Nichts für müde Beine - Auf Schusters Rappen rund um die Schorfheide

Rundwanderweg Schorfheide
Bild: Dilan Polat/rbb

Himmelfahrts-Ausflüge gehören zum guten Ton. Warum dann nicht den neuen Rundwanderweg in der Schorfheide abschnittsweise testen? Er führt unter anderem durch den Naturpark Barnim und das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Von Dilan Polat

Er ist der erste Fernrundwanderweg im Barnim - der Rundwanderweg "Rund um die Schorfheide" [rundumdieschorfheide.de]. Die Projektpartner haben sich als Kennzeichen für den blauen Baum entschieden, da der Baum für den Wald steht und das Blau für die Farbe der überregionalen Wanderwege. Auf 215 Pfeilwegweisern und 934 Markierungen ist der "blaue Baum" nun zu finden. "Die Grundidee ist es gewesen, aus den vielen Wanderwegen, die wir ja schon haben, einen Rundweg zu schaffen, den man auch als Wanderurlaub laufen kann und der eine abwechslungsreiche Alternative zu alpinen Wanderungen bietet", sagt die Tourismusbeauftragte Anke Bielig vom Amt Schorfheide. Natürlich kann der Weg auch abschnittsweise wie an Himmelfahrt beschritten werden.

Kein Tourismus ohne Kooperation

Um diesen Weg aber auch für Mehrtagetouristen zu entwickeln, haben sich 2014 fünf Partnerkommunen zusammengefunden: Eberswalde, die Gemeinde Schorfheide und die Ämter Biesenthal-Barnim, Britz-Chorin-Oderberg und Joachimsthal. Gemeinsam mit dem deutschlandweit bekannten Waldpapst Rolf Spittler wurde ein Konzept entwickelt, das im Rahmen des Leader-Programms der Europäischen Union gefördert wurde.

Aus Natur ein Erlebnis machen

Der Rundweg zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er durch unterschiedliche, jedoch zusammenhängende Naturräume führt. "Sie kommen durch dichte Laubwälder; dann durch Kiefernwälder, die würzig riechen. Sie haben Naturpfade am Bach oder einem Kanal entlang, zwischendurch gibt es verschiedene Sehenswürdigkeiten", so Stephan Durant vom Tourismusverein Naturpark Barnim. Die Etappen sind 15 bis 27 Kilometer lang und somit ist der gesamte Weg in einer Woche zu schaffen. Wer möchte, kann die Etappen auch einzeln erlaufen. Am Anfang und Ende jeder Etappe gibt es Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel.

Wandern und Wasser

Aus Eberswalde raus geht es vorbei am Nonnenfließ rein in den Naturpark Barnim. "Ganz schön ist, dass wir rund um Biesenthal sandige Wege haben, wo man im Sommer auch barfuß laufen kann", erklärt Durant. Vom Karibik-Feeling der sandigen Wege geht es weiter Richtung Joachimsthal. Hier geht es auf Naturpfaden am Werbellinkanal entlang. "Wer eine Pause für die Beine braucht, kann ab Marienwerder aus ins Paddelboot umsteigen oder ganz gemütlich mit der Fähre über den Werbellinsee übersetzen", empfiehlt er.

Die Schorfheide ist Eizeitland

Auf der Biorama-Aussichtsplattform in Joachimsthal kann der Wanderer in einem 360-Grad-Panorama sehen, wo ihn die vierte Etappe hinführt - ins Eizeitland. "Wie die letzte Eiszeit vor 15.000 Jahren die Naturräume hier geprägt hat, zeigt der Verein Geoparkzentrum in Groß Ziethen in einer Ausstellung inklusive eines nachgebildeten Gletschertunnels", sagt Christine Leuschner, Tourismusbeauftragte des Amtes Joachimsthal. Auf dieser Etappe liegt auch das UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin. Neben 100 Jahre alten Buchen befinden sich im Forst versteckte Moore und kleine Seen.

Landkultur entdecken

Neben den Naturerlebnissen soll der Rundwanderweg auch Einblicke in die Landkultur der Region geben. "Das ehemalige Zisterzienserkloster Chorin, das als eines der Hauptwerke der norddeutschen Backsteingotik gilt, gehört dabei zu den architektonischen Sehenswürdigkeiten", so Durant. Von hier aus geht es durch ein Waldstück, an dessen Ende sich das über seine Grenzen bekannte Ökodorf Brodowin befindet. Auf dem größten Demeter-Hof Deutschlands finden auch regelmäßige Führungen statt. "Das, was allerdings mich am meisten zum Staunen gebracht hat, ist das Schiffshebewerk in Niederfinow", erklärt Durant. Es zeuge von der weit verbreiteten Industriekultur rund um Eberswalde.

Apropos Genuss

Die Streckenlängen des Rundwanderwegs sind so geschnitten, dass für Hofläden und regionale Küche genügend Zeit übrig bleibt. "Wir haben den Weg so gelegt, dass es immer Übernachtungsmöglichkeiten am Etappenziel und –anfang gibt und genügend Gastronomie. Viele bieten auch Lunchpakete zum Mitnehmen an", so Anke Bielig von der Gemeinde Schorfheide. Die Streckeninformationen wie auch ein Gastgeberverzeichnis seien in der Broschüre "Rund um die Schorfheide" zusammengefasst.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.05.2021, 14:10 Uhr

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