Nahaufnahme eines toten Wildschweins im Brandenburger Forst. (Quelle: imago/Marius Schwarz)
Video: Brandenburg aktuell | 12.01.2018 | Stephanie Teistler | Bild: imago/Marius Schwarz

Aus Angst vor der Schweinepest - Brandenburg lobt Prämie für getötete Wildschweine aus

Noch ist kein einziger Fall in Deutschland aufgetreten, doch die Angst vor der Afrikanischen Schweinepest wächst. Denn sollten Hausschweine angesteckt werden, hätte das gravierende Folgen. Vorsorglich soll der gefährlichste Überträger reduziert werden: das Wildschwein. 

Aus Sorge vor einem Übergreifen der Afrikanischen Schweinepest auf Deutschland gibt es in Brandenburg vom 1. April an eine Prämie für getötete Wildschweine. Für jedes Tier, das über der Zahl der in der Saison 2015/2016 erlegten 71.400 Tiere liege, würden an Jäger 50 Euro gezahlt, teilte das Agrarministerium am Freitag mit. Die Vereinbarung werde mit den Landkreisen und kreisfreien Städten getroffen.

Die Mitglieder des Brandenburger Landesjagdverbandes bemühen sich seit Monaten, so viele Wildschweine wie möglich zu erlegen. Im abgelaufenen Jagdjahr waren es rund 76.000 Stück Schwarzwild. 

Erste Fälle in Tschechien und Polen

Die Krankheit breitet sich seit einigen Jahren über Georgien, Russland und Osteuropa aus. Erste Fälle gibt es auch in den deutschen Nachbarstaaten Polen und Tschechien.

Der Deutsche Bauernverband hat unterdessen gefordert, dass rund 70 Prozent der Wildschweine in Deutschland abgeschossen werden. Eine intelligente Reduzierung des Wildschweinbestandes spiele eine zentrale Rolle bei der Prävention gegen die Schweinepest, sagte der Vizepräsident des Bauernverbandes, Werner Schwarz, am Freitag in Berlin. 

Auch Menschen können das Virus verbreiten

Unterstützt wird diese Forderung vom brandenburgischen Bauernverband. Die Übertragung von Schwein zu Schwein sei einer der wichtigsten Übertragungswege, sagte Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes am Freitag dem rbb. Problematisch seien auch rohe Lebensmittel, die durch die drei Millionen Berufspendler aus Polen und Tschechien ins Land kommen.

Es sei nicht die Frage ob, sondern wann die Seuche nach Deutschland kommt, so Wendorff. Werde die Afrikanische Schweinepest nicht aufgehalten, dann würde sämtlicher Handel mit deutschem Schweinefleisch untersagt, Drittländer würden sofort die Importe aus Deutschland Waren verbieten, betonte Wendorff.

Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich, für Schweine jedoch hochansteckend. Bei Haus- und Wildschweinen verläuft die Erkrankung in fast allen Fällen tödlich. Es gibt keinen Impfstoff gegen die Seuche. 

Sendung: Inforadio, 12.01.2018, 16.40 Uhr

Kommentar

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15 Kommentare

  1. 15.

    Schön, wenn "Städter" sich übers Wildschwein unterhalten. Hier in PM und auch im angrenzenden Zehlendorf gibt es eine WildschweinPLAGE. Die durchaus niedlichen Tierchen stehen abends auf den Terrassen, durchwühlen öffentliches Grün und Gärten, stehen auf Schulhöfen, vor Geschäften... sie frischen das ganze Jahr, süße kleine Wildschweinchen.
    Aber wir sind überaus dankbar, wenn der Bestand auf ein normales (!) Maß reduziert wird. Und essen gerne weiter Bio- oder Neulandfleisch von gestreichelten rosa Hausschweinchen.

    Dennoch - die Wildschweine können gar nicht so süß sein, dass wir über die Schäden hinwegsehen könnten, die sie verursachen. Da rede ich übrigens nicht vom Virus, sondern nur vom Graben und Wühlen...

  2. 14.

    Also ich finde das einige Leute in Deutschland eine falsche Sichtweise haben was speziell die Jagd anbetrifft. Ich selbst bin Jäger und kann diesen Irrsinn der Politik nicht verstehen. Die Monokulturen sprießen nur noch so aus dem Boden, kl die Politik Subventioniert ja auch den Maisanbau für Biogasanlagen. Auch Zuckerrüben landen dort. Es gibt Menschen auf der Welt die Hungern, wir hauen unseren Anbau in die Biogasanlage um die Energie wieder Preiswert ins Ausland zu Verkaufen....IRRSINN. Die Wildschweine haben ein Paradies in den großen Maisschlägen, wo sie auch nicht rauszubekommen sind. Solange solch Situationen nicht in der Entstehung behoben werden, solange werden wir hier in Deutschland ein anstieg der Sauenpopulationen verzeichnen. Auch ist es in den letzten Jahren gang und gebe das Benachbarte Jagdreviere keine übergreifende Treibjagd mitmachen. In solch Jagdrevieren werden die Wildschweine förmlich gezüchtet, weil dort keine intensive Schwarzwildbejagung stattfindet.

