Brandenburger Zukunftspreis - Wirtschaftskammern zeichnen innovative Unternehmen aus

Fr 12.11.21 | 18:50 Uhr
Phillip Scheffel ist der Geschäftsführer von APUS.
Video: Brandenburg Aktuell | 12.11.2021 | A. Oppermann | Bild: rbb / Elke Bader

Sechs Unternehmen wurden beim Wirtschaftswettbewerb "Zukunftspreis Brandenburg 2021" ausgezeichnet. Zwei davon befinden sich in Ostbrandenburg. Wie Apus mit einer Idee zum umweltfreundlichen Fliegen.

Am Freitagabend wurden sechs Gewinner von 12 Finalisten gekürt. Insgesamt bewarben sich in diesem Jahr 82 mittelständische Unternehmen aus Brandenburg für den Zukunftspreis. Unternehmen aus der Biotech- und Luftfahrtsparte sind ebenso vertreten wie Maschinenbauer, Tourismus-Dienstleister, Motorradhändler, Kaffeehersteller und Handwerksbetriebe. Die ausgewählten Unternehmen stehen laut Organisatoren für besondere Leistungen in der Ausbildung, bei der Nachfolge oder im Umgang mit Innovationen.

 

Umweltfreundlich um die Welt fliegen

Einer der Gewinner ist die Strausberger Firma APUS Aeronautical (Märkisch-Oderland). Sie entwickelt ein Flugzeug mit Wasserstoffantrieb. Geforscht und getestet wird bereits erfolgreich an kleineren Flugzeugen, sagt Geschäftsführer Phillip Scheffel von APUS Aeronautical.

In der Halle am Strausberger Flugplatz stehen Kleinflugzeuge, die bis zu zwei Tonnen schwer sind. Einige von ihnen sind noch gar nicht fertig, müssen noch vollständig zusammengesetzt werden. Phillip Scheffel will sie mit seinem Team von 30 Mitarbeitern zu schadstoffarmen Flugzeugen machen. Als Antrieben dienen Brennstoffzellen und Elektromotoren.

Das sei eine Revolution für die moderne Luftfahrt, sagt Scheffel. Dabei ist die Konstruktion des Wasserstofftanks die Herausforderung. Weil Wasserstoff ein großes Volumen hat und damit mehr Platz im Flugzeug braucht, erklärt Phillip Scheffel. Die Idee der Ingenieure ist es, den Wasserstofftank in einen speziell konstruierten Flugzeugflügel unterzubringen.

Alte Techniken in jungen Händen

Die Firma Baudenkmalpflege Prenzlau in der Uckermark wurde unter anderem für seinen Umgang mit Auszubildenden mit dem Preis ausgezeichnet. Durch die regelmäßige Ausbildung von Lehrlingen wird versucht, die Zukunft dieses Handwerks zu erhalten. Ausbildung ist eine Investition in die Zukunft. Sich frühzeitig um einen Nachfolger zu kümmern, eine weitere, sagt Firmenchef Thomas Müller. Für ihn ist das keine Frage, dass auch ein Restaurator Zukunfts-Preis-verdächtig ist. Das Unternehmen hat sich der Pflege und Sanierung von historischen Bausubstanzen verschrieben. Dabei geht es auch um den Erhalt alter Techniken.

Das Unternehmen beschäftigt momentan 81 Mitarbeiter und ist damit ein stabiler Arbeitgeber in der Uckermark, mitarbeiterorientiert und familienfreundlich. Das Unternehmen bildet kontinuierlich aus und beschäftigt derzeit neun Lehrlinge. Die Baudenkmalpflege Prenzlau GmbH zeigt seit langem großes gesellschaftliches Engagement durch die Unterstützung von regionalen Organisationen und Heimatvereinen.

 

Unicap in Frankfurt (Oder) stellt kompastierbare Kaffeekapseln her.
Unicap in Frankfurt (Oder) stellt kompostierbare Kaffeekapseln her. | Bild: rbb / Robert Schwaß

Mehr Nachhaltigkeit beim Kaffee

Unicaps in Frankfurt (Oder) befüllt kompostierbare Kapseln mit biozertifizierten Tee- und Kaffeesorten. Sie standen im Finale für den "Brandenburger Zukunftspreis 2021". Das Besondere bei ihnen: Die verwendete Kapsel sei klimaneutral, auf umweltschädliche Stoffe werde verzichtet, sagt Annika Schall, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei Unicaps.

Alle enthaltenen Stoffe seien biologisch abbaubar. Zudem seien auch die verwendeten Tee- und Kaffeesorten biozertifiziert, sagt Schall. Und weiter: "Unsere Hauptziele fürs nächste Jahr sind, dass wir uns die ganze Wertschöpfungskette anschauen und schauen, wo können wir noch nachlegen."

Mit Smarthome in die Zukunft

Auch der familiengeführte Handwerksbetrieb von Robert Engelhardt "Der Elektromeister" aus Bernau (Barnim) ist aufgrund seines Umgangs mit Auszubildenden nominiert gewesen und stand im Finale. Er ist Partner bei allen Fragen rund um E-Installationen und in sämtlichen Gebäuden – vom Einfamilienhaus bis zum gewerblichen oder industriellen Bauprojekt.

Vor ein paar Jahren hatte Robert Engelhardt das Problem wie viele andere: Er suchte Mitarbeiter, fand sie nicht und beschloss deshalb, selbst auszubilden. Mittlerweile hat der Bernauer Elektromeister 33 Mitarbeiter und die müssen sich ständig weiterbilden, um mit der Zeit zu gehen. Gerade im Bereich der Elektrotechnik verändert sich ständig alles, sagt Engelhardt. Denn mittlerweile werde aus jedem Einfamilienhaus ein Smarthome.

Sendung: Antenne Brandenburg, Regionalnachrichten Frankfurt (Oder), 12.11.2021, 18:30

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