Internationale Deutsche H-Boot Meisterschaft in Bad Saarow - Mit Hoffnung auf Wind im Meisterschafts-Rennen über den Scharmützelsee

Internationale Meisterschaft H-Boote in Bad Saarow
Audio: Antenne Brandenburg | 16.09.2021 | Eva Kirchner-Rätsch | Bild: Eva Kirchner-Rätsch/rbb

Die H-Boote als größte Kielbootklasse sind Regatta-tauglich, aber auch für Familientouren geeignet. Doch statt gemütlicher Ausfahrt liefern sich in dieser Woche 34 Teams am dem Scharmützelsee einen Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Von Eva Kirchner-Rätsch

Segelboot sind auf dem Scharmützelsee besonders in den Sommermonaten wirklich keine Seltenheit. Doch so viele gehisste Segel wie derzeit sind auch für die Bad Saarower nicht alltäglich. Noch bis zum Freitag wird dort die 41. Internationale Deutsche Meisterschaft der H-Boote ausgetragen. Am ersten Wettkampftag am Mittwoch haben die 108 Wassersportler in 34 Teams insgesamt drei Rennen absolviert.

Das Glück mit dem Wind

Nun ging es für die Wettkämpferinnen und Wettkämpfer erneut auf's Wasser. Statt einem lauen Lüftchen warten diese auf eine kräftige Brise - am liebsten aus Nord oder Süd. Doch lange auf den passenden Wind warten geht im Rennen um die Meisterschaft nicht. Die Segler müssen nehmen was da kommt, weiß der amtierende deutsche Meister Thilo Beuster: "Der See liegt relativ tief und ist von Bäumen umgeben. Da dreht und wechselt die Windrichtung ständig. Alle haben das gleiche spiel und da braucht es halt auch ein bisschen Glück."

Doch Glück allein führt natürlich nicht zum Sieg. Und auch der Umstand, dass der Fürstenwalder und sein Team im Heimatrevier die Titelverteidigung anpeilen, hilft wenig. Einen echten Heimvorteil gibt es nämlich nicht, so der stellvertretende Wettkampfleiter Thomas Rottenberg. "Es kommt darauf an, wie man als Segler den See und den Wind lesen kann."

Mit Tempo wenig Punkte sammeln

Deshalb haben auf dem Scharmützelsee auch weit angereiste Teams durchaus gute Chancen. Die kommen zwischen Nordsee und Alpen mit ihren Segelyachten aus ganz Deutschland nach Oder-Spree. Dazu zählen etwa Finn und Lasse Kenter. Die Brüder kommen aus Bayern. Ihr Heimatrevier ist der Starnberger See und bei der Weltmeisterschaft vor wenigen Wochen in Dänemark haben sie einen achtbaren zehnten Platz errungen. Das Segelrevier Scharmützelsee kennen sie nicht. Trotzdem weiß Steuermann Finn ziemlich genau, worauf es jetzt ankommt: "Man braucht ein Windrad oder ein Schornstein, wo der Wind sichtbarer ist und erkennen kann, wo der Wind herkommt."

Eine Taktik, die sich anscheinend auszahlt. Am Donnerstagmittag liegt das Brüder-Team auf dem zweiten Platz und ist damit dem selbstgesteckten Ziel schon ziemlich nahe. Sie peilen am Ende eine Position unter den besten Drei an, so der 19-jährige Lasse.

Doch zunächst gilt es, noch fünf weitere Wettfahrten zu absolvieren. Und dann ist da ja auch noch das Team um den amtierenden deutschen Meister. Das will sich so schnell nicht geschlagen geben, sagt ein kampfeslustiger Wolfgang Karg: "Wir haben eine sehr starke Konkurrenz, wollen aber alles versuchen."

Am Ende geht es bei den Teilnehmenden der 41. Internationalen Deutschen Meisterschaft der H-Boote ausschließlich um die Schnelligkeit und die Jagd auf möglichst wenige Punkte. Denn das Team mit der kleinsten Punktzahl gewinnt die Meisterschaft auf dem Scharmützelsee.

Sendung: Antenne Brandenburg, 16.09.2021, 14:40 Uhr

Beitrag von Eva Kirchner-Rätsch

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