Jäger versammeln sich nach einer Treibjagd bei den erlegten Wildschweinen. (Quelle: imago-images/Marius Schwarz)
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Afrikanische Schweinepest - Die Stunde der Brandenburger Jäger

Als Vorsorge gegen einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest soll in Brandenburg die Jagd auf Wildschweine verstärkt werden. Das Landwirtschaftsministerium empfiehlt Jagden mit Treibern und Hunden - bei dem auch gleich anderes Wild erlegt werden könne.

In Brandenburg sollen verstärkt Wildschweine gejagt werden. Ziel der Maßnahme ist es zu verhindern, dass hier die Afrikanische Schweinepest ausbricht, wie etwa im Nachbarland Polen. Wie das brandenburgische Landwirtschaftsministerium am Freitag mitteilte, hat es jetzt Jäger aufgefordert, "alle jagdlichen Möglichkeiten auszunutzen, um die Wildschweine zu erlegen". Besonders geeignet seien sogenannte Drückjagden mit Hunden und Treibern, da dabei gleichzeitig nach toten Tieren gesucht werden könnte, hieß es.

Schonzeit für Schalenwild kann verschoben werden

Weil bei Drückjagden neben dem Schwarzwild zwangsläufig auch andere Tiere betroffen sind, soll die Schonzeit für das übrige Wild - Rehe, Rothirsche, Damhirsche und der Europäische Mufflon - vom 16. bis 31. Januar aufgehoben werden. Die Schonzeit werde allerdings nur auf Antrag verschoben und auch nur, wenn der Fokus der Jagd auf den Wildschweinen liegt, hieß es.

Die Verschiebung gelte nur für den Osten Brandenburgs, in den Landkreisen Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree, Spree-Neiße, Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und in den kreisfreien Städten Frankfurt (Oder) und Cottbus. Als weiteren Grund für die Aufhebung der Schonzeit führt das Ministerium die Höhe der Wildpopulation und eine dadurch entstehende Bedrohung der Waldverjüngung in Brandenburg an. Für Wildschweine gelten ohnehin keine Schonzeiten mehr.

Elektrischer Zaun an der Grenze zu Polen

Brandenburg hat verschiedene Schutzmaßnahmen gegen die Schweinepest ergriffen - dazu zählen mobile Zäune an einem Teil entlang der Grenze zu Polen. Auf einem 120 Kilometer langen Abschnitt wurde in den Kreisen Spree-Neiße, Oder-Spree und in Frankfurt (Oder) ein Wildschutzzaun errichtet. Er reicht bis zur sächsischen Grenze.

Anders als in Dänemark, wo an der Grenze zu Deutschland ein festes Gitter installiert wurde, handelt es sich in Brandenburg um mobile, elektrische Drahtzäune. Diese Schutzzäune werden allerdings immer wieder beschädigt, beispielsweise durch Diebe oder Wanderer.  

Risikofaktor Mensch

Wildschweine können sich auch über achtlos weggeworfene Speisereste, die kontaminiert sind, anstecken. Auch Jagdtourismus in Gegenden, in denen das Virus verbreitet ist, kann bei der Übertragung eine Rolle spielen, wenn Ausrüstungsgegenstände kontaminiert werden und Schweine damit in Kontakt kommen. Für Schweinehalter und Mastbetriebe gilt eine spezielle Hygieneverordnung.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist für Menschen ungefährlich, für Wild- und Hausschweine aber tödlich. Bisher ist bundesweit noch kein ASP-Fall nachgewiesen worden. Allerdings wurde kürzlich in Polen nur rund 21 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt ein an der Tierseuche verendetes Wildschwein gefunden.

Ein möglicher Ausbruch der Schweinepest könnte massive wirtschaftliche Folgen für Schweinehalter haben. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums könnten Exporte in Nicht-EU-Staaten weitgehend wegfallen, vor allem nach Asien.

Sendung: Fritz, 17.01.2020, 15:30 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Das Fleisch vom Wildschwein ist ein hochwertiges, schmackhaftes, gesundes Lebensmittel. Es wird vor der Abgabe an den Handel oder Endverbraucher amtlich geprüft. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben. Also ja, selbstverständlich.

  2. 2.

    Der Klimawandel wird von Menschen verursacht.
    Die Wildschweinschwemme wird durch Menschen verursacht.
    Es könnten 53 % weniger Frischlinge geboren werden, wenn der Bachentisch nach Dammler eingesetzt würde.

    https://kirrer.wordpress.com/2008/05/18/bachentisch/?fbclid=IwAR3v7ryg1Z-4MSy3bN2t932Gz_5iwp6XAFATMvbFlSlHqV8mF-QkJwwkiyU

  3. 1.

    Kommt das Wildschweinfleisch eigentlich (nach Prüfung) in den Verkauf?

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