Oderkonferenz in Polen - Umweltverband WWF warnt vor den Folgen des Oder-Ausbaus

Do 05.05.22 | 14:33 Uhr
Der deutsch-polnische Grenzfluss Oder im Oderbruch, einer Kulturlandschaft im Osten des Landes Brandenburg.
Audio: Antenne Brandenburg | 05.05.2022 | Finn Viehberg | Bild: dpa-Zentralbild

Der Umweltverband WWF warnt anlässlich einer Konferenz im polnischen Wrocław vor den Folgen des Ausbaus der Oder. An der öffentlichen Tagung am Donnerstag nehmen 80 deutsche, polnische und tschechische Umweltverbände vom Bündnis "Zeit für die Oder" teil. Weitere 120 sind online dabei.

40 Stauwerke entlang des Oderlaufs geplant

"Auf jeden Fall werden die Schutzziele unseres Nationalparks Unteres Odertal gefährdet", sagt im rbb Finn Viehberg, Leiter des WWF-Büros Ostsee. Es gehe bei dem Ausbau immer darum, dass man die Wassermengen – die die Oder mit sich führt – immer schneller abführt. Man ziehe das Wasser aus der Landschaft, was eine sehr prekäre Situation hervorrufe, sagt Viehberg.

Der geplante Ausbau auf deutscher und polnischer Seite stelle einen schwerwiegenden Eingriff in ein einmaliges Fluss- und Auenökosystem dar, so Viehberg. Entlang des Oderlaufs seien allein 40 Stauwerke geplant

"Es wird dazu führen, dass weniger Wasser in der Landschaft ist und dass die Grundwasserspiegel noch weiter sinken werden". sagt Viehberg weiter. Den aktuellen Wasserhaushalt führe schon dazu, dass bedrohte Tierarten um ihr Leben kämpfen müssen.

Bei der Konferenz geht es um Tourismus, Wirtschaft, Landwirtschaft und den ökologischen Wasserbau. Beleuchtet werden diese Themen aus unterschiedlichen Perspektiven aus verschiedenen Ländern, wie Finn Viehberg von WWF sagt. Dabei gehe es um den nachhaltigen Schutz für die gesamte Oder.

Sendung: Antenne Brandenburg, 05.05.2022, 14:30 Uhr

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