Oase mit Friedhofskapelle auf Brandenburger Feld (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Flächen in Brandenburg - Diese Gemeinden bauen sich komplett zu

Was die Dichte der Bebauung in Brandenburg angeht, könnte man leicht eine Faustregel aufstellen: Je näher an Berlin, umso mehr Bebauung durch Siedlungen und Verkehr. Nur der Gegenschluss funktioniert nicht.

Wer es grün mag, kommt in Brandenburg an der Gemeinde Storbeck-Frankendorf (Ostprignitz-Ruppin) nicht vorbei. In dem 497-Seelen-Dorf, fünf Kilometer nördlich von Neuruppin gelegen, nimmt die Vegetation (Wald, landwirtschaftliche Flächen und natürlicher Bewuchs) 96,9 Prozent der Fläche ein. Das heißt, von der zur Gemeinde gehörenden Fläche von 4.269 Hektar, sind nur 132,4 Hektar bebaut. Das lässt sich den Daten zur Flächennutzung 2018 des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg [Statistik Berlin Brandenburg] entnehmen.

Über ähnlich viel Vegetation verfügen in Brandenburg noch die Gemeinden Ragow-Merz (Oder-Spree) mit 96,3 Prozent der Fläche und Görzke (Potsdam-Mittelmark) mit 96 Prozent.

Statistisches Bundesamt

Die meisten Gewässer finden sich prozentual gesehen in – da ist der Name programmatisch  - der Gemeinde Teichland (Spree-Neiße). 30,7 Prozent der zur Gemeinde gehörenden 3.517 Hektar sind Gewässer. Gemeint sind hiermit vor allem der Teufelsteich und die Peitzer Teiche. Besonders wasserreich ist mit 24,9 Prozent auch Bad Saarow (Oder-Spree). Hier gehört der zehn Kilometer lange Scharmützelsee zum Kurort. Er ist der zweitgrößte See Brandenburgs.

Eichwalde am Rande Berlins ist besonders dicht bebaut

Das andere Ende der Fahnenstange, nämlich maximal viel Bebauung (Siedlung und Verkehr), findet sich in Eichwalde (Dahme-Spreewald). Die an den Berliner Ortsteil Schmöckwitz angrenzende Gemeinde mit mehr als 6.400 Einwohnern ist fast vollständig, nämlich zu 95,4 Prozent bebaut. Von insgesamt 279 Hektar sind hier nur 12,8 Hektar (4,6 Prozent) mit Grünland versehen. Damit ist Eichwalde Brandenburgs Spitzenreiter in Sachen Siedlungsbebauung und Verkehrsflächen. Es folgen Glienicke/Nordbahn (Oberhavel) mit 80,1 Prozent Bebauung und Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) mit 64,6 Prozent.

Generell gehört der Speckgürtel Berlins zu den Gebieten, in denen prozentual die größten Flächen mit Wohnhäusern, öffentlichen Gebäuden, Verkehrswegen oder Gleisen bebaut sind. Die weitab von Berlin liegenden Landkreise Elbe-Elster, Uckermark, Prignitz und Ostprignitz-Ruppin sind am dünnsten mit Siedlungs- und Verkehrsfläche bebaut. Hier liegt der Durchschnittswert der (für Siedlungen oder Verkehr) bebauten Fläche bei unter neun Prozent.

Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg veröffentlicht die Ergebnisse der Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung seit 2009 jährlich. Der Stichtag der Erhebung ist der 31. Dezember des jeweils vorgestellten Jahres. Die Daten werden durch die Auswertung des Amtlichen Liegenschaftskataster-Informationssystems (ALKIS) der Länder gewonnen.

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4 Kommentare

  1. 4.

    Und die Orte werden immer beliebter. Ich hab kein Bock hier noch länger in Berlin zu wohnen. Dreckig, laut, kein Grün mehr, nur noch Beton wo man hinsieht. Auf dauert ist das nichts... Auch nicht für die Gesundheit.

  2. 3.

    Ich dachte bei der Schlagzeile kommt hier irgendwas interessantes. Aber leider nur heiße Luft. Darauf müsste eigentlich CO2-Steuer erhoben werden.

  3. 2.

    Die Zersiedlung, die wir in Deutschland mit unsren ganzen Käffern haben ist ein echtes Problem. Hier werden Naturflächen verschenkt, Lebensräume zerschnitten, wirtschaftliche Entwicklung gehemmt und Anwohner zu langen Wegen, egal wohin, gezwungen. Deutschland ist beim Thema Zersiedlung einer der Spitzenreiter in Europa. Hier müsste die Politik aktiv gegensteuern.

  4. 1.

    Es ist doch gut wenn noch unbebaute Flächen vorhanden sind. Man kann schließlich nicht alles zupflastern. Für die Landwirtschaft werden doch auch noch Flächen benötigt.

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