Flüchtlinge an der deutsch-polnischen Grenze - "Die Flüchtlinge sind teilweise froh aufgegriffen zu werden"

Do 18.11.21 | 17:54 Uhr | Von Mit Material von Lucia Heisterkamp
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Die Polizei kontrolliert in der Grenzregion.
Audio: Antenne Brandenburg | 18.11.2021 | Autorin: Lucia Heisterkamp | Bild: rbb / BA

Noch immer kommen viele Flüchtlinge über die polnische Grenze nach Brandenburg. Die Bundespolizei kontrolliert deshalb verstärkt, um die Menschen im Grenzgebiet aufzugreifen. Auch ausländische Medien interessiert die Situation besonders.

Kontrolle an der Alten Poststraße in Guben, nahe der polnischen Grenze. Die Bundespolizistin hält ein Auto an, kontrolliert die Ausweispapiere des Fahrers, dann darf die Fahrt weitergehen. Gesucht werden hier Menschen, die ohne Einreiseerlaubnis über die Grenze gekommen sind, sagt Jens Schobranski, Pressesprecher der Bundespolizei Berlin Brandenburg. Bereits morgens haben sie laut Schobranski 21 Migranten aufgegriffen und in allen Fällen wurden sie direkt in die zentrale Bearbeitungsstraße nach Frankfurt (Oder) kommen.

"Sie leiden unter Hunger, Durst und Erschöpfung"

Seit Anfang November werden die Geflüchteten im Grenzgebiet in ein zentrales Aufnahmezentrum in Frankfurt (Oder) gebracht und dort registriert. Die meisten seien erleichtert, wenn sie von der deutschen Polizei aufgegriffen werden. Sie leiden unter Hunger, Durst und Erschöpfung, erzählt Schobranski. "Es ist schon so, dass sie länger unterwegs waren, von daher kann man denen die Strapazen der Reise ganz klar ansehen", so Schobranski weiter. "In wenigen Fällen mussten wir auch medizinische Notdienste ranholen."

In der Regel führen die Beamten bei den aufgegriffenen Geflüchteten eine Grundkontrolle durch, erzählt Frank Malack, Polizeihauptkommissar der Bundespolizei im Revier Guben. Dabei durchsuchen sie die Personen nach Gegenständen oder nach Identitätspapieren. Darauf erfolgt auch noch direkt ein Corona-Selbsttest.

Interesse im Ausland sehr groß

Er durchforstet ein Waldgebiet an einer stillgelegten Eisenbahnbrücke. Auch hier wurden schon Geflüchtete aufgegriffen. Das Interesse an der Arbeit der Bundespolizei ist groß. Mehrere ausländische Journalisten begleiten die Streife, darunter Carolin Salzinger, Korrespondentin für den Schwedischen Rundfunk. Sie sagt, dass in Schweden die Flüchtlingsfrage in Europa sehr interessiere.

Die Polizei kontrolliert in der Grenzregion.
| Bild: rbb / BA

Schließlich gehen die Bilder der frierenden und hungernden Menschen, die an der Grenze zwischen Belarus und Polen feststecken, gerade um die Welt. Und eine humanitäre Lösung ist noch immer nicht gefunden.

Sendung: Antenne Brandenburg, Antenne am Nachmittag, 18.11.2021, 15:10 Uhr

Beitrag von Mit Material von Lucia Heisterkamp

2 Kommentare

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  1. 2.

    Gab es da nicht mal ein EU-Parlament, das eine einheitliche finanzielle Regelung zur Versorgung der Asylbewerber in allen EU-Ländern schaffen sollte?

  2. 1.

    Na klar sind sie froh, wenn sie in D aufgegriffen werden. In Polen werden sie nach der dortigen Gesetzgebung nach Belorussland zurückgebracht und in Deutschland, egal, ob nun asylberechtigt oder nicht, können sie dauerhaft bleiben. Mit einer Sozialversorgung, die sie in ihrem Heimatland durch Arbeit oft nicht erwirtschaften können. Fragt sich nur, wie lange das in Deutschland gutgeht.

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