tagebaus aber sehr sulfathaltig ist, soll im Rahmen des Modellprojekt außerdem eine Machbarkeitsstudie zur Klärung von Umweltauswirkungen in Auftrag gegeben werden. Dafür müssen vorher Fördermittel beim Land beantragt werden. Um das vorzubereiten, muss die Stadt Strausberg auf eigene Kosten einen externen Berater engagieren. Dies soll bei der nächsten Stadtverordnetenversammlung Mitte Mai geklärt werden.

 

Sendung: Antenne Brandenburg, 07.05.2021, 15:30 Uhr

Nächster Artikel