Feuerwehr auf der überfluteten Tiergartenstraße am 2.8.19 (Bild: dpa/Michael Kappeler)
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Video: rbb|24 | 02.08.2019 | Bild: dpa/Michael Kappeler

Gewitter mit Starkregen - Berliner Feuerwehr ruft erneut Ausnahmezustand aus

Enorme Regenmengen sind am Freitag über Berlin niedergegangen und haben zahlreiche Straßen unter Wasser gesetzt. Erneut musste die Feuerwehr den Ausnahmezustand ausrufen. Viele Bus- und Tramlinien waren vorübergehend eingestellt.

Die Berliner Feuerwehr hat wegen eines Unwetters am Freitag erneut den Ausnahmezustand ausgerufen. Die Retter rückten zu mehr als 200 wetterbedingten Einsätzen aus, wie ein Sprecher der Feuerwehr am Samstag mitteilte. Ausnahmezustand bedeutet, dass die Einsätze nach Dringlichkeit statt chronologisch abgewickelt werden - erst um kurz vor 23 Uhr konnte die Feuerwehr wieder zu ihrer normalen Arbeitsweise zurückkehren.

Auch am Samstagmorgen gab es noch Beeinträchtigungen durch das Unwetter. Wegen Wasserschäden fuhr die Berliner Feuerwehr die chirurgische Notaufnahme und die internistische Notaufnahme am Virchow-Klinikum in Berlin-Wedding nicht an. Erst gegen Mittag teilte die Charité mit, dass beide Notaufnahmen wieder in Betrieb seien.

Die meisten Einsätze der Feuerwehr galten Wasserschäden in Gebäuden und auf Straßen. Einen größeren Einsatz gab es in der Amerika-Gedenkbibliothek, wo Wasser in den Keller gelaufen war. Im Keller des Stadions Neukölln stand das Wasser 1,50 Meter hoch. Das Abpumpen dauerte viele Stunden.

Auch die Feuerwehr selbst blieb nicht von den Folgen des Starkregens verschont. In den Feuerwachen Urban, Moabit und Tiergarten sowie in der Station des Technischen Dienstes in Charlottenburg gab es am Freitag Wassereinbrüche.

Behinderungen auf zahlreichen Bus- und Tramlinien

Das heftige Unwetter führte am Nachmittag auch zu größeren Behinderungen im Bus- und Tramverkehr. Zahlreiche Linien verkehrten nicht oder nur auf bestimmten Abschnitten. Das teilte die Verkehrs-Informationszentrale via Twitter mit. Darunter waren wichtige Verbindungen wie die Buslinien M19 und M46, ferner die Linien 100, 106 und 200. Die Tramlinien 21, 27 und 37 waren ebenso betroffen wie die Linien 60 bis 63, 67 und 68. Laut Mitteilung der BVG lief der Verkehr erst ab 18.15 Uhr langsam wieder an.

Vielerorts in Berlin kam es wegen überschwemmter Straßen zu Behinderungen. In Höhe Kemperplatz/Bellevuestraße wurden mehrere Gullydeckel durch den Wasserdruck nach oben gedrückt. Nicht weit davon war auch die viel befahrene Kreuzung Klingelhöfer- Ecke Tiergartenstraße stundenlang gesperrt; hier schwamm laut Verkehrsinformationszentrale ein PKW im Wasser. Es kam zu massiven Staus auf allen Umfahrungsstraßen.

Ebenfalls große Probleme gab es auf der A100. Hier waren die Einfahrt Buschkrugallee sowie die A100 selbst in Höhe Beussel- und Seestraße in Richtung Wedding für mehrere Stunden gesperrt. Gesperrt waren auch die Kreuzung Friedrich- und Hedemannstraße in Kreuzberg sowie Abschnitte der Yorckstraße und Gneisenaustraße.

Das Unwetter führte auch zu Verspätungen und längeren Wartezeiten an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurde am Freitagnachmittag an der Station am ehemaligen Flughafen Tempelhof innerhalb von 2,5 Stunden eine Niederschlagsmenge von mehr als 35 Liter pro Quadratmeter gemessen. Ab einer Regenmenge von 25 Liter pro Quadratmeter wird von einem Unwetter gesprochen, sagte eine Sprecherin.

Regen lässt Waldbrandgefahr sinken

Das Nass von Oben sorgt derweil für Entspannung in Brandenburgs Wäldern: Am Donnerstag galt in allen Landkreisen die niedrigste Gefahrenstufe 1. In den vorangegangenen heißen, trockenen Monaten war es in Berlin und Brandenburg immer wieder zu teils großflächigen Waldbränden gekommen. Bis Ende Juni wurden laut dem Landesbetrieb Forst 275 Waldbrände registriert, die Brandfläche beläuft sich demnach auf 1.100 Hektar. Zuletzt hatte es auf dem Truppenübungsplatz bei Jüterbog auf einer Fläche von mehr als 130 Hektar gebrannt.

Sendung: Inforadio, 03.08.2019, 10:00 Uhr

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44 Kommentare

  1. 44.

