Preisverleihung - Schäfer Knut Kucznik erhält Brandenburger Naturschutzpreis

Mi 20.10.21 | 18:18 Uhr
Archivbild: Knut Kucznik, Schäfermeister aus Altlandsberg (Landkreis Märkisch-Oderland). (Quelle: Patrick Pleul/dpa)
Audio: Antenne Brandenburg | 20.10.2021 | Marie Stumpf | Bild: Patrick Pleul/dpa

Knut Kucznik hat in diesem Jahr den Brandenburger Naturschutzpreis erhalten. Der Schäfer setze sich in beispielhafter Weise für die Natur und für den Artenschutz ein, betonte Umweltminister Axel Vogel (Grüne) bei der Preisverleihung.

Die von den Knut Kucznik bei Altlandsberg (Märkisch-Oderland) bewirtschafteten Flächen zählten heute zu den wertvollsten in ganz Brandenburg. "Das gibt es meines Wissens nirgendwo anders in Deutschland", sagte Marc Thiele von der Stiftung Naturschutzfond Brandenburg, die den Preis jährlich verleiht. Gemeint ist die Bewirtschaftung der Flächen im Zusammenspiel mit der Nutztierhaltung. Auch werde durch den Schäfer seit Jahren bewiesen, dass ein gutes Nebeneinander vor landwirtschaftlicher Tierhaltung und Wolf möglich sei, wie es am Mittwoch bei der Preisverleihung hieß.

Wasserbüffel sorgen für Population seltener Pflanzen

Kucznik, der auch Vorsitzender des Schaftzuchtverbandes Berlin-Brandenburg ist, ist seit 1997 mit seinen Tieren auf artenreichen Trockenrasen und in Niedermooren im Raum Altlandsberg unterwegs. Doch vor zwölf Jahren wurden seine Weidenflächen im Rahmen eines europäischen Projektes vermoort und damit für seine Schafe zu nass – nicht jedoch für Wasserbüffel.

Knut Kucznik mit seinen Wasserbüffeln. (Quelle: Marie Stumpf/rbb)
| Bild: Marie Stumpf/rbb

Für die Pflege seiner besonders feuchten und nassen Flächen setzt Kucznik daher mittlerweile 71 Wasserbüffel ein. "Die sorgen wirklich für ganz abgefressene Moore", erklärt der Preisträger im Gespräch mit dem rbb. Dadurch wachsen deutlich mehr Ableger des Großen Wiesenknopfs, einer überaus seltenen Pflanze aus der Familie der Rosengewächse. "Auf einmal konnten Pflanzen dort keimen, deren Samen schon 60 bis 70 Jahre im Boden gelegen hatten", berichtet der passionierte Schäfer von der Effizienz seiner Tiere.

Als Vorbild für andere Regionen

Doch damit nicht genug. Denn auch andere gefährdete Lebewesen würden von der Rückkehr der Pflanze profitieren. So zum Beispiel der Dunkle und Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, eine Schmetterlingsart, die den Großen Wiesenknopf als Lebensraum nutzt. Es gäbe zwar auch andere Standorte, wo die Pflanze wächst und der Schmetterling lebt, und die ebenfalls auf diese Art und Weise genutzt werden könnte, wie Marc Thiele einräumt, aber: "Also da könnte man die Erfahrung, die Herr Kucznik macht, in andere Regionen übertragen."

Die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg zeichnet seit 1998 Leistungen im Bereich des praktischen Naturschutzes, der nachhaltigen Landnutzug sowie der Umweltbildung aus. Und Knut Kucznik scheint wohl die Jury in allen Punkten überzeugt zu haben. Der Preis ist mit 4.000 Euro dotiert.

Sendung: Antenne Brandenburg, 20.10.2021, 16:10 Uhr

Mit Material von Marie Stumpf

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