Museumstag 2022 in Ostbrandenburg - Über 30 Häuser laden zur Tour durch Geschichte, Kultur, Wissenschaft oder Natur

Fr 13.05.22 | 12:22 Uhr
Seezeichen Museum Fürstenwalde; © Bernd Dreiocker
Bernd Dreiocker
Audio: Antnene Brandenburg | 13.05.2022 | Eva Kirchner-Rätsch | Bild: Bernd Dreiocker

Am Sonntag wird zum 45. Mal der Internationale Museumstag begangen. Ziel ist, auf die Museen aufmerksam zu machen und Besucher einzuladen, deren Vielfalt zu entdecken. Daran beteiligen sich auch Einrichtungen in Ostbrandenburg.

Hinter sonst verschlossene Türen schauen, Dinge entdecken, die normalerweise verborgen sind, oder über Altes neu staunen: All das bietet der Internationale Museumstag. Zwei Jahre lang musste er vielerorts coronabedingt ausfallen. Doch in diesem Jahr ist auch die Oder-Spree-Region wieder mit vielen großen und kleinen Museen ganz vorn dabei, und die Museen öffnen am Sonntag für Besucherinnen und Besucher.

Der Aal, das Fabelwasen

Klein und auf den ersten Blick unscheinbar ist das Museum auf dem Hof der Fischerei Köllnitz bei Storkow. In einem einstigen Stallgebäude gibt Hofchef Frederick Buhrke einen kleinen Einblick in den Fischerei-Alltag. "Man sieht halt mal wie so eine Reuse steht oder wie die Handwerkstradition hier durchgeführt wurde." Doch nicht nur die Technik wird präsentiert, sondern Wissen über die in den umliegenden Seen lebenden Fischarten vermittelt. "Wir haben Zander, Aal und Schleie. Also alles, was wir hier auch im See haben." Die werden gefangen, vor Ort verarbeitet und im eigenen Hofladen als Spezialitäten zum Kauf angeboten.

Besonders der Aal hat es Frederik Buhrke angetan. Der hat in Storkow sogar eine eigene Sonderausstellung bekommen. "Der Aal ist ein wichtiger Fisch für uns und durch seine Lebensweise super interessant. Er schwimmt zum Laichen in den Sargassosee. Über den Golfstrom werden dann die ganzen Larven wieder zurückgetrieben. Das ist schon fast wie bei einem Fabelwesen."

Mit dem Rad durch die Fürstenwalder Industriegeschichte

Weniger Fabelwesen, aber dafür handfeste Industriegeschichte- und Kultur zum Anfassen bietet das Museum Fürstenwalde. Dort feiert am Sonntag eine besondere Fahrradtour ihre Premiere. Statt Industriegeschichte im Museums anschauen, heißt es, sie selbst zu entdecken, sagt Museumschef Guido Strohfeld. Los geht es an der alten Mühle von Fürstenwalde. "Das ist im Prinzip der erste und älteste Industriebau in unserer Stadt. Der wurde 1937 gebaut. Damit beginnt die Tour bei den ganz frühen Industrien."

Anschließend soll es etwa auf das Pintsch-Gelände gehen. In dem Werk wurden ab 1872 Gasmess- und -regelgeräte produziert, bis nach dem Zweiten Weltkrieg alles demontiert werden musste. Später wurden auf dem Gelände dann Chemie- und Tankanlagen gebaut.

Über das und mehr soll die Radtour informieren. Dabei gilt es insgesamt 25 Kilometer abzuradeln und der Fürstenwalder Industriegeschichte ganz nah zu kommen. Dazu gehören dann auch Schleusen, das Brauereimuseum oder der drittälteste erhaltene Bahnhof Deutschlands aus dem Jahr 1842.

Infos

Alle Angebote und teilnehmenden Einrichtungen gibt es auf der Internetseite der Museumstages:

www.museumstag.de

Zu viele Museen für nur einen Tag?

Insgesamt öffnen am Sonntag mehr als 30 kleine und große Museen in der Oder-Spree-Region ihre Türen. Alle am Museumstag zu besuchen, wird wohl schwierig, ist aber auch gar nicht nötig, so Sabine Fassl vom Netzwerk Kulturtourismus. In einem kleinen Heft hat sie alle teilnehmenden Einrichtungen zusammengefasst. "Die Idee ist, dass man sich diesen Flyer zu Hause behält und damit vielleicht auch seinen nächsten Ausflug plant. Dann kann man da mal aufklappen und nachschlagen."

Eine nachhaltige Idee zum Internationalen Museumstag, die den Einrichtungen in der Region auch künftig Besucher bescheren dürfte. Das Heftchen ist dann in allen teilnehmenden Museen zu bekommen. Mit dabei sind unter anderem auch das Wettermuseum in Lindenberg, das Oderbruchmuseum in Altranft (Märkisch-Oderland), das Museum Oder-Spree in Beeskow und das Fledermausmuseum Julianenhof in der Märkischen Schweiz.

Sendung: Antenne Brandenburg, 13.05.2022, 14:10 Uhr

Mit Material von Eva Kirchner-Rätsch

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