Wald- und Heideflächen brennen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Südbrandenburg (Quelle: dpa/Pleul).
Bild: dpa/Patrick Pleul

Viel Sonne, wenig Regen, trockenes Laub und Gras - Waldbrandgefahr in Brandenburg steigt

Viel Sonne, wenig Regen, trockenes Laub und Gras - das lässt die Waldbrandgefahr in Brandenburg steigen. Acht von 14 Landkreisen haben die zweithöchste Gefahrenstufe ausgerufen - und auch erste Feuer hat es in diesem Jahr bereits gegeben.

Obwohl der Sommer noch weit entfernt scheint: Die Waldbrandgefahr in Brandenburg steigt. In acht von 14 Landkreisen wurde am Dienstag Gefahrenstufe vier von fünf ausgerufen, teilte das Umweltministerium auf seiner Internetseite mit. Nach den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes sollte die Gefahr auch am Mittwoch weiter ansteigen.

"Trockenes Laub, verdorrtes Gras des letzten Jahres und die Sonnenstrahlen reichen aus, dass der Oberboden sehr schnell abtrocknet. Dazu kommt ein schneller Wind und wenig Niederschlag, da ist Vorsicht geboten", sagte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Raimund Engel. Schon eine weggeworfene Zigarette am Straßenrand könne einen Brand verursachen.

Frisches Grün und Niederschläge gegen Brandgefahr

Am Donnerstag vergangener Woche hatte es den ersten Waldbrand in diesem Jahr gegeben: 300 Quadratmeter brannten in einem Waldstück im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in der Nähe des Lausitzrings.

Ein weiteres Feuer brach am Dienstagabend in einem Waldstück zwischen Brandenburg an der Havel und Fohrde (Potsdam-Mittelmark) aus. Es hatte etwa 1.000 Quadratmeter Waldboden erfasst, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle Brandenburg am Mittwoch. Demnach konnten die Flammen aber zügig gelöscht und eine Ausbreitung des Feuers verhindert werden. Die Brandursache war zunächst noch unklar.

Daneben gab es laut Engel bereits mehrere kleinere Vegetationsbrände. "Wir bräuchten jetzt frisches Grün", sagte der Waldbrandschutzbeauftragte. Auf Abhilfe hoffe er im April. "Wenn die Birke grün wird im April, dann gibt es einen Reduktionsfaktor." Brandlast sei dann nicht mehr so zündbereit.

Aber daneben sei Niederschlag dringend nötig. Der Januar sei mit 30 bis 50 Prozent des durchschnittlichen Niederschlages sehr trocken gewesen. "Der Februar hat einiges aufgeholt. Da gab es rund 200 bis 250 Prozent mehr Niederschlag als üblich", sagte Engel. Aber das Defizit aus den letzten Jahren sei noch immer da. "Ich kann nur hoffen, dass Regen kommt."

417 Brände im vergangenen Jahr

2019 brannte es 417 Mal in Brandenburg. Mehr als 13.000 Hektar Fläche standen in Flammen. Hinzu kommen noch Brände auf Truppenübungsplätzen des Bundes wie beispielsweise Lehnin und die Döberitzer Heide. Das seien aber höchstens noch einmal zehn Hektar, schätzte Engel. 2018 hatte es 512 Mal auf insgesamt 1.674 Hektar gebrannt. 

Am Montag ging nach Angaben des Umweltministeriums die Waldbrandzentrale Süd des Landesbetriebs Forst in Betrieb. Die Zentrale in Wünsdorf ist eine von zwei zentralen Standorten, an denen Mitarbeiter des Forsts die 106 Sensoren für Rauchentwicklung in den Wäldern überwachen. 

Sendung: Inforadio, 25.03.2020, 7 Uhr

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5 Kommentare

  1. 4.

    "Und der Klimawandel, der beginnt erst langsam überhaupt spürbar zu werden."
    Wenn an diesem beschissenen Virus überhaupt etwas gutes zu finden ist dann das er die Menschheit zwingen wird über Wachstum und Nachhaltigkeit nachzudenken. Wenn sich nach Corona nichts ändert gehts mit voller Fahrt in die nächste Krise und die wird noch heftiger.
    Momentan hört die Politik auf die Wissenschaft, ob das so bleibt....?

  2. 3.

    @Na Toll
    Das ist eine dringend notwendige Info für uns alle.

    Neben Corona, haben wir noch Klimawandel und spätkapitalistische Erosionseffekte zu meistern.

    Und der Klimawandel, der beginnt erst langsam überhaupt spürbar zu werden.

  3. 2.

    Also, wenn ich in den Kommentaren lese, wieviele Berliner fragen, ob sie in Brandenburg spazieren gehen dürfen, auch im Wald, ist dieser Hinweis als Denkanstoß vielleicht ganz angebracht. Natürlich fährt man da mit dem Auto hin. Manche Leute haben echt Sorgen.
    Ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht, wieso man in diesen Zeiten nicht in seinem Kiez oder zumindest innerhalb Berlins bleiben kann. Die Stadt hat doch genug Grün zu bieten.

  4. 1.

    Schönes Foto - sollen wir jetzt alle völlig verzweifeln? Dieses noch weiter Runtergeziehe ist so typisch ..... deutsch?

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