Geflüchtete in Frankfurt (Oder) - Viele Minderjährige tauchen unter

Mo 01.11.21 | 14:19 Uhr
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Griechenland, Athen: Eine Gruppe unbegleiteter Kinder aus überfüllten griechischen Flüchtlingslagern tragen Schutzmasken, sitzen in einem Bus im Hafen von Piräus. (Quelle: dpa/Angelos Tzortzinis)
Audio: Antenne Brandenburg | 01.11.21 | Bild: dpa/Angelos Tzortzinis

Unter den Menschen, die derzeit über die polnische Grenze nach Deutschland kommen, sind auch unbegleitete Minderjährige. Im Gegensatz zu den geflüchteten Erwachsenen und Familien werden sie nicht in die Zentrale Erstaufnahmeeinrichtung des Landes (ZAB) in Eisenhüttenstadt (Landkreis) gebracht. Stattdessen ist die Stadt oder der Landkreis, in dem die Jugendlichen aufgegriffen werden, dafür verantwortlich, diese auch unterzubringen.

Großstädte sind anziehender

Da viele Geflüchtete in Frankfurt (Oder) landen, muss sich die Stadt nun verstärkt um die Jugendlichen kümmern. Das Jugendamt verteilt sie in verschiedene Jugendeinrichtungen in der Stadt. "Seit April wurden hier in Frankfurt 84 unbegleitete Minderjährige aufgegriffen", sagt Jens-Marcel Ullrich (SPD), Jugend- und Sozialdezernent der Stadt. "Allerdings gelten davon auch schon wieder 65 als vermisst."

Das liege daran, dass die Großstädte für die jungen Menschen anziehender seien, so Ullrich. Einige hätten auch Verwandte in anderen Regionen und machten sich deshalb auf den Weg dorthin. Offiziell gelten die Jugendlichen dann als vermisst.

Fachkräftemangel im sozialen Bereich

Doch auch die Versorgung der unbegleiteten Minderjährigen, die bleiben, stellt die Stadt vor große Herausforderungen, meint der Sozialdezernent. "Wir haben einen Fachkräftemangel im Jugendsozialen-Bereich", so Ullrich. "Und hier ad hoc mit traumatisierten oder kranken Menschen umzugehen, das ist schon eine Herausforderung für das betroffene Personal."

Ein zentrales Verfahren, in dem die Jugendlichen auch auf andere Landkreise verteilt werden, wäre eine Erleichterung für die Stadt Frankfurt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 01.11.2021, 14:00 Uhr

5 Kommentare

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  1. 4.

    In manchen Fällen mag Ihre Einschätzung zutreffen, aber die Realität ist deutlich komplexer.

    Erstens sind die nicht hier “gelandet”, sondern haben sich bewusst bis hierher durchgeschlagen, weil sie hier am meisten geboren bekommen.

    Zweitens ist nach wie vor in vielen Fällen keineswegs klar, ob jeder, der behauptet minderjährig zu sein, auch wirklich minderjährig ist, zumal unser Staat es nicht für nötig hält, das zu überprüfen.

    Das sind dann so Faktoren, die zu Skepsis und Misstrauen in der Bevölkerung führen. Können Sie das nachvollziehen?

  2. 3.

    Wenn ich in einem Land landen würde, in dem ich weder die Sprache noch die kulturellen Gegebenheiten kennen würde und wüßte, ich hätte Verwandte dort, würde ich auch versuchen, dorthin zu kommen. Sie schreiben hier über Minderjährige, welche bestimmt eine anstrengende und traumatisierende Zeit hinter sich haben. Ob denen dann bewußt ist, eine "Serie an vorsätzlichen Regelbrüchen" zu begehen, wage ich doch zu bezweifeln.

  3. 2.

    Ich habe kein Vertrauen in Menschen, die ihr “neues Leben” mit einer Serie an vorsätzlichen Regelbrüchen beginnen.

  4. 1.

    warum taucht man unter wenn man angeblich Hilfe braucht. Das ist doch ein Widerspruch, Diese Frage darf man ja Wohl stellen.

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