    Das ist ja alles gut und schön was Du da schreibst, aber irgendwie kann das nicht so ganz stimmen, Deine Kumpels vom THV in Lankwitz haben mir was anderes erzählt betreffs Ausrüstung.
    Ich will dir jetzt nichts unterstellen aber ob das mit den THV Helfer bei Dir so hinhaut... ist mir eigendlich auch egal hier kann jeder schreiben selbst der Papst.

  2. 43.

    Nö, kannst doch selber hinfliegen und klar woltte ich das allen mitteilen haste nicht die MP gelesen habe ich ein riesen Artikel über Vegas eingesetzt.

  3. 42.

    Ich stimme Ihnen ja im großen und ganzen zu, doch gerade in Berlin ist mir schon sehr schnell aufgefallen, das die meisten Gehwege mit diesen kleinen viereckigen Steinen gepflastert sind und das ist gut für den Regenabfluss. Noch etwas positives fiel mir durch den Starkregen auf. Alle Bäume die ich an den Straßenrändern stehen sah, hatten auf einmal drumherum richtige große Wasserpfützen. Was nur gut ist, nach der Hitzeperiode. Zu guter letzt noch etwas. Auch wenn die Kanalisationen mit der Aufnahme von Wasser nicht nachkommen, vertreiben die Massen an Wasser doch auch die vielen Ratten in den unterirdischen Abflüssen. Denn dort halten diese sich vermehrt besonders gerne auf.

  4. 41.

    Nun ich sag's mal so! ... Immer wieder von Neuem!
    Ein Jahr geht, der Sommer oder Herbst und dami "unvorhersehbare" Unwetter kommen, und Berlin säuft halt an der einen oder anderen bekannten Stelle ab! ... Und was passiert? ... Außer Lippenbekenntnisse und halpherzige Pläne für kommunale Bestansdsbauten, Straßenbau in Berliner Randbezirken und Auflagen für Neubau-Industriegebiete - Nichts! ... Da gibt es keine Anreizprogramm für private Hausbesitzer Versickerungsflächen zu schaffen, keine Kontrollen ob das Regenwasser am Ende nicht doch in der Kanalisation landet da wo es nicht darf, da werden Pflasterflächen eben nicht versickerungsfähig gehalten sondern zubettoniert, weil man zu bequem geworden ist und auch nicht Unkraut und Moos auf diesen Flächen mehr dulden will. Auch arbeiten wir nicht daran weniger Verkehr und damit weniger Raum für betonierte Parkflächen in der Stadt zu haben ... Was soll ich sagen!? Nichtstun heißt, der Pegel steigt!

  5. 40.

    Landleben... meine Auto stand Mittwoch auf dem Land, im Dorf, wo es am heftigsten runterkam lt. rbb. Am Straßenrand. ich bin barfuss zur Karre, am Reifen sammelte sich bereits Treibholz :-) er stand im Bach. Die Kopfsteinpflasterstraßen sind bogenförmig, mittig hoch. Bin dann heim, Fenster schließen. Man konnte nur mittig fahren. Fontänen spratzten auf den Gehweg.... gut, dass keiner zu Fuß unterwegs war! Kurze Zeit später erschien ich wieder dort, und die, die weiter gesungen hatten, haben nichts von alle dem mitbekommen. Schauten raus - Wasser kompett weg. Im Gully (alte Ost-Schlucker) verschwunden, im Kopfsteinpflaster oder Rasen versickert. Faszinierend.
    GEstern musste ich in NKölln eine Stunde warten, um zum Auto zu kommen. Dann bin ich heimgerudert, äh - gefahren.

    Heute habe ich Wasser aus dem Kofferraum geholt und Matschepampe aus den Radkästen. Örgs. Da habe ich wohl einiges abgefangen die letzten Tage im Guss :-)

  6. 39.

    Sehr schöner Kommentar. Ging gestern durch den Sturzregen und dachte wirklich, wie es jetzt wohl wäre auf dem Land, ohne zubetonierte Straßen. Gummistiefel angezogen und fertig. Überhaupt finde ich es ein besonderes Schauspiel auf dem Land Gewitter zu beobachten.

  7. 38.

    An alle hier im Chat. Kommt aufs Land vergesst Berlin . Habt ihr schon einmal ein Gewitter auf dem Dorf erlebt? Ein Sturzregen auf dem Land ? Ich sage euch es ist einzigartig wie die Natur das Wasser aufsaugen kann . Wir haben hier oben kurz vor MV keinen zubetonierten Speckgürtel wir flicken unsere Straße vorm Haus noch selbst weil keine Gelder da sind . Und sollte es doch einmal eine Große Pfütze geben haben die Kinder eine Spaß . Kommt raus aus eurer Betonwüste ihr werdet es nicht bereuen .
    Den Kameraden der FFw und FF gebührt mein voller Respekt erst löscht Ihr den Wald rund um Berlin dann pumpt ihr das Wasser aus den Kellern …

  8. 37.

    Seit nunmehr 25 Jahren wohne ich in Berlin. Vor zwanzig Jahren liefen die Keller bei heftigen Regen auch schon voll...Kann es sein, dass es auch an verstopfte und zu kleine Kanalisationen liegt? Ich beobachte es immer wieder, dass Gullideckel bereits zugewachsen sind. An den Bebauungplänen oder weil zuviel gebaut wird kann es nicht liegen, das spüren wir ja durch die Mietpreisbremse und Deckelung.

