Studie im Auftrag des WWF - Ostbrandenburger Stahl- und Zementindustrie unter größten CO2-Verursachern

Di 06.06.23 | 17:26 Uhr
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Stahlwerk von ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt
Audio: Antenne Brandenburg | 06.06.2023 | Philip Barnstorf | Bild: rbb

Das Cemex Zementwerk in Rüdersdorf (Märkisch-Oderland), sowie ein Stahl- und ein Heizkraftwerk in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) gehören zu den Industrie-Standorten in Deutschland, die am meisten CO2 ausstoßen. Das ergab eine Studie Öko Instituts im Auftrag des Naturschutzverbandes WWF.

Industrie als zweitgrößter CO2-Verursacher

Das VEO Heizkraftwerk in Eisenhüttenstadt hat nach Angaben des WWF vom Dienstag im vergangenen Jahr 1,8 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen. Das benachbarte Stahlwerk von Arcelor Mittal habe im selben Jahr gut eine Million Tonnen Kohlenstoffdioxid in die Luft abgegeben. Ebenso das Cemex Zementwerk in Rüdersdorf.

Damit sind die drei Werke unter den 16 CO2 intensivsten Industriestandorten in Deutschland. Insgesamt entstehen der Studie zufolge in der deutschen Industrie jährlich knapp 60 Millionen Tonnen CO2 - davon allein 25 Prozent durch Zemet- und Kaltherstellung. Nur die Energiewirtschaft stoße noch mehr Kohlenstoffdioxid aus als die Industrie, heißt es in der Studie weiter. Das meiste CO2 verursache das Stahlwerk von Thyssenkrupp in Duisburg (Nordrhein-Westfalen) aus.

WWF fordert Politik zu mehr Klimaschutz auf

"Der Industriesektor ist ein Schwergewicht beim CO2-Ausstoß und damit auch beim Klimaschutz", ließ Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland verlauten. Diesen zu transformieren müsse Priorität für Politik und Wirtschaft haben. An die Bundesregierung gewandt, hieß es weiter. "Die Ampel muss nun liefern, was sie versprochen hat: eine umfassende Strategie zum Klimaschutz in der Industrie, die Planungs- und Investitionssicherheit schafft, so dass nicht nur die ‘dreckigen Dreißig’, sondern die gesamte deutsche Industrie Prozesse und Rohstoffnutzung schneller umstellt und einen Klimaschutzbeitrag leistet."

Sendung: Antenne Brandenburg, 06.06.2023, 18:30 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Ein Schelm, wer sich böses dabei denkt. Vielleicht sollte die ARD mal eine Umfrage machen. ;-) Deutschland hatte die Tage übrigens erstmals 2x für ein paar Stunden zu 100% seinen Strombedarf aus EE decken können. Leider wurde nach dem Atomausstieg von CDU/CSU und FDP versäumt, rechtzeitig in Speicher und Stromnetze zu investieren.

  2. 6.

    Unendlich dummes Gerede.... Wer so denkt ist nicht weit vom Mittelalter entfernt...

  3. 5.

    Die Alternative wäre nicht das Gequatsche der Alternativlosen zu wiederholen sondern umsetzen was jetzt schon geht. Und für das was noch nicht geht Lösungen finden.
    King ist wer sich nicht von anderen überholen lässt.

  4. 4.

    Die Ökos bringen uns dahin, was die Alliierten mit ihren Luftangriffen nicht geschafft haben, zurück ins Mittelalter. Ich gebe diesem Land noch 10 Jahre und wir sind das Armenhaus Europas. Aber klimaneutral.

  5. 3.

    Alles abschalten, dicht machen und das Industriezeitalter beenden. Ab übermorgen klopfen wir uns wieder Faustkeile, jeder für sich. King ist wer ein Smartphon aus Stein meiseln kann.

    Die Alternative wäre natürlich all den Stahl und Zement zu importieren. Dann wäre Deutschlands CO2 Bilanz auch super.

  6. 2.

    60 Mio. Tonnen CO2 dürfte Pi x Daumen die Kohlekraftwerke der Leag ganz alleine jedes Jahr in die Luft blasen.
    Ist anscheinend zu wenig um im Artikel erwähnt zu werden....

  7. 1.

    Zumindest die Zementindustrie kann man eigentlich ausnehmen, wenn man die Kohlenstoffdioxidfreisetzung betrachtet. Das freigesetzte Kohlendioxid wird beim Abbinden des Betons wieder aus der Luft entzogen. Allerdings bleibt da noch das energieintensive Brennen des Kalks. Das geht allerdings auch mit Wasserstoff. Und wenn ich die in den letzten Tagen stillstehenden Windräder (nicht wegen Windstille) betrachte, so sind das vergeudete Möglichkeiten. Ich würde keinen Windpark ohne Elektrolyseanlage mehr genehmigen. Aber die Wirtschaft scheint in Deutschland regelmäßig einen Freifahrtschein zu bekommen. Der Bürger dagegen wird drangsaliert und ständig gemaßregelt und allen nur möglichen Zwangsmaßnahmen und Kostensteigerungen ausgesetzt.

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