Festivalbesucher feiern auf dem Lollapalooza Festival 2016 im Treptower Park (Quelle: Geisler-Fotopress/Rudi Keuntje)
Bild: Geisler-Fotopress

Lollapalooza auf der Rennbahn Hoppegarten - Anwohner legen Beschwerde gegen Bürgermeister ein

Der Streit um das Lollapalooza-Festival auf der Rennbahn Hoppegarten geht in die nächste Runde. Gegen den Bürgermeister der Gemeinde wurde Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht. Zudem sollen schon bald Gespräche über die Ausgabe 2018 beginnen.

Gegen den Bürgermeister der Gemeinde Hoppegarten (Märkisch-Oderland), Karsten Knobbe, wurde am Montagabend eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht. Das Aktionsbündnis Für den Erhalt der Rennbahn im Grünen, welches das Lollapalooza-Festival auf der Pferderennbahn Hoppegarten verhindern möchte, wirft Knobbe Vorteilsgabe im Amt vor. Knobbe habe den Veranstaltern eine wohlwollende Genehmigung ausgestellt, sagte Sven Francke, Sprecher des Aktionsbündnisses, dem rbb.

Bürgermeister Knobbe weist diese Vorwürfe zurück. Das Festival sei eine private Veranstaltung, die auch auf einem Privatgelände abgehalten werde. Die Gemeinde könne die Veranstaltung daher weder begünstigen noch verhindern. "Es lag nicht in meiner Hand, ob die Veranstaltung hierher kommt oder nicht", sagte Knobbe. "Es lag nur in den Händen der beiden Vertragspartner - nämlich der Rennbahn und dem Veranstalter."

Aufgrund der Größe des Festivals könne es jedoch nicht als Privatveranstaltung betrachtet werden, findet Francke. Am kommenden Samstag und Sonntag werden pro Tag etwa 80.000 Besucher beim Lollapalooza erwartet.

Veranstalter und Rennbahn wollen über Lollapalooza 2018 sprechen

Die Gemeinde hatte den Veranstalter dazu verpflichtet, etwa 3.000 Anwohnern für die Zeit des Festivals eine Ersatzquartier zu besorgen oder eine Entschädigung zu zahlen. Allerdings fühlen sich einige Anwohner, die in unmittelbarer Nähe der Rennbahn leben, bereits seit Ende August eingeschränkt. Seit etwa einer Woche werden Bühnen und Buden aufgebaut, Lkw transportierten Tag und Nacht Material zum Gelände, berichtet eine Anwohnerin.

Das Aktionsbündnis will gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) verhindern, dass das Lollapalooza dauerhaft in Hoppegarten stattfindet. Bereits in den kommenden Wochen wollen der Veranstalter und die Rennbahnleitung über die Durchführung im Jahr 2018 sprechen. Auf beiden Seiten sei Interesse für eine weitere Zusammenarbeit vorhanden - der Wille zum Protest bei den Anwohnern allerdings auch, wie sich bei mehreren Gemeindesitzungen bereits abzeichnete.

Bei dem Rock- und Pop-Festival treten am kommenden Wochenende unter anderem die Bands Mumford & Sons, The XX, Foo Fighters oder die Beatsteaks auf. Im vergangenen Jahr fand das Lollapalooza im Treptower Park statt, wo es aufgrund verschiedener Einschränkungen etwa beim Denkmalschutz nicht erneut stattfinden darf. Das erste Lollapalooza fand im Jahr 2015 auf dem Vorfeld des Flughafens Tempelhof statt.

Mit Informationen von Uta Schleiermacher.

Sendung: Antenne Brandenburg, 05.09.2017, 14.10 Uhr

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19 Kommentare

  1. 19.

    Hallo. Als direkter Anwohner der Rennbahn, habe ich diese pauschale Entschädigung beantragt. Der Veranstallter lehnt das ab und der Bürgermeister Knobbe aus Hoppegarten hat bis jetzt gar nicht reagiert. Wie komme ich an diese "Ausgleichszahlung" ?

  2. 18.

    Hallo. Als direkter Anwohner der Rennbahn, habe ich diese pauschale Entschädigung beantragt. Der Veranstallter lehnt das ab und der Bürgermeister Knobbe aus Hoppegarten hat bis jetzt gar nicht reagiert. Wie komme ich an diese "Ausgleichszahlung" ?

  3. 17.

    Diese unsägliche Debatte ü.Zensur ja o.nein finde ich daneben.Die Redaktion v.rbb24 leistet gute Arbeit.Soviel hierzu.Aykut B. wieso Schreiben Sie nicht was zum Thema im Bericht?

  4. 16.

    "Wer weiß aber" ist eben kein Beleg für eine Behauptung. Was sollen wir denn darauf erwidern?

