Symbolbild - Eine Passantin kämpft mit ihrem Regenschirm vor dem Brandenburger Tor gegen den Wind. (Bild: dpa/Kay Nietfeld)
Audio: Inforadio | 07.02.2020 | Interview Meteo Group | Bild: dpa/Kay Nietfeld

Sturm auch in Berlin und Brandenburg - Bahn rät wegen "Sabine" ab Sonntag vom Reisen ab

Ungemütlich und gefährlich: Mit "Sabine" soll der erste große Sturm des Jahres kommen. Windgeschwindigkeiten bis 115 km/h werden erwartet. Menschen sollten sich nicht draußen aufhalten. Die Bahn hat wegen des Tiefs ab Sonntag vom Reisen abgeraten.

Meteorologen warnen vor einem Sturmtief, das am Sonntag auch Berlin und Brandenburg erreichen wird - und bis zum Dienstag bleiben könnte. Nach Angaben der MeteoGroup werden Unwetter mit orkanartigen Böen der Windstärke 9 bis 10 erwartet - das entspricht einer Windgeschwindigkeit von bis zu 102 Stundenkilometer. In einigen Gegenden könnte es auch Windstärken bis zu 115 Stundenkilometern geben.

Schuld daran ist Orkantief "Sabine". Erste starke Winde kommen ab Sonntag in die Region, heftiger wird es dann ab 18 Uhr. Die höchsten Windstärken werden in der Nacht zu Montag und am Montagmorgen erwartet. "Am Montagmorgen könnte das Leben etwas schwieriger werden", sagt der Meteorologe Klein. Man solle sich mehr Zeit nehmen, um zum Beispiel zur Arbeit zu kommen.

Bahn rät Kunden, Reisen zu verschieben

Die Deutsche Bahn riet ihren Kunden am Freitag, geplante Reisen nach Möglichkeit zu verschieben. Es werde im Regional- und Fernverkehr mit erheblichen Beeinträchtigungen gerechnet, teilte das Unternehmen mit. Das gelte von Sonntag bis Dienstag. Alle Fernverkehrstickets für Sonntag, Montag und Dienstag könnten bereits am Samstag sowie mindestens bis zum 18. Februar benutzt werden. Auch eine kostenlose Stornierung sei möglich.

Das Wettergeschehen werde laut einem Sprecher aufmerksam verfolgt. Es werde außerdem mehr Personal in den Leitstellen und Betriebszentralen geben und Reparaturfahrzeuge in Standby gesetzt. Mobile Einsatztrupps mit Kettensägen sollten eingesetzt werden, um versperrte Gleise frei zu bekommen. Auch das Personal auf den Bahnhöfen und in den Lagezentren werde verstärkt. Dabei habe die Sicherheit der Fahrgäste Priorität. Die Bahn richtete bereits einen Blog ein [deutschebahn.com], auf dem fortlaufend informiert werden soll.

Der Sturm könnte weitreichende Auswirkungen auf den Flugbetrieb an den Flughäfen Tegel und Schönefeld haben. Eine Flughafensprecherin sagte, dass die Abfertigung ab einer Windgeschwindigkeit von mehr als 70 Kilometern pro Stunde nicht mehr möglich sei.

Sturm bleibt bis mindestens Dienstagabend

Bei "Sabine" handelt es sich dem Meteorologen Oliver Klein um einen "umfangreichen" Sturm. Man könne nicht sagen, dass einige Landkreise verschont bleiben. Der Sturm sei am Montag auch nicht vorüber, Ausläufer gebe es bis Dienstagabend, vielleicht sogar bis Mittwochmorgen. Auch dann seien immer noch Sturmböen bis 90 Stundenkilometer und Schäden möglich. Klein sehe die Gefahr, dass Bäume "mit der ersten Orkanwelle" angeknackst werden könnten und dann durch beständige Winde umknicken könnten.

Den Berlinern und Brandenburgern rät die Meteogroup, sich nicht lange im Freien und unter Bäumen oder Dächern aufzuhalten. Die Windböen seien stark genug, um Äste abzubrechen, ganze Bäume zu entwurzeln und Ziegel von den Dächern zu schleudern. Gegenstände im Freien sollen in Sicherheit gebracht und Autos nicht direkt unter Bäumen geparkt werden, rät auch der Deutsche Wetterdienst (DWD). Aufs Autofahren sollte man - wenn irgendwie möglich - verzichten.

