Zwischen zwei Fahrzeugen der Polizei sind am 16.01.2020 die verkohlten Reste eines Kleinflugzeuges auf dem Gelände des Flugplatzes Strausberg zu sehen. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Radioeins | 16.01.2020 | Matthias Gindorf | Bild: dpa/Patrick Pleul

Strausberg - Zwei Tote bei Absturz von Kleinflugzeug

Auf dem Flugplatz von Strausberg (Märkisch-Oderland) ist am Donnerstagmittag ein Ultraleichtflugzeug abgestürzt und komplett ausgebrannt. Zwei Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben.   

Beim Absturz eines Kleinflugzeuges auf dem Flugplatz in Strausberg (Landkreis Märkisch-Oderland) sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Das sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Donnerstag. Weitere Menschen wurden seinen Angaben zufolge bei dem Unglück nicht verletzt. Warum das Flugzeug abstürzte, blieb zunächst unklar.

Die Maschine war bei der Landung auf dem Flugplatz am Donnerstag am Mittag senkrecht zu Boden gestürzt, wie eine Sprecherin der Polizeidirektion Ost sagte. Am Boden sei das Ultraleichtflugzeug vollständig ausgebrannt. Die Feuerwehr konnte die Flammen löschen.

Nach Angaben des Flugplatzes sollen die beiden Verunglückten nicht aus Brandenburg kommen. Die Polizei bestätigte diese Angaben bisher nicht.

Zunächst hatte die "Märkische Oderzeitung" [moz.de] von dem Unglück berichtet.

Rettungshubschrauber eingesetzt

Die Feuerwehr war nach Angaben des Sprechers mit 20 Kräften vor Ort. Auch ein Rettungshubschrauber wurde eingesetzt.

Laut Homepage des Flugplatzes Strausberg [flugplatz-strausberg.de] gehört er mit mehr als 40.000 Flugbewegungen zu den großen Flugplätzen im Osten Deutschlands.

Zuletzt war vor fast genau einem Jahr ein in Strausberg gestartetes Kleinflugzeug über einem Feld bei Oberbarnim (Landkreis Märkisch-Oderland) abgestürzt.
Ein 64 Jahre alter Mann aus Sachsen-Anhalt und ein 55-Jähriger kamen bei dem Absturz am 12. Januar 2019 ums Leben.

Ultraleichtflugzeuge sind sehr kleine und sehr leichte Flugzeuge für maximal zwei Personen, die - im Gegensatz zu Segelfliegern - von einem Motor angetrieben werden. Inklusive Treibstoff, Besatzung und Gepäck dürfen sie höchstens 450 Kilo wiegen. Darüber hinaus müssen sie mindestens eine Fluggeschwindigkeit von 65 km/h erreichen.

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10 Kommentare

  1. 10.

    "Dann müßte man auch das Autofahren verbieten".Da sagt aber keiner was.Oder Motorrad fahren.Da sind auch viele Kamikazefahrer dabei.Oder Lkw,s die fahrenden Schrottpressen auf 20 Rädern mit Fahren die noch nie was von Sicherheitsabstand gehört haben,Kaffee kochen,Fernseh schauen und mit dem Handy rumspielen. Und wenn ein Verkehrsflugzeug über einer oder in eine Stadt stürzt sollte das Überfliegen dann auch verboten werden?
    "Sicherheit ist eine Ilusion"
    Mein Beileid an die Hinterbliebenen!

  2. 9.

    @Rael
    Danke für den Hinweis. Hier steht allerdings etwas von Turbinen:
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/laermbelaestigung-vattenfall-flugzeug-kreist-bei-nacht-ueber-berlin/23936626.html
    Und das war kein Turbinenflugzeug, sondern genau so ein Typ, der auch am Wochenende mal so eben ewig über einem Fleck kreist. Ausserdem war das ein eineinhalb-Stunden-kreisen und um 3 Uhr/4 Uhr herum -nicht um 22 Uhr. Beim zweiten Mal ähnlich.

    Kurz: vielleicht war das tatsächlich so ein Vattenfallflugzeug, dann kann man dagegen nichts sagen. Vielleicht aber auch nicht. Wäre gut wenn man sich wenigstens über tiefe Überflüge von Kleinflugzeugen zumindest irgendwo informieren könnte. Gibt es dazu irgendeine Art von Flugaufsicht ? Statistik?

  3. 8.

    Das waren die Messflüge im Auftrag von Vattenfall, die über das gesamte Stadtgebiet führten und ja, sie waren störend, auch für uns in Berlins Norden. Links dazu finden Sie mit entsprechenden Sucheingaben.

  4. 7.

    Rael schrieb in 5:
    "Diese "quälend jaulenden" Nachtflüge waren Flüge im Auftrag von Vattenfall und auch medial angekündigt. Und alles andere, können Sie doch sicher qualifiziert belegen?"
    Interessant. Was waren das für Flüge? Haben Sie da einen Link?
    Bei der ersten massiven Störung habe ich nach eineinhalb Stunden Rundflug eines Flugzeugs über dem Siedlungsgebiet (ca. nachts um 3 Uhr) bei der Polizei angerufen. Der Wachtmeister damals meinte zu mir da hätten schon "so einige Bürger" angerufen und sich auch beschwert, aber er wüsste auch nicht was man da machen kann. Beim zweiten Mal meinte der Wachtmeister, die Polizei sei dafür nicht zuständig. D.h. da müsste zumindest etwas in den Polizeiakten sein. Ein oder zwei Personen machen da Rundflüge und wieviele Leute können nicht schlafen?!

