Aktionstag für mehr Aufmerksamkeit - Ostbrandenburg zeigt Haltung gegen Gewalt an Frauen

Do 25.11.21 | 17:28 Uhr
Eine anonymisierte Frau erzählt, warum sie in einem Frauenhaus ist. (Bild: rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 25.11.2021 | OT: Karin Roche, Weißer Ring MOL | Bild: rbb

Mit dem Hissen der "Terre de Femmes"-Fahne wurde am Donnerstag in Fürstenwalde (Oder-Spree) der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen begangen. Mit zahlreichen Aktionen soll auf die Situation von Frauen aufmerksam machen werden, die Gewalt von ihren Partnern oder Ex-Partnern erfahren. Uta Meissner vom Fürstenwalder Frauenhaus sagte dem rbb, dass sie täglich Anfrage bekommen würden und viele Frauen einen sicheren Ort suchen würden.

Das Fürstenwalder Frauenhaus hat insgesamt zwölf Plätze für Frauen und deren Kinder. In diesem Jahr war das Haus zu 73 Prozent ausgelastet. Frauen aus allen sozialen Schichten und Altersklassen bitten im Frauenhaus um Hilfe.

"MOL braucht dringend ein Frauenhaus"

Der Weiße Ring Märkisch-Oderland macht anlässlich des Aktionstages auf die hohe Zahl weiblicher Opfer durch Gewalttaten aufmerksam. 80 Prozent der Opfer im Oderland seien weiblich, sagt Außenstellenleiterin Karin Roche. Sie wünscht sich mehr Aufmerksamkeit, wenn Frauen Hilfe suchen oder Auffälligkeiten zeigen. Und dass Freunde und Nachbarn auf entsprechende Anzeichen achten, Hilfe anbieten oder eben auf Hilfsmöglichkeiten verweisen."

Roche hat eine klare Forderung: "Ich finde, dass MOL dringend ein Frauenhaus braucht. Aktuell haben wir nur eine Frauenschutzwohnung mit vier Zimmern. Das ist zu wenig für einen ganzen Landkreis." Der "Weiße Ring" hilft Opfern von häuslicher Gewalt, Missbrauch, Stalking, Betrugsfällen, aber auch bei Einbruch, Überfall oder Raub.

Infos und Anlaufstellen

Flagge hissen in Schwedt

Auch in Schwedt (Uckermark) fand am Donnerstag der Aktionstag "Nein zu Gewalt an Frauen" statt. Vor dem Schwedter Rathaus wurde die Flagge "Frei leben ohne Gewalt" gehisst. Damit soll gegen Diskriminierung und Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam gemacht werden. Zahlreiche Gleichstellungsbeauftragte, Frauenorganisationen, Parteien, Verbände und Ministerien beteiligen sich und wollen gemeinsam ein sichtbares Zeichen setzen.

Lichtprojektion im Barnim

Mit einer Lichtprojektionbeteiligte sich auch der Barnim. Am Nachmittag wurde das Rathaus in Eberswalde illuminiert.

Schon seit 1981 organisieren Menschenrechtsorganisationen alljährlich Veranstaltungen, bei denen es um die Einhaltung der Menschenrechte von Frauen und Mädchen geht. Seit 1999 gibt es den "Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen".

Sendung: Antenne Brandenburg, Regionalnachrichten, 25.11.2021, 16:30

Nächster Artikel