Ein Kleinflugzeug hängt nach einer Kollision am Tower des Flugplatzes Müncheberg-Eggersdorf (Landkreis Märkisch-Oderland). (Quelle: dpa/citynewstv)
Video: rbb|24 | 19.07.2020 | Material: TeleNewsNetwork | Bild: dpa/citynewstv

Beide Insassen gerettet - Kleinflugzeug fliegt in Müncheberg gegen Tower

Der Unfall eines Kleinflugzeugs am Sonntag in Müncheberg ist für die beiden Insassen glimpflich verlaufen: sie wurden nur leicht verletzt. Das Flugzeug war gegen einen Tower geflogen und musste zunächst dort hängen bleiben. Der Grund: eine Rakete an Bord.

Ein Kleinflugzeug ist am Sonntag in Müncheberg (Märkisch-Oderland) gegen den Tower des Flugplatzes geflogen. Die beiden Insassen konnten gerettet werden, wie die Polizei mitteilte. Sie seien leicht verletzt und mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser gebracht worden.

Wie die Kollision am Flugplatz Eggersdorf in dem Ortsteil von Müncheberg zustande kam, war zunächst unklar. Dies soll bei einer Flugunfalluntersuchung herausgefunden werden. Die Experten waren laut Polizei am Sonntag am Ort.

Rakete an Bord - Flugzeug musste zunächst am Tower hängen bleiben

Im Tower befand sich zwar zum Zeitpunkt der Kollision ein Mann, er blieb aber unverletzt. Die Hülle des Towers sei nicht beschädigt, Scheiben seien nicht zu Bruch gegangen.

Das Flugzeug war nach der Kollision am Tower hängen geblieben und konnte zunächst nicht geborgen werden. Der Grund sei, dass das Ultraleichtflugzeug eine Rakete als Bestandteil eines Rettungssystems habe, die bei einer Notlandung aktiviert werde, erklärte eine Polizeisprecherin. Um sie zu sichern und zu entfernen, sei ein Munitionsbergungsdienst am Ort.

Der frühere Militärflugplatz ist seit diesem Jahr ein Sonderlandeplatz und nicht mehr Verkehrslandeplatz, nur bestimmte Nutzer dürfen dort landen. Der Turm war nach Angaben des Flugplatzes erst im Jahr 2013 errichtet worden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 19.07.2020

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7 Kommentare

  1. 7.

    Wer den Flugplatz Eggersdorf kennt, der weiß um die Leewellen durch den umliegenden Wald bei bestimmten Windverhältnissen. Der Pilot selbst wird Aussagen dazu machen können und der Türmer ebenso, denn er hat den Wind und dessen Richtung anhand des Messgerätes und der Pilot schaut für gewöhnlich auf den Windsack, um zu wissen, woher der Wind kommt und sich auf die Landung oder den Start (Vorhaltewinkel und Verhalten) vorzubereiten und agieren zu können.
    An der Ausrichtung des Windsack und auch der Form dessen, kann ich in etwa ermessen, was mich in Verbindung mit der Umgebung bei Start und Landung erwartet.
    Das gebe ich Flugschülern in der Ausbildung von Anfang an mit auf den Weg, wenn Start und Landung gelehrt werden.

  2. 6.

    Genaues werden wir erst erfahren, wenn der Untersuchungsbericht fertig ist. Aber ich würde nicht pauschal davon ausgehen, dass der Tower übersehen wurde. Das Ultraleichtflugzeug kann durchaus schon außer Kontrolle gewesen sein, als es zu dem Unfall kam. Die relativ geringen Beschädigungen sprechen für eine niedrige Geschwindigkeit - das lässt eventuell an einen Strömungsabriss denken.

  3. 5.

    Wie kann man bitte einen Tower "übersehen" und da reinbrettern? Sollte das ein Kunststück werden? Hätte man an dem winzigen Tower auch rechts oder links vorbeifliegen und durchstarten können? Ich verstehe es einfach nicht.

  4. 4.

    Hallo Paul,

    "Rakete" ist vllt. etwas unglücklich formuliert...

    Dabei handelt es sich um ein in Ultraleichtflugzeugen ("D-Mxxx") vorgeschriebenes "Rettungsgerät". Bei einem Notfall in der Luft wird mit dieser "Rakete" ein Fallschirm aus dem Flugzeug geschossen an dem anschließend das gesamte UL hängt. Hat schon viele Leben gerettet. Auf der anderen Seite ist mir kein Fall bekannt bei dem das System durch eine fehlerhafte Auslösung Personen verletzt hätte.

    Großer Vorteil: Kein Rausspringen mit Fallschirmen nötig und auch das Flugzeug fällt nicht ungebremst auf den Boden.

    Wird das Rettungsgerät nicht benutzt gilt es bei einem beschädigten Flugzeug als gefährlich - logischerweise kann dann niemand dafür garantieren das es nicht vllt unabsichtlich bei der Bergung oder dem Abtransport auslöst. Im vorliegenden Fall war vermutlich weder Zeit noch Höhe vorhanden um das System zu benutzen.

    Ich hoffe das beantwortet deine Frage :)

  5. 3.

    Hallo Paul, die Rakete ist Bestandteil eines Rettungssystems, das einen Fallschirm ausschießen kann, an dem dann der ganze Flieger hängt.
    Dieses Rettungssystem kann aber erst sinnvoller Weise, ab einer bestimmten Höhe durch den Piloten ausgelöst werden.
    Eine Gefahr besteht nur bei Bergingen wie diesen, daher werden ja auch mir Spezialisten damit beauftragt.

  6. 2.

    Die Rakete ist Teil des Gesamtrettungssystems. Sie wird nicht bei einer Notlandung aktiviert, sondern bei einer Notlage in der Luft (z.B. Kollision in der Luft). Die Rakete zieht dann einen Fallschirm aus dem Rumpf, an dem das gesamte Flugzeug sicher zu Boden schwebt.
    Im vorliegenden Fall wurde die Rakete nicht ausgelöst und befindet sich noch im Flugzeugwrack. Um ein versehentliches auslösen des Rettungssystems zu verhindern, muss die Rakete vor der Bergung des Flugzeuges erst gesichert werden.

  7. 1.

    Eine Rakete, die bei einer Notlandung aktiviert werden muss, was ist das denn und ist das nicht gefährlich für den Rest der Umgebung, wenn das wirklich mal passiert?

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