Nach rassistischen Entgleisung beim Kreispokal - Ehemalige Pfarrerin warnt vor genereller Diskreditierung Joachimsthals

Archiv: Blick auf den Wasserturm mit Aussichtsplattform und Fahrstuhlaufzug vom Biorama-Projekt in Joachimsthal. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)
Audio: Antenne Brandenburg | 12.10.2021 | Beatrix Spreng | Bild: Patrick Pleul/dpa

Die ehemalige Joachimsthaler Pfarrerin Beatrix Spreng hat davor gewarnt, Joachimsthal als rassistisch zu diskreditieren. Hintergrund sind entsprechende Vorfälle bei einem Kreispokal-Fußballspiel in Joachimsthal am vergangenen Freitag. Spieler waren dabei von Zuschauern mit diskriminierenden Sprechchören verhöhnt worden. Spreng, die sich seit Jahren gegen rechts in Joachimsthal engagiert, sieht das Problem aber nicht speziell in der Stadt. "Früher war es so, dass Rechtsextreme den Ort sozusagen auch besetzt hielten. Das war ein Klima der Angst. Und das ist jetzt eigentlich nicht mehr so", unterstrich Spreng.

Es habe am Samstag in Joachimsthal ein "schönes Fest" unter dem Motto: Nazis raus aus der Stadt! gegeben. Da sei eindeutig die Stadtbevölkerung vor Ort gewesen, unterstrich Spreng. "Es ist nicht gut, einen einzelnen Ort zu diskreditieren", sagte die ehemalige Pfarrerin dem rbb. Das gäbe diesen Kreisen nur noch mehr Macht. Spreng rief dazu auf, sich gegen jegliche Diskriminierung zu stellen. Betroffenen Menschen müsse aktiv in der Situation beigestanden werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.10.2021, 12:30 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Wer Sensibilisierung für Rechtsextremismus etc. mit pauschalisierenden Vorwürfen verwechselt, handelt wie eben jene Politiker*innen und Co. der '90'er, die sich bei entsprechender Thematisierung über vermeintliche Nestbeschmutzung beschwerten. Statt sich dem Problem zu widmen, entlastete man sich selbst. Auch hat man Rechtsextremismus nicht verstanden, wenn man glaubt, es sei ein Inidividualphänomen - es ist obligatorisch immer auch ein gesellschaftliches. Man kann also die Verantwortung der jeweils Agierenden weder auf alle Ortsansässigen übertragen noch kann man der Zivilgesellschaft gestatten, die Mitverantwortung dafür einfach wegzudelegieren. Rechtsextremismus muss nicht erst anreisen oder "importiert" werden.

    An Medienschaffende wiederum gilt der Auftrag, bei der Sensibilsierung auch das Verhältnis zu berücksichtigen. Man kann z.B. nicht von gespaltener Gesellschaft sprechen, wenn bei einer BTW erneut 90% nicht rechtsextrem wählen. Die Einordnung ist relevant.

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