Corona-Lage in Ostbrandenburg - Nachfrage nach Impfterminen ungebrochen

Di 14.12.21 | 15:26 Uhr | Von Felicitas Montag, Martin Krauß, Tony Schönberg
  2
Corona Impfung
Mann wird im Impfzentrum in Frankfurt (Oder) geimpft | Bild: Tony Schönberg/rbb

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen haben die Landkreise in Ostbrandenburg zusätzliche Angebote geschaffen - vom Impfbus über mobile Teams bis hin zu Impfzentren. Und auch Kinder ab fünf Jahren werden einbezogen. Ein Überblick.

Täglich steigende Inzidenzen, Auslastung der Intensivbetten, verschärfte Maßnahmen: Brandenburg bereitet sich auf einen harten Corona-Winter vor. Mit einem verstärkten Impfangebot soll gegengesteuert werden. Noch bis Ende des Jahres sollen bis zu einer Million Impfungen durchgeführt werden. Darauf verständigten sich am 19. November die Landesregierung mit Vertreter der Kommunen, der Krankenhäuser und Ärzten beim digitalen Impfgipfel. Die Landkreise Ostbrandenburgs haben seitdem ihre Impfangebote ausgeweitet.

Hinzu kommt, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) am 9. Dezember bekannt geben hat, dass sie Impfungen für Kinder im Alter von fünf und 11 Jahren mit verschiedenen Vorerkrankungen oder Kontakt zu gefährdeten Personen empfiehlt. Kreise und Kinderärzte stellen deshalb entsprechende Angebote ab Mitte Dezember zur Verfügung.

Dahme-Spree: Impfen beim Weihnachts-Shopping

Im Wildauer A10-Center hat Anfang Dezember eine weitere Impfstelle geöffnet. Dort wird vormittags im ersten Obergeschoss des Einkaufszentrums an den Eingängen Nord und West das Angebot des Arbeiter-Samariter-Bundes betrieben. Täglich stehen circa 100 Impfdosen von BioNTech/Pfizer für die Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfungen zur Verfügung.

Das Impfangebot in Wildau wird täglich von Dienstag bis Samstag ab 9:30 Uhr ohne Terminvergabe umgesetzt. Bereits seit gestern können sich Impfwillige in Königs Wusterhausen in der Paul-Dinter-Halle impfen lassen.

Gesundheitsdezernent des Kreises Stefan Wichary sagte dazu: "Wir planen jetzt erst einmal alle Impf-Standorte für Dezember. Wie es danach weitergeht, hängt von der Nachfrage und der Verfügbarkeit ab."

Barnim: Impfungen nur mit Terminvergabe

Der Landkreis Barnim bietet derzeit Impfmöglichkeiten an vier Standorten in Bernau, Eberswalde, Wandlitz und Werneuchen (Ortsteil Seefeld) an. Geimpft wird ausschließlich mit vorheriger Terminanmeldung – online oder telefonisch über das Bürgerbüro der Kreisverwaltung.

Verimpft werden die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna sowie auf Wunsch auch der von Johnson&Johnson. Allerdings steht der Impfstoff von BioNTech/Pfizer nur Personen bis zum 30. Lebensjahr zur Verfügung. Die Booster-Impfung ist für alle Menschen ab 18 Jahren möglich, deren Zweitimpfung mindestens fünf Monate zurückliegt. Auf der Internetseite des Landkreises sind alle nötigen Informationen zusammengestellt.

Der Landkreis wolle eigenen Angaben zufolge zusätzlich zu dem Angebot der niedergelassenen Kinder-Ärzte ebenfalls am kommenden Samstag mit der Impfung von fünf bis elfjährige Kinder beginnen. Einer Mitteilung zufolge, sollen Angebote in den Impfstellen in Eberswalde und Wandlitz unterbreitet werden. Geimpft werden an diesem Tag ausschließlich Kinder im Alter von fünf bis 13 Jahren und nur mit vorheriger Terminbuchung.

Impfzentrum FFOImpfzentrum in Frankfurt (Oder) ist seit dem 3. Dezember geöffnet.

Frankfurt: Weitere Impfstraße, auch für Kinder ab fünf Jahren

In Frankfurt (Oder) hat am 3. Dezember das städtische Impfzentrum auf dem Messegelände wiedereröffnet. Es ist wöchentlich dienstags bis samstags in der Zeit von 9 bis 17.30 Uhr geöffnet. Eingerichtet wurden zunächst drei Impfstraßen mit einer täglichen Gesamtkapazität von bis zu 300 Impfungen. Jetzt hat die Stadt die Kapazitäten auf vier Straßen erhöht. Dies erhöht die Tageskapazität auf 400 Impfungen. Dadurch sind jetzt wieder Termine für den Dezember buchbar.