  5. 6.

    es wird offensichtlich dringend Zeit ein FAHRVERBOT für Kleinwagen in Wohngebieten durchzusetzen. Der Autoverkehr durch fremde Autofahrer hat in den letzten Jahrzehnten massiv zugenommen. Besonders an Wochenenden, wenn der Ausflug durchgeführt wird. Nachts Ruhestörungen durch laute Fahrzeuge Jugendlicher. Anwohner finden keine Parkplätze, Unfälle mit Personenschaden, Gefahren für Kinder......einige hundert oder tausend Unfälle. Unsere Kinder sind in Gefahr. Keine unnötigen Fahrten mehr zum 200 m entfernten Kindergarten Schule oder Einkaufsladen.

  6. 5.

    Zunächst gilt mein Beileid den Angehörigen und mein großer Respekt allen Ersthelfern und Beteiligten an diesem Unfall.
    Die Ursachen werden durch die BfU versucht zu ermitteln, Zeugen werden befragt usw. - daher ist Spekulation nicht angebracht.
    Leider enthält der Bericht ein paar Fehler: Ultraleichtflugzeuge (es gibt mehrere Unterarten: Schwerpunkt/ - dreiachsgesteuert, leichte UL LTF, Gyrokopter, UL-Segelflugzeuge usw.), die motorisch angetrieben sind, müssen eine Mindestgeschwindigkeit von 65 km/h fliegen - d.h. bei dieser Geschwindigkeit müssen diese Fluggeräte noch flugfähig sein; die maximalen Abfluggewichte sind nicht pauschal 450kg. zzgl. Gewicht Rettungsgerät dürfen sie 472,5kg wiegen, je nach Freigaben und Gerätekennblatt mehr oder weniger - mittlerweile bis zu 600 kg je nach Freigabe.
    Diese "quälend jaulenden" Nachtflüge waren Flüge im Auftrag von Vattenfall und auch medial angekündigt. Und alles andere, können Sie doch sicher qualifiziert belegen?

  7. 4.

    So ein Quatsch, immer der Reflex sofort alles zu verbieten wenn es einen Unfall gegeben hat. Ja, ab und zu stürzt ein kleines Flugzeug ab. Das ist immer sehr traurig. Was aber fast nie passiert ist das dritte, Unbeteiligte zu Schaden kommen. Gerade UL Flugzeuge sind gewichtslimitiert. Also auch weniger Energie. Das schlägt auch kein Hausdach durch. Verbunden mit den geringen Abmessungen ist bei einem senkrechten Einschlag nur ein paar Quadratmeter am Boden gefährdet. Da ist ein Füßgänger im Straßenverkehr einem deutlich größeren Risiko ausgesetzt.

    Keiner muß sich als Fußgänger vor herabfallenden UL Flugzeugen fürchten. Bei dem geringen Risiko gewinnt man eher im Lotto.

  8. 3.

    Hallo Frau/Herr Kutz,

    ich gebe Ihnen vollkommen Recht.

    Zeitgleich aber bitte alle motorgetriebenen Landfahrzeuge aus Städten verbannen. Wie viele Tote hat es durch Verkehrsunfälle in Berlin dieses Jahr schon gegeben? Autobahn geht natürlich auch nicht mehr. Auch da kommen immer wieder Menschen ums Leben.

    Ich bin auch dafür, dass nachts keine Geräusche mehr gemacht werden dürfen. Auch das beinhaltet den städtischen Verkehr in Berlin.

    Sie sehen, mit diesen Forderungen werden wir alle bald ein lebenswerteres Leben haben. Total langweilig, aber es wird im Schnitt länger dauern. Eine Perspektive, die (zumindest) mein Leben nicht lebenswerter macht.

  9. 2.

    Der Vollständigkeithalber.

    1. Ultraleicht Flugzeuge müssen nicht mindestens 65km/h schnell sein, sondern bei einem Langsamflug mit 65 km/h noch flugfähig sein, sprich bis zu 65Km/h langsam fliegen können. Wie langsam (oder schnell) sie es darüber hinaus schaffen würden ist irrelevant. Moderne Ultraleichtflugzeuge erzielen Geschwindigkeiten von etwa 170-320 km/h.

    2. Das Max. Abfluggewicht beträgt in Deutschland 472,5 bzw. 600Kg.

    3. Ein Ultraleichtflugzeug hat mit einem Segelflugzeug nichts gemein.

  10. 1.

    Es wird offensichtlich dringend Zeit ein Flugverbot für Kleinflugzeuge über Wohngebieten durchzusetzen. Der Flugverkehr von Strausberger Flugzeugen über das Siedlungsgebiet Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdorf hat in den letzten 5 Jahren massiv zugenommen und zwar auch und besonders am Wochenende. Einige Male wurde sogar nachts quälend jaulende Runden gedreht, obwohl das eigentlich verboten sein sollte. Zwei tödliche Abstürze innnerhalb eines Jahres! Es war Glück im Unglück, dass die Flugzeuge nicht über Häusern abstürzten.

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