  3. 13.

    Bravo! Ich ringe übrigens mit mir, ob ich einen Nachweis in Deutschland nicht gutheißen soll. In der Hoffnung, dass wir nicht mehr für den Export, sondern nur noch fur den Eigenbedarf „produzieren“ (eigentlich ein perverses Wort für Lebensmittel).

  4. 11.

    Das es mitunter regional eine Wildschweinplage gibt, habe ich selbst sehen können. Allerdings ist die Art und Weise, wie mal wieder die Bauern rumjammern und einzig und allein auf ihr eigenes Wohl pochen, vollkommen daneben und zeigt mal wieder, wie unflexibel und ausgeartet diese verflixte Massentierhaltung ist. Diese gehört abgeschafft, ebenso wie der ungesunde und übermässige Fleischkonsum von Schweinefleisch. Ich fordere in Zukunft 70% weniger Massentierhaltung in der Schweinezucht, wenn 70% der Wildschweine erlegt werden sollen, damit solche Jagden in Zukunft nicht notwenidig sind.

    Würde mich übriges nicht wundern, wenn durch die Jagd auf Wildschweine nun das Virus durch die Menschen erst recht auf die Zuchtschweine übertragen wird, da dieser Virus den Menschen als Zwischenwirt nutzen kann - das wäre dann Ironie des Schicksals...... wir werden sehen.

  5. 10.

    "Unser" Fleischkonsum hat wenig mit der Massentierhaltung zu tun. Wird in Deutschland weniger von diesem Billigfleisch konsumiert, wird eben mehr exportiert. Schon jetzt wird mehr als 1 Million Tonnen Fleisch aus Massentierhaltung in Länder außerhalb der EU exportiert. Das Meiste davon nach China.
    Offenbar ist es billiger in Deutschland Billigfleisch zu produzieren und nach China zu exportieren als es in China zu produzieren. Trotz angeblicher Tierschutz und Umweltschutzbestimmen in D.

    Die Chinesen zahlen ihren Bauern eben keine Subventionen.
    Wir fördern nicht über unseren Konsum die Massentierhaltung sondern mit unseren Steuern

  6. 9.

    @leckerergrashalm Teil.3

    Aber als erstes gehört das Gesetz abgeschafft, dass der Jäger dem Bauer Schadensersatz für Wildschäden zahlen muss.
    Ich weiß, die Bauern sind es gewöhnt, dass der Steuerzahler für alles was ihnen so negatives passiert zahlt. Doch die Schäden sind im Vergleich zu den SChäden die Bauern an der Gesellschaft verursachen Peanuts.
    Der Steuerzahler sollte nur Bauern subventionieren, die unsere Böden nachhaltig und umweltfreundlich behandeln und jene die Tiere artgerecht halten. Exporte von Billigfleisch, erwirtschaftet durch Vergiftung des Böden und Quälen der Tiere gehört verboten.
    Wir müssen langsam verstehen, dass die Bauern, so wie sie heute wirtschaften, für die Gesellschaft einen sehr großen Schaden anrichten und aufhören sie pampern und sie zu bemitkleiden.

  7. 8.

    Wenn die Wildschweine tatsächlich deswegen geschossen werden dürfen, um das Fortschreiten des Virus einzudämmen, dann liegt es doch für die Bauern nahe, beim Herannahen des nächsten Vogelgrippevirus auch den Abschuss von 70% der Wildvögel zu fordern. Da erscheint mir doch die vom BUND geforderte Halbierung des Fleischkonsums sinnvoller: Weniger Massentierhaltung, weniger Schaden für die Fleischproduzenten.

  8. 7.

    @leckerergrashalm Teil.2
    Aber zurück zum Jäger ... der Hauptgrund für die Jagd ist in der Psyche des Jägers und nicht in der Notwendigkeit der Jagd zu sehen.
    Das es sehr gut ohne Miliz-Jagd funktioniert kann man in den Gebieten sehen, die nicht bejagd werden. MIt Milizjagd meine ich jene Jäger, die sei es aus sexuellem-, oder Machttrieb heraus oder auch "nur" weil sie von je her Tierquäler sind ihren Jagdschein machen. Das ist die überwiegende Mehrheit der Jäger. Würden die Jäger nicht die Leitbachen schiessen, gäbe es keine ungebremste Vermehrung der Wildschweinen. Abgesehen davon können Jäger, da sie nie kontrolliert werden im Wald ihre Triebe völlig frei ausleben. Nur wenn etwas schiefläuft, wie bei dem Jäger, der sich 2015 selbst erschossen hat, als er mit dem Gewehrkolben ein angeschossenes Reh zu Tode prügelte kann man erahnen welchen Qualen die Tiere erleiden müssen, damit Jägers Trieb befriedigt ist.