Auch für Kinder im Alter von fünf bis 11 Jahren ist nun ein spezieller Impfstoff von BioNTech vorrätig. Allerdings sei die Zahl der Kinderimpftermine laut Stadt anfangs noch überschaubar. Mit steigenden Impfstofflieferungen soll auch die Zahl der Impfungen für Kinder steigen. Die Zweitimpfung erfolgt nach 21 Tagen, ebenfalls im städtischen Impfzentrum Frankfurt.

Zum Einsatz kommt im Impfzentrum vorwiegend der Impfstoff von Moderna. Wegen dessen Nichtzulassung für unter 30-Jährige wird auch der Impfstoff von BioNTech/Pfizer verimpft. Seit kurzem fährt der Stadtbus der Linien 980 und 987 wieder die Ersatzhaltestelle "Messehalle" an.

Termine können über die Internetseite der Stadt Frankfurt gebucht werden, betont Stadtsprecher Uwe Meier: "Wir machen das so, dass wir nur Termine vereinbaren, für die wir auch Impfstoffe haben oder für die wir die absolute Sicherheit haben, das Impfstoff da sein wird. Das führt eben dazu, das aktuell Termine nicht buchbar sind und wir diese Folgetermine erst wieder freischalten werden, wenn Impfstoff vorliegt."

Einen Überblick über die Ärzte, die eine Schutzimpfung in Frankfurt (Oder) anbieten, finden Interessierte auf der Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg. Einige niedergelassene Ärzte bieten auch spontan Termine an.

Märkisch-Oderland: Feste Impftage und mobile Impfteams

Der Landkreis Märkisch-Oderland hat eine zweigliedrige Impfstrategie, erklärt Kreissprecher Thomas Berendt: "Zum einen bieten wir feste wöchentliche Impftermine in Kooperation mit dem DRK an und zum anderen zusätzliche Termine, die seit dem Wochenende von mobilen Impfteams vor Ort vorgenommen werden." Bis Weihnachten sollen demnach mindestens 13.000 Impfungen vom Kreis durchgeführt werden. Über die Internetseite des Kreises werden sowohl die Impfangebote in Märkisch-Oderland aufgelistet als auch eine Terminbuchung in den meisten Fällen ermöglicht.

In Kooperation mit dem DRK wird montags in Seelow, dienstags in Letschin, mittwochs in Müncheberg, donnerstags in Bad Freienwalde und freitags in Wriezen geimpft. "In der Regel werden dabei 600 bis 700 Impfungen pro Woche verabreicht", sagt Berendt. Für den 20. und 27. Dezember sei zudem geplant, die Kapazitäten in Seelow zu verdoppeln. "Dann wollen wir nicht 150 sondern 300 Impfungen pro Tag schaffen", so der Kreissprecher.

Weitere Impftermine gibt es im Dezember noch in der Klinik am See und in der Poliklinik in Rüdersdorf, im Strausberger Krankhaus sowie im "Pflegetraum" in Strausberg. Wegen der hohen Nachfrage soll es am 16. Dezember einen Moderna-Impftag (nur für Personen ab 30 Jahren) mit bis zu 600 Impfungen im Bürgerhaus Neuenhagen und am 18. Dezember an der Poliklinik und dem Kulturhaus Rüdersdorf die Immunisierung geben. Auch in Petershagen-Eggersdorf sollen zusätzlich am 22. und am 29. Dezember Impfangebote in der Giebelseehalle gemacht werden. "Die Termine dafür werden in der nächsten Woche freigeschaltet", sagt Thomas Berendt. Zudem sei es ratsam, regelmäßig das Angebot über die Internetseite des Kreises aufzurufen, da ausgebuchte Impftermine auch wieder frei würden. Zudem werbe der Kreis auch über die "Bürger Info & Warn App" (BIWAPP) für die Termine.

Auch Kinder in Seelow und Bad Freienwalde können sich ab dieser Woche impfen lassen. Die Apotheke im Einkaufszentrum in Seelow hat den Impfstoff erhalten und verteilt ihn seit Dienstag (14. Dezember) an die Kinderarztpraxis in der Robert-Koch-Straße. Telefonisch können bereits Termine vereinbart werden. Spätestens im Januar sollen dort und auch in Bad Freienwalde die Fünf- bis Elfjährigen ihre erste Impfung erhalten.

Oder-Spree: Drive-In-Impfung und Kooperationen mit Ärzten

Der Landkreis Oder-Spree bietet zwei offizielle Drive-In-Stellen an: in Beeskow und Fürstenwalde/Spree. Termine seien nach wie vor schnell ausgebucht, sagt Kreissprecher Mario Behnke. Er empfiehlt regelmäßig auf der Internetseite des Landkreises nachzuschauen. Viele Termine würden erst kurzfristig freigeschaltet, damit die Impfstofflieferung auch sichergestellt sei, so Behnke. Aufgrund des geringeren Kontingents von BionTech/Pfizer, würde vorrangig der Impfstoff von Moderna verimpft. Die Auffrischungsimpfung kann fünf Monate nach der letzten Impfung erfolgen.

