Ein Fahndungsfoto der vermissten Schülerin Rebecca. (Bild: rbb)
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Video: Nachgefragt - Täter|Opfer|Polizei | 14.02.2021 | Bild: rbb

Zwei Jahre vermisst - "Wir suchen weiter nach Rebecca"

Am Donnerstag jährt sich der Tag des Verschwindens der Berliner Schülerin Rebecca Reusch zum zweiten Mal. Ein "Cold Case" sei der Fall nicht, beteuert die Staatsanwaltschaft. Doch eine entscheidende Spur fehlt nach wie vor.

Auch zwei Jahre nach dem Verschwinden der damals 15-jährigen Berliner Schülerin Rebecca Reusch stehen die Ermittler vor einem ungelösten Rätsel. "Zunächst war es ein Vermisstenfall. Nach kurzer Zeit zeigte sich aber, dass Rebecca plötzlich und spurlos verschwunden ist - ohne dass es irgendwelche Hinweise darauf gab, dass sie freiwillig verreist, untergetaucht oder gar entführt worden sein könnte", sagt Martin Steltner, der Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft.

Schwager bis heute unter Verdacht

Rebecca wird seit dem Vormittag des 18. Februar 2019 vermisst. Zuletzt war sie im Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers im Stadtteil Britz in Berlin-Neukölln. Sie kommt an dem Tag nicht in der Schule an und meldet sich auch sonst nicht mehr. Die Polizei und Helfer suchen aufwendig die Umgebung ab, finden aber nichts.

Schnell verdächtigt die Polizei den 27-jährigen Mann von Rebeccas Schwester, der an dem Morgen alleine mit der Schülerin im Haus war. Er wird zwei Mal festgenommen und wieder freigelassen. Der Schwager bestreitet, etwas mit dem Verschwinden zu tun zu haben, kann aber auch nicht erklären, warum er am 18. und 19. Februar mit dem Auto der Familie in Brandenburg unterwegs war. An der A12 ist das Kennzeichen des Wagens automatisch erfasst worden. Die Polizei sucht wochenlang Wälder und Seen in der Gegend ab - ohne Ergebnis.

Bis heute ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter gegen den Schwager. "An den Verdachtsmomenten hat sich nichts geändert", sagt Steltner. "Es ist ein Verdacht, nicht mehr und nicht weniger."

Es gibt noch Hinweise, denen nachgegangen wird

Bereits fünf Tage nach Rebeccas Verschwinden wurde eine Mordkommission eingesetzt. "Wir müssen von einem Tötungsdelikt ausgehen", sagt Steltner zwei Jahre später. "Wir müssen davon ausgehen, dass Rebecca in dem Haus ums Leben gekommen ist. Es gibt aber keine Spuren, die uns irgendwie weiterbringen, uns irgendwie erklären, was da passiert ist."

Die erfolgversprechenderen Hinweise in dem Fall seien mit Priorität abgearbeitet worden. "Es gibt noch Hinweise, denen sind wir noch nicht nachgegangen, das tun wir noch", versichert der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. "Für uns ist das kein Cold Case. Wir suchen weiter nach Rebecca."

Sendung: Abendschau, 18.02.2021, 19.30 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Ich denke: das die "Polizei*innen" nichts der Öffentlichkeit über "Mörder*innen" sagen muss, ohne die "Datenschützer*innen" zu fragen.

  2. 7.

    Ich wünsche der Familie von ganzen Herzen das sie irgendwann Gewissheit erlangen was aus Rebecca geworden ist oder was ihr passiert ist.

  3. 6.

    Damals wie heute wäre ein realistisches, unbearbeitetes Fahndungsfoto gut. Hier im Beitrag waren etliche Aufnahmen zu sehen, aber welche entspricht dem Aussehen am Tage des Verschwindens.
    @Alt-Westberlinerin: Hier sind auch Bilder OHNE Zahnspange zu sehen. Hatte sie die also ganz sicher noch, als sie verschwand? Usw. Die Klamotten sind mit Sicherheit irgendwo im Müllcontainer und in der Verbrennung gelandet. Tüte, Tonne, Müllwagen, Müllheizkraftwerk. Da würde ich gar nicht mehr drauf setzen.
    Bei Aktenzeichen XY war mal ein Fall einer Frau, die spurlos verschwand und deren Mann ein Jagdrevier hatte. Bis heute weiß man nichts über ihren Verbleib, geht aber von Mord aus. U.a. wurde gesagt, dass Leichen so präpaiert werden können, dass sie im Nullkommanix von div. Waldbewohnern durch Auffressen (Wildschweine, Wildvögel, sonstige Aasfresser) und Zersetzen (Mikroorganismen)verschwinden, und zwar in der Manier, dass nichts Nachweisbares übrig bleibt. Vergraben kommt auch in Frage..

  4. 5.

    Damals geriet der Schwager schnell in Verdacht. ( Fotos auf der Autobahn am Tag 1 und nächsten Tag als er zurück fuhr. ) Wo war der Schwager ? Rebeccas Vater sagte doch der solle reden; las sich alles so als wüßte der Vater von der Fahrt. Rebeccas Schwester glaubt auch an die Unschuld ihres Mannes. Wie kann man in dieser Spannungssituation noch zusammen leben ? Für uns unvorstellbar, dass Rebecca noch lebt. Wer soll sie denn im Haus getötet haben ? Man will sie doch noch an der Bushaltestelle gesehen haben ?

  5. 3.

    Damals antwortete die Familie auf die Frage, warum im Kofferraum des Autos (angeblich) Haare von Rebecca gefunden wurde, dass sie dort an den Vortagen mit anderen gespielt hat. Kurz danach stellten die Ermittler fest, dass es sich nicht um Rebeccas Haare handelte. Damas fragte ich nach der Reaktion der Eltern, die in diesem Fall eine offensichtlich falsche
    Aussage tätigten.Bis heute rätsel ich.

  6. 2.

    So sehr ich für die, die hoffen, das Mädel kommt zurück, mithoffe... nach 2 Jahren... und mit fester Zahnspange, die kein KFO je verstellt oder abgemacht hat... hm....

  7. 1.

    ich denke, Polizei, und dann auch Medien, müssten der Öffentlichkeit erklären, was aus den Zeug*innenaussagen geworden ist, nach denen Rebecca an dem Morgen ihres Verschwindens noch mehrmals gesehen wurde.

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