  9. 6.

    @leckerergrashalm Teil.1
    Was für ein Humbug. Aber es sind nicht die "angeblichen Heimlichfleischesser" die unsere Böden vergiften , sondern die Bauern. Es sind auch nicht die "angeblichen Heimlichfleischesser" die diese pest in die Massentierhaltungsställe tragen, sondern die Tierquäler selbst. Erkundigen SIe sich mal wieviele der Jagdverbändler gleichzeitig Massentierhalter sind. Ist auch nicht weiter verwunderlich, denn eine Grundvoraussetzung für die Massentierhaltung und die Jagd ist fehlende Emphatie.
    Was nicht weniger schlimm ist: DIe Bauern sind ebenfalls an der Infektion und dem Tod von jährlich rund 70.000 Menschen beteiligt, die an Antibiotikaressistenten Keimen sterben. Bauern jammern auf einem hohen Niveau, während sie Fördergelder (Steuergelder) in Milliardenhöhe verbrennen um Fleisch so billig zu produzieren, dass es sich selbst lohnt diese antibiotaverseuchten und ihr Leben lang jämmerlich leidenden Tiere nach China zu exportieren. ...

  10. 5.

    Jaja, der so sich ums Tierwohl sorgende Bauernverband (wie wäre es diesen in Massentierhaltung und Pestizid Verband umzubenennen?)

    Ja, scheinbar gibt es (zu) viele Wildschweine (wann sind es zu viele? Wieviel Todesopfer gibt es dadurch jährlich? Oder doch eher aufgewühlte Vorgärten?) durch den permanenten Eingriff in die Natur.

    Rinderwahn, Schweinepest, SARS, etc etc ..
    Krankheiten oft vom Menschen verursacht.
    Aber es gäbe eine Möglichkeit, die diese Meldungen für immer ausschalten würden:
    GO VEGAN

    Aber neeee, um Gottes Willen, ich will doch nicht reglementiert werden, außerdem bin ich ein Raubtier und brauch meine gesunde Wurst (srksms)

  11. 4.

    Da wird gleich der Teufel an die Wand und das Bild vom hehren Waidmann gemalt, holldrio. Dass Bauern und Jagdverband den Abschuss der Wildschweine fordern, war vorhersehbar. Man sollte die potenzielle Ankunft der afrikanischen Schweinepest bei uns jedoch sachlich beurteilen. Für Schweine ist sie gefährlich bis potenziell tödlich, für Menschen nicht. Sie wird unter Schweinen durch Weitergabe des Virus übertragen, wenn sie also direkten Kontakt untereinander haben oder kontaminiertes Futter fressen. Der Abschuss von Wildschweinen birgt eine reale Ansteckungsgefahr für Hausschweine, wenn der Jäger / Bauer nach dem Aufbrechen jene hinterher füttert. Sinnvoll wäre einzig, sämtliche Hausschweine in Ställen zu halten bzw. ihren Kontakt zu Wildschweinen konsequent zu verhindern. Aber das würde ja Geld kosten, und somit steht zu befürchten, dass Zehntausende von Wildschweinen die Gier der Bürger nach billigstem Schweinefleisch mit dem Leben bezahlen müssen.

  12. 3.

    Naja - zu viele Wildschweine gibt es schon und vor allem in Ballungsgebieten. Aber diese Panikmache unter dem Deckmantel Profitgier der Massentierbetriebe ist bemerkenswert.
    Aber jetzt eine Prämie auszuloben ist sinnloser Aktionismus um die Leute abzulenken - ist halt Opium für´s Volk und die Rechtfertigung zum fast unkontrollierten Rumballern für schussgeile Waidmänner - die mit Sicherheit auch auf anderes Getier dann zielen.
    Dass die Wildschweinbestände bejagt werden müssen steht ausser Frage - aber solch ein Gemetzel ist wirklich nicht notwendig. Denn wenn der Erreger auch über den Kot von infizierten Wildscheinen übertragen werden kann frage ich mich: wie soll der denn bei den Sicherheitsvorschriften, die jetzt schon gültig sind, in die Massentierställe gelangen sollten - also alles billige Panikmache - unsubstantiiert und sinnlos.

  13. 1.

    Das ist eine sinnlose Abschlachtung. Weil die Bauern das fordern, wird es sofort gemacht. Ein absolutes Unding! Die Schweinepest wird sich ausbreiten, egal wie viele Tiere man tötet. In Deutschland haben wir nicht zu viele Wildschweine, sondern zu viele Nutzschweine! Ein Ablenkungsversuch der Bauernlobby von der extremen Massentierhaltung, die die rasante Ausbreitung von Krankheitserregern erst möglich macht!

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