Höchste Inflation seit 30 Jahren - Preisanstieg macht sich auch bei Lebensmitteln bemerkbar

Mi 01.09.21 | 17:53 Uhr | Von Elke Bader
  5
Ein Einkaufswagen mit Produkten ohne Plastikverpackung (Quelle: rbb/Bettina Rehmann)
Audio: Antenne Brandenburg | 01.09.2021 | Elke Bader | Bild: rbb/Bettina Rehmann

Fleisch, Obst und Gemüse sind in Deutschland so teuer wie lange nicht. Gründe dafür sind unter anderem gestiegene Energiepreise und teure Futtermittel. Damit wird auch der Besuch im Supermark für viele Brandenburger zur Schnäppchenjagd. Von Elke Bader

Die Inflation ist in Deutschland auf dem höchsten Stand seit 1993. Im Vergleich zum Vorjahresmonat beträgt die Steigerung laut Statistischem Bundesamt ein Plus von 3,8 Prozent. Damit steigen auf für Verbraucherinnen und Verbraucher der Preise merklich.

Die Einkaufswagen rollen vollgepackt mit Lebensmitteln aus einem Supermarkt in Seelow (Märkisch-Oderland). Gerade die sind teurer geworden stellt eine Kundin mit Blick auf ihre Waren fest. Eine andere berichtet, dass sie aufgrund der gestiegenen Preise vermehrt auf Angebote achtet. Die beiden Frauen haben sich offensichtlich auf die höheren Preise eingestellt und die Prospekte in den Wochenzeitungen werden zur regelmäßigen Lektüre.

Hohe Futterpreise und Energiekosten

Besonders für Obst, Gemüse und Fleisch müssen Verbraucherinnen und Verbraucher derzeit mehr bezahlen. Das liegt auch an den stark gestiegenen Energiekosten, erklärt Landwirt Frank Groß von der Agrargenossenschaft Ranzig im Landkreis Oder-Spree. "Unser Betrieb hat durch die CO2-Bepreisung im Jahr höhere Kosten von ungefähr 25.000 Euro. Des Weiteren sind die Eiweiß-Futtermittel sehr teuer geworden, und das schlägt sich dann auf die Preise nieder." Insbesondere auf Wurst- und Fleischpreise, sagt Frank Groß weiter. Denn die Agrargenossenschaft produziert auf ihren Feldern das Futter für ihre Rinder und Schweine. Deren Fleisch wird in eigenen Landfleischereien verarbeitet und verkauft.

Schnitzel, Steaks und frischen Salat serviert Gastwirt Jens Wandel seinen Gästen im Restaurant "Zum Storchennest" in Jahnsfelde bei Seelow. Sein Anspruch ist täglich frisch und vor allem regional zu kochen. "Wir kriegen aus Diedersdorf vom Bauern Kräuter, Gemüse und Salat. Der hat natürlich auch die Preise erhöht."

Höhere Preise, die der Gastwirt aber nicht an seine Gäste weitergibt. Grund dafür ist, dass Wandel die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent derzeit nicht an den Staat abführen müsse. "Der Kunde profitiert davon, dass wir jetzt diese Prozente nicht auf jedes Essen haben. Und damit können wir diese Preissteigerung abfedern."

Erholung erst 2022

Wie lange die günstigen Steuersätze für die Gastronomie noch gelten, ist weiter unklar, sagt Jens Wandel. Gastronomen, Landwirte und Verbraucher vertrauen daher auf die Expertenmeinung. Fachleute schätzen, dass sie nach einer weiteren Steigerung auf bis zu fünf Prozent am Jahresende erst 2022 wieder nachgeben werde.

Sendung: Antenne Brandenburg, 01.09.2021, 14:40 Uhr

Beitrag von Elke Bader

5 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 5.

    Macht euch noch weiter lustig ueber arme Leute, die jeden Euro umdrehen müssen. Wohnen muss man, essen auch, zum wegschmeissen gibt es nichts.
    Wenn ihr in eurem Wohlstand zuviel habt, dann spendet gefaelligst oder reist das Maul nicht soweit auf.
    Erst das Gehirn einschalten, wenn man eins hat und dann etwas von sich geben, sonst funktioniert das nicht .

  2. 4.

    Ja eben, Sandra. Und solange die Menschen jährlich Lebensmittel im hunderte-Millionen-Tonnen-Bereich wegwerfen, kann's so schlimm nicht sein mit der 'Hungersnot' in Deutschland. ;)

  3. 3.

    Meine Güte - Drama Baby! Lebensmittel sin in Deutschland unglaublich billig - jedenfalls die Grunsnahrungsmittel und wenn man selber kocht. Da kann ich das Jammern echt nicht nachvollziehen. Nach dem Krieg machten die Kosten für Lebensmittel ca. 50% des Einkommens aus - und heute? 1kg Mehl für 39 Cent - selbst wenn das morgen 60 Cent kostet - ja und? Die Mieten - die sind doch das was uns aus den Socken haut!

  4. 2.

    Damit ist ja wohl auch das Kriterium für die Nullzinspolitik vom Tisch, was gerade uns Kleinsparer n und Rentenvorsorgern den Hals bricht. Guthaben werden jetzt immer weniger wert, gerade jetzt im letzten Lebensabschnitt. Aber im Alter muss man ja auch nicht in Urlaub und soviel essen ist auch nicht gesund. Heizung ist überbewertet und Wohnung am brsten ein Zimmer oder Weniger.

  5. 1.

    "Preisanstieg macht sich auch bei Lebensmitteln bemerkbar..."
    Ja, wie bei allen Artikeln, bei denen die - Dank erhöhter Energieabgaben für den Transport - gestiegenen Kosten an den Verbraucher weitergegeben werden ...

Nächster Artikel