Verunreinigtes Wasser - Duschen in der Schlaubetal-Halle wegen Legionellen weiter gesperrt

Do 21.10.21 | 15:46 Uhr
Keime (Quelle: rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 21.10.2021 | Amtsdirektor Mario Quast | Bild: rbb

Die Schaubetal-Halle in Müllrose (Oder-Spree) bleibt weiterhin eine Baustelle. Seit Oktober vergangenen Jahres sind die Duschen wegen einer gesundheitsgefährdenden Konzentration an Legionellen nicht mehr nutzbar. Bisher sei es nicht gelungen, durch bauliche Maßnahmen die Verunreinigung zu verringern, sagte der Amtsdirektor von Müllrose, Mario Quast (FDP), am Donnerstag auf rbb-Anfrage.

Komplettes Gebäude wird untersucht

"Wir haben natürlich eine Gefährdungslage in der Schlaubetal-Halle", sagte Quast. Die Duschen seien für Schüler, Vereinsmitglieder und Sportler bereits seit längerem gesperrt. "Wir haben immer wieder versucht, durch Spülung, durch technische Veränderungen am gesamten Leitungssystem eine Verbesserung herzustellen", informierte der Amtsdirektor zu den Bauarbeiten der vergangenen Wochen und Monate.

Die Konzentration an Legionellen sei nach den ergriffenen Maßnahmen jeweils leicht zurückgegangen, so Quast weiter. Jedoch nur als ein kurzfristiger Effekt. "Wir sahen uns jetzt genötigt, noch einmal komplett das ganze Gebäude zu untersuchen und entsprechend jetzt auch Maßnahmen festzulegen, die umzusetzen sind.".

Sofortmaßnahmen ergriffen

In den vergangenen Wochen seien die ersten Sofortmaßnahmen umgesetzt worden, sagte Quast weiter. Dazu zähle insbesondere der Austausch der Armaturen. "Wenn wir diese Armaturen ausgetauscht haben, werden wir sofort auch in die chemische Desinfektion gehen", sagte Quast. Parallel dazu laufe bereits die Sanierung des Wasserkreislaufes was die Zirkulation und die Temperaturen betrifft.

Legionellen sind Bakterien, die ideale Wachstumsbedingungen bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius haben. Sie können wie andere Bakterien auch über die Atemwege in den menschlichen Körper gelangen und dort insbesondere zur Legionärskrankheit führen, die eine schwere Form der Lungenentzündung ist. Bei Wassertemperaturen oberhalb von 55 Grad wird das Wachstum der Bakterien wirksam gehemmt, bis es oberhalb von 60 Grad schließlich zum Absterben der Keime kommt.

Zeitpunkt der Freigabe noch offen

Daher sei auch in der Schlaubetal-Halle sofort überprüft worden, ob das Wasser in der Halle auch ausreichend erhitzt werde, so Amtsdirektor Quast weiter. "Das sind kurzfristige Maßnahmen, die bereits begonnen haben und die in den nächsten zwei bis drei Wochen abgeschlossen werden sollen." Dennoch sei es noch zu früh, um die Halle wieder für Vereine, die Schule oder die Handball-Mannschaft des HSG Schlaubetal-Odervorland freizugeben.

"Momentan kann ich das nicht verantworten. Dafür ist einfach die Gefährdung zu groß", betonte Mario Quast. Zumindest hätten die Vereine dafür Verständnis gezeigt, wie der Amtsdirektor berichtet. Wie lange der Kampf gegen die Legionellen dauern werde, sei schwer einzuschätzen. "Die Schwierigkeiten bei solchen Gebäuden, die eben schon einige Jahre auf dem Buckel haben, ist, dass ein sehr komplizierte Leitungssystem vorhanden ist und wir im Prinzip an eine General-Instandsetzung denken müssen", so Quast weiter.

Sendung: Antenne Brandenburg, Antenne am Nachmittag, 21.10.2021, 15:10 Uhr

Mit Material von Sabine Tzitschke

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