Interview | Frankfurt (Oder) weitet Kernzonen gegen Schweinepest aus - "Über den Helenesee hinaus, weil wir westlich der B112 Funde hatten"

Bürgermeister Frankfurt (Oder) Ulrich Junghanns
Audio: Antenne Brandenburg | 02.07.2021 | Sarah Schiwy | Bild: Michael Lietz/rbb

In und um Frankfurt (Oder) werden immer mehr tote Wildschweine entdeckt, die aufgrund einer Infizierung mit der Afrkanischen Schweinpest (ASP) verendeten. Neben dem Land will auch die Oderstadt den Schutz verstärken, erklärte Bürgermeister Claus Junghanns.

rbb|24: Das Land will von der Uckermark bis nach Spree-Neiße einen zweiten Zaun in 500 Meter Abstand zur bereits bestehenden Ost-West-Barriere an der Oder bauen. Was haben Sie jetzt geplant?

Claus Junghanns: Wir bauen in Frankfurt keinen zweiten Zaun, sondern wir stellen zwei verschiedene Zaunlinien auf. Das ist aber nicht der zweite Zaun, den das Land baut. Der entsteht an der Landstraße 37 von Oder-Spree nach Märkisch-Oderland.

Also zwei zweite Zäune? Offenbar gibt es in Frankfurt (Oder) eine spezielle Situation. Wie wird der genaue Verlauf sein, direkt durch die Stadt?

In Frankfurt (Oder) werden wir in den nächsten Wochen zwei neue Zaunverläufe haben. Wir bauen jetzt an der Bundesstraße B112 von Brieskow-Finkenheerd kommend an die südliche Frankfurter Stadtgrenze heran und dann weiter nördlich an der Stadtgrenze entlang in Richtung Lebus an der B112 weiter. Darüber hinaus wird es eine weitere feste Barriere von Müllrose kommend an der B87 entlang und weiter an den Frankfurter Ortsteilen nach Norden geben. Dass heißt, wir werden keinen Zaun direkt durch das Frankfurter Stadtgebiet aufstellen, sondern wir sind auf Freiflächen und auf dem Areal im Westen um die Ortsteile entlang unterwegs.

Die Zäune entstehen also um die Innenstadt. Aber wieviel Zaun-Kilometer muss die Stadt jetzt errichten? Wie viel kostet das?

Wir rechnen da momentan mit ungefähren 800.000 Euro für beide Zäune. Das werden dann zehn bis zwölf Kilometer sein.

Zaunbau Ausweitung entlang der B112
Westlich der B112 gab es jetzt auch ASP-Fundstellen mit verendeten Wildschweinen. | Bild: Michael Lietz/rbb

Damit kostet eine Zaunmeter zwischen 66 und 80 Euro. Das ist eine Menge. Ist dieser Aufwand wirklich notwendig?

Wir haben aktuell 136 bestätigte ASP-Fälle im Frankfurter Stadtgebiet. Das heißt in den Flächen, die als Kerngebiete ausgewiesen sind. Wir geben am Freitag auch eine Tierseuchen-Allgemeinverfügung raus, in der das Kerngebiet im südlichen Bereich Frankfurts erweitert wird. Das wird ausgedehnt über den Helenesee hinaus, weil wir westlich der B112 Funde hatten und das Kerngebiet deshalb ausgeweitet werden muss. Das bedeutet, dass die Regeln strenger werden. Dann ist dort das Betreten des Waldes und der offenen Landschaft generell untersagt.

Danke für das Gespräch!

Das Interview mit Claus Junghanns führte Michael Lietz, Antenne Brandenburg.

Das Gespräch ist eine gekürzte und redigierte Fassung

Sendung: Antenne Brandenburg, Antenne am Nachmittag, 02.07.2021, 16:10 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Erst der Helenesee gesperrt, jetzt der Wald und alle Freiflächen und damit alle Zugänge auch zur Katja. Sommer, Sonne, 30 Grad - ohne Baden. Zu DDR-Zeiten fühlte ich mich weniger bevormundet und eingesperrt. Urlaub in Deutschland, in pandemiezeiten propagiert, wird hier unmöglich gemacht. Ein Dauercamper an der Helene

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