Wandlitz und Hohen Neuendorf - Neue Stolpersteine erinnern an Verfolgte des NS-Regimes

Künstler Gunter Demnig (l) und ein Helfer verlegen die Stolpersteine. (Quelle: dpa/Jonas Walzberg)
Bild: dpa/Jonas Walzberg

In den Gemeinden Wandlitz (Barnim) und Hohen Neuendorf (Oberhavel) werden am Donnerstag Stolpersteine zum Gedenken an die Verfolgten und Ermordeten des Nationalsozialismus verlegt.

In Wandlitz erinnert der Stein an den Kommunisten Karl Schweitzer. Er hatte sich gewerkschaftlich engagiert und beteiligte sich 1918 an der Novemberrevolution, später trat er der Kommunistischen Partei bei. Nach einer Denunziation wegen angeblicher Wehrkraftzersetzung wurde Schweitzer 1942 im Alter von 56 Jahren im Zuchthaus Berlin-Pötzensee hingerichtet.

In Hohen Neuendorf erinnern die Stolpersteine an Laura Ullmann und Willy Gerber, die als Juden unter dem Nazi-Regime litten. Laura Ullmann starb 1941 mit 38 Jahren in ihrem Haus in Hohen Neuendorf. Willy Gerber wurde im März 1943 nach Auschwitz deportiert und dort vier Monate später ermordet.

Hingerichtet wegen des Vorwurfs der Feindbegünstigung

Ein dritter Stolperstein erinnert an Arthur Magnor, der einer Widerstandsorganisation angehört hatte. 1944 versteckte er einen russischen Kriegsgefangenen auf seinem Grundstück. Daraufhin verurteilten ihn die Nationalsozialisten wegen landesverräterischer Feindbegünstigung. Er wurde 1945 in Brandenburg-Görden hingerichtet.

In Brandenburg und Berlin erinnern über 1.100 Stolpersteine an die Opfer des Nationalsozialismus.

 

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.08.2021, 6:30 Uhr

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