Afrikanische Schweinepest - Hunde fahren auf Booten zur Fallwildsuche

Hunde fahren auf Booten zur Fallwildsuche (Quelle: rbb)
Video: Brandenburg Aktuell | 07.09.2021 | Riccardo Wittig | Bild: dpa/Sina Schuldt

Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest werden im Barnim Spürhunde eingesetzt. Sie sollen infizierte Wildschweine im Seuchengebiet finden. Teilweise werden sie mit Booten an für Menschen schwer zugängliche Schilfgebiete gebracht.

 

 

 

Die Afrikanische Schweinepest ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. In Brandenburg wurden bisher 1.616 Schweine mit der ansteckenden Krankheit gefunden. Deshalb wird alles unternommen, um den für Schweine tödlichen Virus aufzuhalten.

Der Landkreis Barnim setzt zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) inzwischen Spürhunde bei der Fallwildsuche ein. Sie sind speziell dafür ausgebildet, Wildschweinkadaver zu finden. 18 ASP-Fälle wurden bislang im Barnim bestätigt. Der Landkreis lässt derzeit den zweiten Zaun zur Abwehr der Seuche bauen. Parallel läuft die Fallwildsuche im Seuchengebiet auf Hochtouren.

Boot bringt Spürhund an schwer erreichbares Schilfgebiet

Markus Willige ist einer von 500 Freiwilligen im Landkreis, die bei der Suche helfen. Gemeinsam mit seinem Kurzhaarrüde "Kody" - ein ausgebildeter Kadaver-Suchhund - ist er seit März im Einsatz. Die Aufgabe des Hundes ist es, kreuz und quer in allen Ecken seines Suchgebietes zu laufen. "Er zeigt mir, wo die Kadaver im Fall der Fälle liegen und wo das gesunde Schwarzwild ist", erklärt Willige.

Markus Willige und Kody kommen zum Einsatz, wenn die Suche nicht mehr anders geht, wie zum Beispiel am Oderberger See. Das Gelände habe es in sich, erzählt Willige: "Schlamm, Schilf, Totholz – nasse Füße sind vorprogrammiert." Mit einem Boot der Feuerwehr Oderberg werden die beiden an Schilfgebiete gebracht, die für den Menschen nicht zugänglich sind. Ein GPS-Gerät zeichnet die Bewegungen des Spürhundes auf. Diese Daten werden später ausgewertet und tragen zum Gesamterfolg in Brandenburg bei.

Bewaffnung aus Sicherheitsgründen

Markus Willige ist Polizeibeamter. Als Jäger will er den Schwarzwildbestand schützen und opfert dafür seine Freizeit. Willige und sein Hund kommen zum Einsatz, wenn die Suchaktion nur noch unter sehr schwierigen Bedingungen geht. Sie kämpfen sich durch Schlamm, Schilf und Totholz. Zur Sicherheit hat Willige eine Waffe dabei, weil es immer mal wieder zu brenzlichen Situationen kommt.

So seien sie einmal am Ufer des Parsteiner Sees auf einen starken Überläuferkeiler getroffen. "Das Schwein war gesund und hatte keine Afrikanische Schweinepest, hat aber den Hund sofort angegriffen", erzählt Willige. Zum Glück trägt Kody bei seinen Einsätzen eine Schutzweste gegen Wildschweinangriffe. Die Verletzungen blieben deshalb bislang gering.

Helferinnen und Helfer gesucht

Vier Stunden dauert die Suche an diesem Tag. Markus Willige ist fast fünf Kilometer unterwegs, sein Hund legt sogar das Dreifache an Kilometern zurück. Diesmal haben sie keine Wildschweinkadaver gefunden. Am nächsten Tag soll die Suche weitergehen.

Alle betroffenen Landkreise in Brandenburg suchen noch nach Helferinnen und Helfern, die sich an der Fallwildsuche beteiligen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 07.09.2021, 16:40 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Unser bester Freund ein Hund ist doch das beste was ein Mensch an der Seite haben kann. Sie bereichern so das Leben, können so viel und werden so unterschätzt. Danke ihr Fellbünde, so jetzt will meine Maus raus und ihr Talent zeigen.

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