Zwischenbilanz zur Saison im Seenland Oder-Spree - Der Urlaubstourismus boomt, aber 25 Prozent der Fachkräfte fehlen

Leere Sonnenliegen im "Hotel am See" in Wendisch Rietz am Scharmützelsee
Bild: Eva Kirchner-Rätsch/ rbb

Nach den Lockerungen der Corona-Einschränkungen sind Hotels und Ferienwohnungen in den Sommerferien in Oder-Spree wieder gut gebucht. Probleme bereitet hingegen der Tagungstourismus, und auch viele Fachkräfte haben umdisponiert.

Das Seenland Oder-Spree bleibt bei Urlaubern auch nach dem langen Corona-Lockdown beliebt. Der gleichnamige Tourismusverband verzeichnet eine sehr gute Auslastung von Hotels und Pensionen, vor allem in landschaftlich attraktiven Regionen, sagte Geschäftsführerin Ellen Rußig zu Wochenbeginn dem rbb.

Urlaub top, Geschäftsreisen mau

"Wir haben eine gute Belegung in den Ferienparks- und Wohnungen, aber auch im Hotel", so Rußig. "Wir merken eine Überschneidung von Gästen, dass jetzt auch die Leute, die sonst die Ferien für Urlaub meiden, jetzt in dieser Zeit Urlaub machen." Auch die Zahlen der Tagestouristen seien nach wie vor hoch.

Allerdings würden sich manche Gäste in der freien Natur aktuell rücksichtslos verhalten. Gerade im Berliner Umfeld, Naturparks und Schutzgebieten werde häufig Müll hinterlassen. Darüber hinaus würden einige Ausflügler mit ihren Fahrzeugen in Wälder und an Badestellen heranfahren. Vor allem in geschützten Gebieten dürfe nicht jeder baden, angeln oder campen wie er möchte, sagt Rußig. Sie appelliert an die Touristen, sich an die Regeln zu halten. Sollten Apelle nichts nützen, müssten bei verstärkten Kontrollen notfalls auch Ordungsgelder verhängt werden.

Neben den Urlaubsreisenden laufe hingegen die Nachfrage nach Übernachtungen in Städten noch durchwachsen. So könne man besonders beim Geschäftstourismus bei weitem noch nicht an die Umsätze der vergangenen Jahre anknüpfen.

Fachkräftemangel sorgt für Probleme

Sorgen bereitet der Branche allerdings der Fachkräftemangel, der sich durch die Corona-Krise noch verschärft hat. Einige Hotels oder Gaststätten konnten bisher noch nicht wieder öffnen oder arbeiten mit eingeschränkten Öffnungszeiten, da sie kein Personal haben. "Wir hatten auch schon vor Corona ein Fachkräfte-Problem und Unternehmen häufig auf der Suche waren", sagt die Geschäftsführerin. Nun hätten sich die Probleme weiter verschärft. Laut Rußig gehen Schätzungen davon aus, dass sich zwischen 20 bis 25 Prozent der Arbeitnehmer andere Arbeit gesucht haben.

Grund dafür seien bei vielen in der Branche Unsicherheiten bei Auftragslagen und Einkommen gewesen. "Zwar haben einige Betriebe das Kurzarbeitergeld auf 100 Prozent aufgestockt. Aber gerade in der Gastronomie und Hotellerie fehlen halt auch Trinkgelder". Ellen Rußig geht davon aus, dass der Fachkräftemangel trotz Erholung im Tourismussektor auch zukünftig bestehen bleiben werde.

Sendung: Antenne Brandenburg, 13.07.2021, 09:30 Uhr

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