In Schöneiche und Storkow (Mark) werden kommunale Impfangebote in Kooperation mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten angeboten. Termine können über das Online-Buchungstool vereinbart werden. Im Rathaus Storkow findet am 18. Dezember eine weitere Impfaktion statt. Termine hierfür können telefonisch vorab gebucht werden.

Des Weiteren bietet auch das Städtische Krankenhaus in Eisenhüttenstadt Booster-Impfungen an. Die Nachfrage sei groß, wie Pressesprecherin Kerstin Jentsch auf Anfrage bestätigt. Bisher sei die Aktion bis zum 22. Dezember vorgesehen. Für einen Termin sollten sich Interessierte montags oder dienstags in der Zeit von 8 bis 11:30 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr telefonisch melden. Auch Personen, die nicht im Landkreises wohnen, können sich in Eisenhüttenstadt impfen lassen.

Die Stadt Storkow bereitet gerade eine weitere Impfaktion vor. Sie findet am 18. Dezember mit dem Impfstoff Moderna statt und ab sofort sind Termine telefonisch buchbar. Dazu Thomas Irmer, der für Storkow die Impfaktionen koordiniert: "Das ist bereits die dritte Aktion mit unseren regionalen Ärzten. Wir haben 200 bis 300 Impfungen." Bei Erstimpfungen werden auch gleich Termine für Folgeimpfungen vergeben.

Telefonisch können jetzt Termine gebucht werden. Damit sollen lange Warteschlagen vermieden werden. Die Impftermine werden unter 033678/68-589 in der Zeit von Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr sowie 13 bis 16 Uhr vergeben.

Uckermark: Interesse an Erstimpfungen hat zugenommen

In der Uckermark sei die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen derzeit weiter groß, wie Pressesprecherin Ramona Fischer auf Anfrage des rbb bestätigt. Dies gelte sowohl für die Auffrischungsimpfung bereits vollständig immunisierter Personen als auch für Erstimpfungen. Mit Ausnahme des 24., 25. und 26. bietet der Landkreis noch bis 30. Dezember Impftermine an. Feste Impfstellen gibt es derzeit in Prenzlau, Templin, Angermünde und Schwedt.

Zusätzlich sollen auch die niedergelassenen Kinderärzte bald mit der Impfung der Fünf- bis Elfjährigen beginnen können, sagte der Prenzlauer Kinderarzt Detlef Reichel, der auch Sprecher des Landesverbandes der Kinder- und Jugendärzte Brandenburg ist. Jedoch müsse zunächst der Impfstoff in den Großhandel, was nach Aussage Reichels am Montag erfolgen soll. Der Kinderarzt gehe davon aus, dass die Vaccine in der zweiten Wochenhälfte den Praxen zur Verfügung stehen wird.

Auch der Impfbus geht weiterhin auf Tour. "Er bietet vor Ort Bürgerinnen und Bürgern auch in den kleinen Orten in der Tiefe der Uckermark die Möglichkeit, Erst-, Zweit- oder Drittimpfungen vornehmen zu können", sagt Fischer. Booster-Impfungen würden inzwischen auch fünf Monate nach der letzten Impfungen durchgeführt werden. Die Impfangebote des Landkreises, sowohl der Impfbus als auch die festen Termine vor Ort, seien ohne Voranmeldung. Darüber hinaus bietet auch das Asklepios Klinikum Uckermark in Schwedt Auffrischungsimpfungen an.

Das GLG Kreiskrankenhaus Prenzlau bietet am 17. sowie am 20. Dezember Booster-Impfungen für die EInwohner der Region an. Terminvereinbarungen zur Impfung sind ausschließlich am Donnerstag, 16. Dezember, in der Zeit von 8 bis 12 Uhr über die Telefonnummer 03984 33-300 möglich.

Eine Übersicht aller Impfstellen gibt es auf der Website des Landeskreises Uckermark. Das Angebot soll vorerst mit sechs mobilen Impfteams bis Ende März kommenden Jahres fortgesetzt werden, betont Fischer. Einen konkreten Tourenplan gebe es aber noch nicht.

 

Sendung: Antenne Brandenburg, 08.12.2021, 16:40 Uhr

Beitrag von Felicitas Montag, Martin Krauß, Tony Schönberg

2 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 2.

    „der hedonistisch/ängstliche Teil der Bevölkerung“? Muss man nicht verstehen, oder?

    Jedem, der nicht vollkommen abgeschnitten von seriöser Berichterstattung ist, sollte die aktuell dramatische und sich stetig weiter verschärfende Situation in den Krankenhäusern – und dazu jetzt auch noch das Auftauchen der Omikron-Variante – zumindest zu denken geben …

  2. 1.

    Die Nachfrage nach Erstimpfungen wird auch bald wieder rapide abnehmen. Dann dominieren wieder Zweit und Boosterimpfungen, denn bald wird der hedonistisch/ängstliche Teil der Bevölkerung befriedigt sein.

Nächster Artikel