    Wir haben hier keinen einzigen Kommentar "zensiert". Wer mit seinen Äußerungen nicht gegen diese Netiquette-Regeln verstößt (frei einsehbar), der darf hier schreiben, was immer er oder sie will. https://www.rbb-online.de/hilfe/hilfe___kommentarfunktion.html

    Wenn Sie uns konkrete Beispiele von Kommentaren nennen könnten, die Sie verfasst haben, die hier aber nicht veröffentlicht worden sein sollen, können wir gerne konkret diskutieren.

  5. 15.

    Anscheinend verwechseln Sie mich mit jemanden, den man ein Pferd für eine Kuh verkaufen kann.
    Ich lese die Kommentare und stelle fest, dass es mit Ihren Bekundungen, nicht zu zensieren, nicht weit her ist.
    Wenn ich die Kommentare lese, fällt mit auf, dass anderen Usern (Inge, Martin - 3 von 9)auffällt, dass auffällige Kommentare gelöscht, also zensiert wurden.
    Nun, das scheint kein "Totschlagargument" zu sein.
    Wer weiß aber, wie viele Kommentare erst gar nicht erscheinen.

  6. 14.

    Sie wissen, was ein "Totschlagargument" ist, oder? Wenn man das Gegenteil einer Behauptung nie beweisen kann, bleibt die Unterstellung halt bestehen. Schwierig, so zu diskutieren.

  7. 13.

    Durch Zufall komme ich auf diese Seite und muss .... herzhaft lachen.
    Ein Herr unterstellt einem Anderen, dass er nicht in Hoppegarten wohne, sondern in Neuenhagen.
    Sich also nicht an der Diskussion beteiligen dürfe. Nun aber, ist der Herr selber aus diesem Dorf, bekundet sogar, dass er dort seit 30 Jahren lebe.
    Ja, dann ist natürlich klar, dass er, der Herr, natürlich eine Meinung haben dürfte und der Andere nicht.
    Verrückt!
    Auch, dass der Administrator von rbb24.de vehement abstreitet, dass hier eine Einflussnahme durch die Zensur nicht stattfinden würde, bleibt fragwürdig. Dazu muss man sich die Seite länger ansehen.
    Wenn mein Beitrag nicht erscheint, kann man dem Vorwurf der Zensur folgen. Oder?

  8. 12.

    Sie unterstellen uns, wir würden je nach politischer Maßgabe zensieren, stellen das als Tatsache hin. Wir weisen das entschieden zurück und fragen nach konkreten Kommentaren, auf die das zutreffen soll. Was genau ist denn jetzt an dieser Frage unverschämt?

  9. 11.

    Sie sollten sich schämen, eine solche dümmliche Antwort zu geben.
    Mit Sicherheit werden auch hier unliebige Kommentare zensiert und gelöscht. Sich dann aber mit dieser Antwort hinzustellen und den Bürger, der hier seine Meinung kund tut, egal, ob genehm oder eben nicht, zu verarschen - nichts anderes ist Ihre Antwort - geht ja gar nicht.
    Wenn Sie Angst vor der Meinung Anderer haben, dann sollten Sie die Kommentierung in Gänze verbieten.
    So gibt man denen, die darin die "Lügenpresse" sehen, einen Grund.

  10. 10.

    Lieber Martin, Ihre Antwort zeigt eben genau das Herablassende,was ich kritisiere,und demonstriert nachdrücklich,wie zutreffend meine Anregung war,von Polemik abzusehen und es mit Sachlichkeit zu versuchen. Hierzu gehört auch,das Verdrehen und Auslegen von Aussagen zu unterlassen, bestenfalls. Ich habe mitnichten der Nichteinmischung das Wort geredet,sondern vielmehr darauf hingewiesen,dass ein unmittelbar Betroffener natürlich an erster Stelle seine Meinung äußern kann. Und ich habe vor allem darauf himgewiesen,dass es einem nicht unmittelbar Betroffenen m.E. nicht zusteht,derartige Argumente überheblich abzubügeln. Wenn Ihnen das ganze offenbar den größten Spaß macht seit Jahren,dann ist das auch ok-allen,die das nicht so sehen,die Dinge vorzuwerfen aus Ihrem ersten Post,das ist arrogant und hat mit sachlicher Auseinandersetzung nichts zu tun, die ja offenbar auch nicht gewollt ist.Erkennbar verläuft Ihre Konfliktlinie ganz woanders....hierzu: ich lebe seit knapp 30 Jahren hier......

  11. 9.

    Liebe Leute vom rbb24,

    danke für die Antwort.
    Schade nur, dass Sie wie ich, an einem Kurzzeitgedächnis leide. Wie Sie kann ich mich nicht an die zensierten Beiträge erinnern, werde aber ab jetzt immer ein Skrinshot machen.

    Zu Hans nochmal: tolles Kabarett, wo ein Linker einem ehemaligen FDJ-Funktionär dessen Handlungen vorwirft.

  12. 8.

    Welche Kommentare sollen hier verschwunden sein? Wir jedenfalls haben nichts gelöscht. Freundliche Grüße

  13. 7.

