Eisenhüttenstadt - Ausbildung in Gesundheitsschule hat nach erfolgreichem Abschluss Jobgarantie

Eine PTA-Klasse in Eisenhüttenstadt beim Unterrichet. (Quelle: Michael Lietz/rbb)
Michael Lietz/rbb
Audio: Antenne Brandenburg | 13.10.2021 | Georg-Stefan Russew | Bild: Michael Lietz/rbb

Der Bedarf nach medizinisch-geschultem Personal ist nicht nur in Brandenburg enorm. Es gibt für Absolventen der Gesundheitsschule Eisenhüttenstadt fast eine eingebaute Jobgarantie. Ein Viertel der neuen Azubis hat mittlerweile Migrationshintergrund. Von Michael Lietz

Angehende Pharmazeutische Technische Assistenten kann Brandenburg gut gebrauchen, wie überhaupt fertigausgebildete Fachkräfte in Gesundheits- und Pflegeberufen stark nachgefragt sind. An der Gesundheitsschule in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) werden sie ausgebildet oder erhalten erste Grundkenntnisse. Noch nie war der Ausländeranteil unter den Schülerinnen und Schülern so hoch, wie gerade jetzt.

Die 21-jährige Rima Aosi zum Beispiel floh vor sieben Jahren vor dem Krieg in ihrer Heimat Syrien. Sie hat in Fürstenwalde Abitur gemacht und wird zur Pharmazeutisch-Technischen Assistentin, kurz PTA, ausgebildet. Nach dem Abschluss wird die Kurdin in einer Apotheke arbeiten. Das ist ihr Traumberuf, sagte Rima: "Ich habe zwei Praktika in Apotheken gemacht, habe dort gesehen, wie Salben, Medikamente und Zäpfchen hergestellt werden - eben alles was mit Pharmazie zu tun hat - und da habe ich gesagt, das ist mein Beruf."

Hälfte haben ausländische Wurzeln

In ihrer PTA-Klasse hat etwa die Hälfte der Schülerinnen und Schüler ausländische Wurzeln - auch Svetlana Cam. Sie ist mit ihren Eltern aus Kirgisistan nach Brandenburg gekommen. Nun schult sie noch einmal um, auch wenn ihr vor allem noch die deutschen Fachbegriffe schwerfallen. "Doch, doch - es gibt noch viele Probleme mit der Sprache und diesen Fachbegriffen. Ich muss dafür schon viel lernen", sagte Cam.

18 Nationen vertreten

148 neue Schüler haben an der Gesundheitsschule Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) vor einer Woche ihre Ausbildung begonnen, rechnete Personal-Chefin Doreen Schneider vor. Der Ausländeranteil beträgt 25 Prozent - so hoch wie noch nie. Die Schüler kommen aus insgesamt 18 Nationen und lassen sich in Pflege-, Pharma- und Medizin-Berufen ausbilden. "Es gibt auch Lerngruppen. Viele sind bei uns im Wohnheim untergebracht und dann finden sich die zusammen, lernen gemeinsam. Sie sitzen viel in ihrer Freizeit und arbeiten den Unterrichtsstoff nach. Sie sind sehr fleißig und das spiegelt sich auch in den Leistungen wider", freute sich Schneider.

Nach Ausbildung gibt es Job-Garantie

Die meisten Schülerinnen und Schüler kommen aus Syrien, aber auch aus Kamerun, Afghanistan oder Somalia. Ohne sie befürchtet Lehrerin Heidi Paschke, wäre der Fachkräfte-Mangel noch viel größer. Man komme schon jetzt mit der Ausbildung nicht hinterher. "Wir haben dieses Jahr 15 Schüler fertig entlassen. Wenn sie sich vorstellen, dass im Moment über 70 PTAs in Brandenburg gesucht werden, dann ist das Problem natürlich klar", so Paschke weiter.

Rima wird erst in drei Jahren mit der Ausbildung fertig sein. Einen Plan, was danach kommt, hat sie aber schon. "Mein Ziel ist es, Pharmazie zu studieren. Also ich höre nicht nach dieser Ausbildung auf. Ich mache weiter. Ich hoffe, dass ich später eine eigene Apotheke habe", sagt Rima.

Die Gesundheitsschule wirbt damit zwar nicht, dennoch ist es Fakt. Wer die Ausbildung schafft, hat danach eine Job-Garantie.

Sendung: Antenne Brandenburg. 13.10.2021, 14:40 Uhr

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