Märkisch-Oderland - Bau der Rüdersdorfer Test-Wasserstoff-Kaverne kommt voran

EWE Bohrturm Rüdersdorf Wasserstoff Kaverne
Bild: Eva Kirchner/rbb

Noch ist die Testkaverne in Rüdersdorf noch nicht einmal fertig und die Versuche zur Wasserstoffspeicherung haben noch nicht einmal begonnen, doch der Energiedienstleister EWE ist schon in Sondierungen zur Nachnutzung der unterirdischen Speicheranlage.

Das Energieunternehmen EWE liegt nach eigenen Angaben mit seinem Untergrund-Wasserstoffspeicher in Rüdersdorf bei Berlin im Plan. Seit Anfang des Jahres werde in rund 1000 Meter Tiefe der Speicher im Salzgestein gebaut, sagte Stefan Dohler am Montag zum veröffentlichten Jahresrück- und Ausblick der EWE-Region Brandenburg/Rügen. In der Kaverne solle 100 Prozent reiner Wasserstoff ein- und ausgespeichert werden.

Testergebnisse sollen Massentauglichkeit nachweisen

Ziel des Forschungsprojektes "HyCAVmobil" ist es nach den Angaben, grünen, aus erneuerbaren Energien erzeugten Wasserstoff in großen Mengen speicherfähig und bedarfsgerecht nutzbar zu machen. Die Erkenntnisse aus der Forschungskaverne, die im kommenden Jahr erwartet werden, will das Energieunternehmen nutzen, um zukünftig unterirdische Kavernen mit dem 1000-fachen Volumen für die Speicherung von Wasserstoff zu nutzen.

EWE verhandelt über Nachnutzung

In 1000 Meter Tiefe sind derzeit Stahlrohre eingebaut und zementiert worden. Im Herbst soll nach den Angaben die Aussolung - Ausspülung des Salzstockes - beginnen, die derzeit vorbereitet werde.

Mit dem Energieunternehmen Enertrag, dem Baustoff-Konzern Cemex und dem Unternehmen Sunfire ist man nach Firmenangaben für die Nachnutzung der Testkaverne im Gespräch. Das Konsortium plant in Rüdersdorf künftig die Herstellung von synthetischem Kerosin aus grünem Wasserstoff und Kohlendioxid. Die Nutzung des Wasserstoffspeichers von EWE als Zwischenlagerstätte werde geprüft.

EWE mit Sitz im niedersächsischen Oldenburg versorgt im Nordwesten Deutschlands, in Brandenburg und auf Rügen sowie in Teilen Polens rund 1,4 Millionen Kundinnen und Kunden mit Strom, rund 0,7 Millionen mit Erdgas sowie rund 0,7 Millionen mit
Telekommunikationsdienstleistungen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.06.2021, 12:30 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    "Das Konsortium plant in Rüdersdorf künftig die Herstellung von synthetischem Kerosin aus grünem Wasserstoff und Kohlendioxid. " Eine sinnvolle Anwendung des Wasserstoffs, da alternative Antriebe für Flugzeuge noch ferne Zukunftsmusik sind. Auch die Zementherstellung selber könnte ein Anwendungsgebiet werden. Heidelberger Zement ist in der Richtung bereits aktiv.

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