Veterinärmediziner sichern am 10.10.2020 im Kerngebiet der Afrikanischen Schweinepest in Bleyen (Märkisch-Oderland) den Fund eines Wildschweinkadavers. (Bild: dpa/Bernd Settnik)
Video: Brandenburg aktuell | 10.10.2020 | Sabine Tzitscke | Bild: dpa/Bernd Settnik

Afrikanische Schweinepest - Erkrankte Wildschweinrotte in Märkisch-Oderland entdeckt

Möglicherweise wurden in Märkisch-Oderland weitere Tiere entdeckt, die mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert sind. Auf einer Oderinsel bei Küstrin-Kiez befinden sich bis zu 30 kranke und teilweise schon tote Wildschweine. Untersuchungen sind derzeit aber unmöglich.

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Landkreis Märkisch-Oderland hat im Kerngebiet an der polnischen Grenze am Samstagmorgen eine großangelegte Suche nach toten Wildschweinen begonnen. "Wir suchen seit heute Morgen mit rund 300 Helfern zu Lande, zu Wasser und aus der Luft", sagte der Sprecher des Landkreises, Thomas Behrendt.

Dabei wurde eine Rotte von 20 bis 30 toten oder kranken Tieren auf der Oderinsel bei Küstrin-Kietz entdeckt worden. Diese seien auf Bildern einer Drohnenkamera zu sehen, sagte so Behrendt am Nachmittag. "Die Hälfte der Tiere ist schon tot und die andere Hälfte offensichtlich krank", sagte er. Die Tiere würden nun weiter mit Drohnenflügen beobachtet. "Ein Eingreifen wäre zu gefährlich, weil erkrankte Tiere sehr aggressiv sind". Zudem gilt die Insel als munitionsbelastet und kann nicht betreten werden.

Bei der Suche am Samstag wurden noch weitere Wildschwein-Kadaver gefunden. Sie werden nun untersucht.

Bislang 55 Schweinepestfälle bestätigt

Durchsucht wird ein rund 45 Quadratkilometer großes Gebiet bei Bleyen. Daran sind Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren, des Technischen Hilfswerkes, Polizisten, Jäger, Landwirte und Mitarbeiter der Kreisverwaltung beteiligt.

Mit drei Booten seien auch Helfer auf der Oder unterwegs, berichtete Behrendt. "So werden die Schilfgürtel untersucht, Wildschweine mögen es geschützt und feucht", erläuterte der Sprecher. Vier Drohnen, zum Teil mit Wärmekameras, werden eingesetzt, um Wildschweine etwa in Feldern aufzuspüren, die den Einsatzkräften gefährlich werden könnten. Die Jäger seien für den Schutz der Helfer und nicht für die Jagd auf Wildschweine im Einsatz, sagte Behrendt.

Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts wurden in Brandenburg bislang 55 Schweinepestfälle bestätigt. Zuletzt kamen zwei Fälle in Oder-Spree und Spree-Neiße hinzu. Die Seuche wird sehr leicht über Körperflüssigkeiten von Wildschwein zu Wildschwein übertragen. Für den Menschen ist die Krankheit ungefährlich. Bei Wild- und Hausschweinen führt sie aber meist zum Tod. Die Hausschweinbestände in Deutschland sind nach wie vor frei von Fällen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.10.2020, 11:30 Uhr

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8 Kommentare

  1. 8.

    Klar - niedliche Ferkel, die ihren Muttersauen weggenommen werden um aufgespießt irgednwo zu braten...... Tolle Vorstellung.

  2. 7.

    Ich weiß die Schweinepest ist schlimm. Aber können wir bitte wieder die niedlichen Schweinebilder mit Ferkeln in den Vorschaubildern im RSS-Feed bei Artikeln zum Thema haben und keine Schweinekadaver? Die Nachrichten sind schon deprimierend genug.

  3. 5.

    Dann hoffe ich mal, dass die Schweinepest nicht noch in andere Bundesländer übertragen wird. Gerade nach diesem Wochenende.

  4. 3.

    Und bestimmt gibt es irgendwann auch mal einen Pokal für den dümmsten Kommentar....

  5. 2.

    Ich wohne im Oderbruch. Egal was man von dem ganzen Zirkus um ASP halten mag. Alle Achtung was der Landkreis mit seinen Einheiten hier auf die Beine gestellt hat. Scheint als wollte unser Landrat der Landesregierung mal zeigen wie wir in MOL so was regeln.

  6. 1.

    Bald gibt es keine Berliner Currywurst mehr. Dafür aber Tönnies Rumänisches ohne Darm.

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