Unwetterwarnungen am Wochenende

"Zusammen mit den Sturmböen rechnen wir mit heftigem Regen und Graupelschauern", sagte Alexander Fromm von der MeteoGroup rbb|24 am Donnerstag. Dabei wird es voraussichtlich für die Jahreszeit recht mild: Meteorologen rechnen am Sonntag mit 13 Grad Celsius Tagestemperatur in Berlin und elf bis 14 Grad Celsius in Brandenburg. Die Meteorologen gehen von mehreren Unwetterwarnungen am Wochenende aus.

Wegen des Unwetters könnte ab Sonntagnachmittag auch der Fern- und S-Bahnverkehr eingeschränkt sein. Bei vergangenen Stürmen behinderten umgefallene Bäume oftmals die Gleise. Auch am Montag könnte der Bahnverkehr deutschlandweit noch "massiv behindert sein", teilte der DWD mit. "Deutschland muss sich darauf vorbereiten".

Erst am Montag soll das Unwetter abziehen und der Wind langsam abschwächen. Allerdings soll es bis Mittwoch kommender Woche weiter windig bleiben.

Kommentar

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20 Kommentare

  1. 20.

    Blumentöpfe auf dem Balkon sind schon für sich alleine eine extrem hohes Risiko, erst letztens wieder wäre fast eine Bekannte von mir von einem herabfallenden blumentopf erschlagen worden und da war kein Sturm.

  2. 19.

    Eve, du lässt dich halt leicht manipulieren. Lies dir mal den Kommentar von Helmut Krüger durch, denn genau darum gehts. Damit sich Versicherungen z.B. vor der Pflicht drücken können und gleichzeitig die Prämien immer weiter hochschrauben können.

  3. 18.

    Meine Güte, ihr Kommentar ist komplett unnötig. Wenn Sie gerne Sonntagnacht und Montagmorgen mit dem Auto oder zu Fuß im Wald unterwegs sein möchten hält Sie absolut niemand davon ab. Viel Spaß dabei! Ich bin froh, dass vor dem Sturm gewarnt wird. Ich habe die Blumentöpfe auf dem Balkon in Sicherheit gebracht und habe mir Arbeit mit nach Hause genommen damit ich notfalls am Montag - für den Fall, dass die S-Bahn wegen Bäumen auf den Gleisen nicht fährt - von zuhause aus arbeiten kann. Falls die S-Bahn fährt werde ich wie immer zur Arbeit gehen und die Blumentöpfe werde ich dann wieder nach oben stellen.

  4. 17.

    Meine Güte, die Panikmache ist unglaublich.

  5. 16.

    So sinnvoll Wettervorhersagen prinzipiell sind, so "leiden" sie m. E. von der Tendenz darunter, dass versicherungsrechtliche Aspekte ganz wesentlich eine Rolle spielen. In einer durchgängigen Rechtsanwalts- und Versicherungsrepublik, die keinen Bereich davon ausnimmt, nimmt dies auch kein Wunder.

    Motto: Besser, vor allen möglichen Gefahren eindringlich und notfalls auch übertrieben gewarnt zu haben, als im Falle einer behaupteten Nichtwarnung schadensersatzpflichtig zu werden. Das (ansonsten sinnvolle) Staatshaftungsrecht lässt grüßen. ;-

  6. 15.

    @ Andreas: Da haben sie natürlich recht, bloß würde ich behaupten, dass die Wahrscheinlichkeit bei einem Orkan mit Böen von bis zu 120 km/h wesentlich höher ist verletzt zu werden als bei "eitel Sonnenschein". Da sind wir uns wohl einig, oder? Dass das Leben gefährlich sein kann und wie man sich verhalten sollte, bringen einem i.d.R. die Eltern bei. Für Warnungen von unvorhersehbaren Wetterereignissen gibt es einen Warndienst. Klar muss man es nicht übertreiben und Hamsterkäufe starten - Panik noch viel weniger. Aber vorbereitet sein, schadet nie.

  7. 14.

    Oh. Warnstufe Gelb? Also schon so akut stürmisch? Ich schau mir lieber die rot schraffierte Vorwarnung an.
    Vergl. https://youtu.be/pUHV3VsTDPU

  8. 13.