  9. 36.

    Richtig. Das Problem liegt bei den AöR, wären sie Privatfirmen könnten sie nicht so leicht alles auf den Regen schieben.
    Ein Gully muss ablaufen, wir sind hier nicht mehr in der Steinzeit.
    Ein Regen und es sind Gleise unterspült,
    ein Regen und die Gullys schaffen nichts,
    ein Regen und die Bäume brechen ab... Man kann es nicht mehr hören und sehen.
    Das Land Berlin sollte endlich selbst ausbildetes Personal dauerhaft einstellen und nicht einen auf hervorragenden Ausbilder machen um dann die Ausgebildeten auf 366 Tage befristetes Arbeitsverhältnis aufs Abstellgleis schieben!
    Wir brauchen endlich mehr Arbeiter in den Landesbetrieben, weniger Studierte die man obendrein in der Firma erst anlernen muss und vor Ort für nichts zu gebrauchen sind.

  10. 35.

    Hey Leute, Ihr alle leistet verdammt gute Arbeit. Danke hierfür und auch ein dickes Lob an unsere Feuerwehr.

  11. 34.

    Und Las Vegas ist ihr Musterbeispiel, ja? Na wenn man sich die Welt als Kasino vorstellt... hoffentlich erleiden Sie dort nie einen Unfall und oder eine Naturkatastrophe, denn die haben dort drüben ihre eigenen Probleme...

  12. 33.

    Krea wollte nur mitteilen dass Er/Sie aus Vegas gelandet ist,der wahren Welt und jetzt in "Kleinkleckersdorf" .Berlin ist eine Weltstadt und einzigartig schön.Mit dem Liebenden Herzen gesehen, bei aller Unzulänglichkeit.Übrigens wenn Sie wieder in Vegas sind sagen sie den Amis dass Deutschland wieder eins ist und Grüßen sie mir Ihren Bruder im Geiste.

  13. 32.

    @rbb Plant die BVG am Hermannplatz etwas, damit dort keine Unmengen Wasser in den Eingangsbereich und auf den Bahnsteig fliessen? Ist ja nicht das erste Mal ;)

  14. 31.

    Die Eingangssequenz wurde gestern um 16:45 Uhr auf Twitter von Christian Mutter, einem Journalisten von t-online.de, veröffentlicht. Er hat das Video gestern an der Ecke Torstraße Schönhauser Allee aufgenommen. Selbstverständlich stammen auch alle weiteren Videos vom Starkregen gestern.
    Es hat schon bei früheren Unwettern in Berlin ähnliche "Bade"-Szenen gegeben - daher dürfte Ihnen die Aufnahme bekannt vorkommen. Schauen Sie mal hier bei 0:22:
    https://www.facebook.com/rbb24.de/videos/2375024085892193/

  15. 30.

    das marode System in Deutschland ...wir zahlen Abwassergebühren und die Städte machen davon Party...

  16. 29.

    Bloß der Film zum Bericht ist nicht so gaaanz seriös. Die kurze Eingangssequenz aus der Torstraße (oberkörpernackte am Straßenrand werden vom Bus nassgespritzt) hatte ich schon Stunden, bevor ich gegen halb vier von Mitte aus mit dem Fahrrad ins beginnende Unwetter gestartet bin (ja, schön blöd von mir), gesehen. Stammen die restlichen Aufnahmen von gestern oder war das ein best of Unwetter der letzten Jahre?

  17. 28.

    "Ausnahmezustand" bedeutet in Berlin einfach "nur", dass wegen eines erhöhten Einsatzaufkommens die Freiwilligen Feuerwehren zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr "einberufen" werden. Das dient dem Schutz und dem Dienst am Bürger, der dank der freiwilligen Helfer auf die Beseitigung seines umgestürzten Baumes, Auspumpen seines Kellers oder andere Dienste nicht so lange warten muss, bis alle echten Notfälle abgearbeitet sind... Oder gar noch einen Handwerker bezahlen muss... Was passt ihnen eigentlich nicht?

  18. 27.

    Also in Spandow kamen ein paar richtig gute Duschen runter. Kurzfristig vll. knöcheltiefes Wasser im Garten. Lag' an der Zisterne - die "übergab" sich kurz in den Garten. Schwupp - weg war es wieder.
    Ok - Wetter entsteht aus Klima - soweit schon klar und indiskutabel.
    Könnten diese "Ausnahmezustände" in dieser eigentlich schönen Stadt nicht vll. auch an der "Flächenversiegelung" liegen?
    "Wackersteine" im Kiez?
    "Urban Gardening" - das Feindbild div. Ordnungsämter - nicht nur hier!
    Einfach (?) weg mit den versiegelten Flächen.
    "Beton-to-go" wäre doch auch mal schön - und mit "E-Bike" übern Feldweg (anstelle einer topfebenen Kunstpiste) radeln hätte auch was. Trainiert zumindest den "Popometer".

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