Märkisch-Oderland - Altfriedland feiert 750. Bestehen ohne Gäste

Blauer Himmel über der Klosterkirche. Die Klosterkirche ist die ehemalige Kirche des Zisterzienserinnen-Klosters Friedland. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 05.08.2021 | Eva Kirchner-Rätsch | Bild: dpa/Patrick Pleul

Altfriedland und seine Ortsteile Gottesgabe, Karlsdorf und Neufriedland begehen trotz Einschränkungen ihr 750. Bestehen. Über das ganze Wochenende sind unterschiedliche Veranstaltungen geplant. Besucher von außerhalb dürfen allerdings nicht kommen.

Die Erfahrungen der vergangenen Monate haben gezeigt, dass sich Planungen für Feiern und Feste aufgrund der Corona-Pandemie schwierig gestalten können. Viele Veranstaltungen mussten seit dem Frühjahr 2020 verschoben oder gar abgesagt werden. Nun steht in Altfriedland bei Neuhardenberg (Märkisch-Oderland) das 750. Bestehen an. Ein kleiner Ort mit rund 400 Einwohnern und einer Jahrhunderte-alten Fischerei-Tradition.

Tradition verpflichtet

Die Geburtstagsfeier findet zwar statt, aber sie fällt lange nicht so groß aus, wie ursprünglich geplant. Doch gefeiert werden soll, komme was wolle. Diesen Plan hat Altfriedlands Ortsvorsteher Dieter Arndt eigentlich seit Anfang des Jahres. "Die Altfriedländer haben eine lange Geschichte und es gab gute und schlechte Zeiten. Aber die Einwohner haben sich immer wieder aufgerappelt und gezeigt, dass es geht."

Nur wie es gehen kann, das war in den letzten Monaten kaum abschätzbar. Nun allerdings sieht es gut aus. Schon am kommenden Freitag geht es los, so Christiane Arndt-Pernau vom Organisationsteam. So soll es am Abend eine Andacht in der Kirche und schließend Musik geben. "Am Samstag gibt es Programm auf dem Dorfplatz", so Arndt-Pernau. "Es kommen kleine, kulinarische und auch künstlerische Höhepunkte mit dazu."

Gäste dürfen nur ins Kloster

Allerdings gibt es zumindest für Gäste einen Wehmutstropfen: Das kleine Dorffest am Samstag ist ausschließlich für die Dorfbewohner gedacht. Nur so lässt sich die Gästezahl eingrenzen, erklärt Ortsvorsteher Arndt. Der hat sich auch intensiv mit der Geschichte des Ortes befasst. "Es gab eine alte, slawische Fischersiedlung. Wann genau, ist nicht bekannt. Aber die erste urkundliche Erwähnung ist 1271 als einige Landstücke an das Kloster Friedland gegangen sind." Und dieses einstige Zisterzienser - Nonnenkloster beziehungsweise seine Ruine prägt den Ort bis heute - auch im Jubiläumsjahr. Gäste sind hier jederzeit und somit auch am Wochenende willkommen. Am Sonntag soll es anlässlich des Geburtstages in der Klosterkirche ein Sonderkonzert geben. Das ist gleichzeitig Auftakt der traditionellen Kloster-Konzertreihe [www.kultur-altfriedland.de].

Insgesamt bietet das kleine Altfriedland also viele Möglichkeiten entdeckt zu werden. Sei es beim Konzert am Sonntag oder bei einer Wanderung, macht Kathrin Fischer von der Kirchengemeinde Lust auf ihren Heimatort: "Meine große Runde ist immer einmal um den Klostersee mit kurzem Abstecher an den Badestrand. Ansonsten gibt es noch den Verein 'Langes Haus', der regelmäßig Wanderungen anbietet." Zudem gibt es eine gemütliche Klosterschänke, wo sich die Einkehr stets lohnt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 05.08.2021, 14:10 Uhr

Beitrag von Eva Kirchner-Rätsch

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