    Lieber Hans, Sie schreiben etwas davon, dass sich Bürger, die in Neuenhagen ("also schon eteas weg") wohnen, sich nicht in die Diskussion der "Betroffenen" einmischen sollte.
    Nun, Sie kommen, wie man unschwer lesen kann, auch aus Neuenhagen.
    Warum also Ihre Wortmeldung?
    Sie sind doch auch "also schon eteas weg".
    Ich hingegen wohne direkt am Geschehen (ca. 500m vom Geschehen)und freue mich auf das Festival und habe auch schon für alle drei Tage Karten.
    Na egal, denn Zugezogenen, denen es in der Stadt zu laut war, haben wenigstens für die nächste Zeit Aufregung. Sonst tut sich ja nichts mehr bei denen.

    Nebenbei: ich verfolge die Diskussion schon eine Weile und muss feststellen, dass einige Kommentare verschwunden sind.
    Da stellt sich mir die Frage, ob hier nicht zensiert wird?
    Gehört nicht auch die Meinung eines Andersdenkenden zum Disput?
    Ist das die viel beschworene Meinungsfreiheit?

  14. 6.

    Zwar kein Fan seiner Partei....gleichwohl ist dieser Artikel fundiert und zutreffend.....http://www.dielinke-neuenhagen.de/nc/service/gesamtverzeichnis/detail/zurueck/aktuelles-6/artikel/lollapalooza-festival-der-ohnmacht/

  15. 5.

    Na ja....geht ne Menge durcheinander in den Kommentaren. Wenn jemand in Berlin oder auch Neuenhagen (also schon eteas weg) wohnt,dann soll er doch dort für derartiges vor seiner Haustür kämpfen. Es ist unpassend,sich arrogant über Meinungen von unmittelbar Betrofgenen,die eben nicht als nur Gäste kommen,zu erheben. Die Renntage mit ihren Besucherzahlen kommen nicht annähernd an das heran,was bevorsteht, von den dabei nicht notwendigen Aufbauten Bühnen usw.ganz abgesehen. Und Musik in dem erwarteten Maß wird dabei auch nicht gespielt. Was das angebliche Geld in der Kasse der Gemeinde (nicht Stadt,auch ein Aspekt)angeht-wo soll das herkommen bei einer privaten Veranstaltung?Last but not least: Dieter Birr,der im Übrigen in Neuenhagen wohnt,ist mitnichten geisterhaft,sondern ziemlich umtriebig und aktiv....also,vielleicht erst mal mit den tatsächlichen Argumenten der Gegner auseinandersetzen,als von einer abgehobenen Warte als nicht Betroffener Polemik zu verbreiten.....

  16. 4.

    Typisch. Oder?

    Warum isoliert sich Berlin und sein Speckgürtel nicht direkt und generell von Veranstaltungen? Dann muss sich keiner der Spießbürger mehr aufregen, der Stammtisch geht wieder in die gediegene Runde und alles ist Mauerblümchen.

    Wegen nen bisschen Musik wird hier so ein Aufriss gemacht. Jeder will ja irgendwie doch Party, "...aber bitte nicht vor meiner Haustür..." - Ich fänd'S cool, wenn's vor meiner stattfinden würde; dann könnte ich entspannt auf meinen Balkon der Musik lauschen und meine eigene Party machen.

  17. 3.

    Lieber Daniel,
    worum geht es denn, in dem von Ihnen kommentierten Bericht? Wenn nicht um das Festival und schließlich um die Musik.
    Ich gebe Martin Recht, wenn er sich gegen die "Untoten" (wohl gemeint und nicht 'Untaten' ;-)) stellt, die mit zweierlei Maß an die Situation gehen.
    An Renntagen wird auch Musik gespielt und es kommen auch Tausende.
    Jetzt kommt die Jugend mit ihrer Musik und ist nach drei Tagen verschwunden. Wie auch das Gejammer einzelner aufgebrachter Bürger.
    Letztlich spült diese Veranstaltung auch Geld in die Kassen der Stadt Hoppegarten, für die Renovierung des Kindergartens und neue Gehwege (zum Beispiel.
    Und vielleicht haucht es dem Geist Dieter Birr, der immer schlaff durch REWE geistert, auch mal wieder Leben ein.

  18. 2.

    Hmm Spießer nennt man sowas
    Über die Musik lässt sich sicher streiten aber darum gehts ja nichtmal

  19. 1.

    Leider greift Dummheit, Ingnoranz, Selbstsucht und Verlogenheit ungestraft umsich.
    Die selben Leute, die hier Menschenketten und Unterschriften gegen das Festival sammeln, stehen an Renntagen am Zaun und sonnen sich im Glanz der Gäste. Komisch, da werden keine Protestanten beim Bürgermeister abgegeben. Da glänzt die Spießerfratze im Glanz der Neureichen, die sich auch hier in Hoppegarten breit machen.
    Drei Tage Leben - danach können die Untaten sich wieder in ihrem Dorf zur Ruhe legen.
    Ich hoffe auf ein Einsehen und das Festival in den nächsten Jahren hier auf der Rennbahn Hoppegarten.

    Martin (58)

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