    Da der Name Ciara vom britischen Met Office stammt - viel Spaß bei der Umsetzung des Vorschlags ;)

  9. 12.

    Ist ja alles schön und gut: Aber das ganze Leben ist ein Risiko. Als Autofahrer lebt man gefährlich (Geisterfahrer, Raser & Co.), als Radfahrer, als Fussgänger, als sonstwas. Rein theoretisch kann man auch bei eitel Sonnenschein von einem herabfallenden Dachziegel erschlagen werden. Oder der Fall Eschede 1998 (ICE Unglück). Rein theoretisch dürfte man gar nicht mehr raus - und selbst das kann zum Tode führen.

  10. 11.

    @ Roman: Karten bitte erst richtig lesen, bevor falsche Wahrheiten in die Welt gesetzt werden. Zu diesem Zeitpunkt (s.o.) ist auf der Warnkarte des DWD mit "gelb" lediglich der mögliche Frost für diese Nacht gemeint. Die rote Schraffierung gibt die Vorabinformation für die Sturmwarnung an und da ist der gesamte Nordosten Deutschlands gerade nicht betroffen - Herr Alfred Neumann hat da schon ganz recht.
    Tipp: Klickt man auf einen Punkt bekommt man unterhalb der Karte die Erklärungen dazu.

    @ Krea & Andreas: Die Warnungen sind schon wichtig. Wenn's anders kommt, seid doch froh. Denn sonst heißt es am Ende wieder: "Hätte ich mal ..." oder "wäre ich doch..." und wenn der Baum im eigenen Schlafzimmer liegt: "Warum hat uns eigentlich keiner gewarnt? Dafür muss es doch Frühwarnsysteme geben!?"

  11. 10.

    Nein Herr Neumann.
    Da muss ich und der DWD Sie leider enttäuschen.
    Die Warnung "Gelb" gilt für das nordwestliche bis südöstliche Brandenburg und den Südwesten Berlins.

    Kräftiger Wind wird die gesamte Woche über die norddeutsche Tiefebene fegen.

  12. 9.

    Also hier in NRW freut man sich, dass die Schüler daheim bleiben dürfen, wobei es wohl schulabhängig ist. Gymmi muss hin, Real darf daheim bleiben... als wenns auf den einen Tag ankäme! Es soll hier aber auch noch mehr hacken als in Berlin und Umzu.
    Bin gespannt, ob Berlin/Brandenburg sich seitens Schulbehörde bis Montag dazu auskekst. Vermutlich nicht. Freitag Mittag ist um, vor Montag erscheint keiner im Dienst. Danach ist der Drops gelutscht.

  13. 7.

    Ein ziemliches, meteorologisches Durcheinander: in den Niederlanden heißt "Sabine" "Ciara".
    Hier brauchen wir dringend eine Regulierung durch die EU.

  14. 6.

    Glaubt man dem DWD, geht der Kelch weitgehend am Sendegebiet der RBB vorbei.

  15. 5.

    Meine Nachbarin macht genau das was Sie als Ironie schreiben und geht auch bis Ende nächster Woche nicht mehr aus dem Haus.
    Solche Meldungen können auch Panik verursachen.

  16. 4.

    IRONIE beginnt: Vielleicht sollte noch eine Empfehlung zu panikartigen Hamsterkäufen getätigt werden: Lebensmittel, Batterien, Medikamente, Benzin, usw.. - IRONIE Ende.

    Warten wir doch erstmal ab. Wer weiss was wirklich noch von alledem ankommt. Trotz verbesserter Wettermodelle und Hochrechnungen mittels Computern mit künstlicher Intelligenz ist es nicht möglich so genau etwas über einen derart langen Zeitraum vorherzusagen. Mein Motto lautet: Abwarten.

  17. 3.

    Was wird mit eventuellen Fehltagen in der Schule ? Oder wird man Schülern und Schülerinnen die teiweise komplizierten Wege zumuten?

  18. 2.

    Warten wir mal die Sache ab, ist doch immer das gleiche.

  19. 1.

    Es kommt Sturm? Na dann haltet mal alle die Windräder fest, nicht dass die Dinger wieder wie Streichhölzer wegbrechen, wenn sie ihren Job machen sollen.

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