Hochwasserschutz kommt voran - 296 Kilometer Brandenburger Deiche saniert

Sa 22.01.22 | 09:01 Uhr
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Wasser vom deutsch-polnischen Grenzfluss Oder strömt durch das neue Oder-Einlaufbauwerk für den Flutungspolder im Nationalpark Unteres Odertal. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)
Sendung: Antenne Brandenburg | 23.01.2022 | Lisa Steger | Bild: Patrick Pleul/dpa

Die Erinnerung an das Oderhochwasser 1997 sowie an mehrere Hochwasser an der Elbe ist nicht verblasst. Die Schutzmaßnahmen werden deshalb in Brandenburg verstärkt - dieses Jahr liegt der Fokus an der Schwarzen Elster im Süden des Landes.

Brandenburg kommt bei der Erneuerung und Verstärkung der Hochwasserschutzanlagen an Oder und Elbe voran. An der Oder sind nach Angaben des Umweltministeriums etwa 85 Prozent der zu erweiternden oder neu zu bauenden Deiche umgesetzt.

An der Elbe im Kreis Prignitz wurden bereits etwa 99 Prozent der zu bearbeitenden Elbehauptdeiche verstärkt oder erweitert. Seit dem Oderhochwasser 1997 wurden demnach 296 Kilometer Deiche erweitert, neu gebaut oder rückverlegt.

Fokus 2022 an der Schwarzen Elster

Der Schwerpunkt der Hochwasserschutzvorhaben lag im vergangenen Jahr im Süden von Brandenburg. Bei den Planungen 2022 liegt der Fokus derzeit an der Schwarzen Elster ebenfalls in Südbrandenburg. Dort laufen bereits Planungen für den Schutz der Ortslagen von Senftenberg, Elsterwerda, Bad Liebenwerda und Herzberg sowie von Ortrand an der Pulsnitz.

Elbdeicherweiterung geht weiter

Auch in der Prignitz geht der Deichschutz weiter. Für den September ist der Baubeginn für den Hochwasserschutz der Ortslage Müggendorf geplant. In Mühlberg sollen drei weitere Bauabschnitte im Rahmen der Elbdeicherweiterung im Landkreis fertiggestellt werden. Entlang der Schwarzen Elster sollen unter anderem Schadstellen beseitigt werden.

Deichverstärkung an der Oder geplant

Zudem sollen an der Oder in der Uckermark Hochwasserschutzmaßnahmen fortgesetzt werden. Unter anderem ist bei Gartz eine Deichverstärkung auf einer Länge von etwa 3,8 Kilometern vorgesehen. Für Mai ist der Baubeginn für die ersten zwei Abschnitte des Hochwasserschutzes für Frankfurt/Oder entlang der Uferpromenade nördlich der Stadtbrücke geplant.

Vergangenes Jahr wurden laut Ministerium rund 26,7 Millionen Euro für Hochwasserschutzmaßnahmen investiert. Für 2022 sind Mittel aus EU-, Bundes- und Landesmitteln in gleicher Größenordnung geplant. Seit 1997 wurden insgesamt 792 Millionen Euro in den Hochwasserschutz im Land Brandenburg investiert.

Sendung: Antenne Brandenburg, 23.01.2022, 11 Uhr

9 Kommentare

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  1. 9.

    Im Geoportal des Landes kann man sich unter Geodaten/Themenkarten das Schmettausche Kartenwerk reinziehen. 18Jh also im vorindustriellen Zeitalter. Da sieht man noch die weitgehend natürlichen Verläufe.
    Luftbilder findet man ab 1953. In der Suchmaske DOP eingeben und dann auswählen.
    Ziemlich interessant was so in den letzten 80 Jahren passiert ist.

  2. 8.

    Naja in Stadtlagen ist das ja klar.

    Heidelands Link ist super. Die Pläne für Deichrückverlegung sind schon sehr sehr umfangreich, dazu gerade bei der Elbe noch massive Polderanlagen (die man bestimmt häufiger als 1 mal pro 100 Jahre brauchen wird ;))

    Mit der Koppelung an Ortsumgehung B169 Elsterwerda und Plessa ist das wohl eher ein 10 Jahresplan, WENN KEINER DAGEGEN klagt.

    Inwiefern das Flussbett "natürlicher" gestaltet wird, darüber hab ich noch nichts gefunden.



  3. 7.

    Das die Schwarze Elster so schön gerade in die Deiche gezwängt wurde hat man dem Abbau eines wichtigen Energieträgers in Südbrandenburg & Nordsachsen zu verdanken, bei dem reichlich Grundwasser abgepumpt & abgeleitet werden muss. Bin gespannt, wie man der Schwarzen Elster in den Städten mehr Raum geben will, wo Gebäude z.B. direkt am Fluss bzw. am Deich stehen. Ich war 2010 im Herbst eine Woche live in Herzberg/E. in blauer Uniform bzw. blauen Einsatzfahrzeuge dabei. War ein ungleicher Kampf.

  4. 5.

    Es hört sich im rbb Text so an, als wäre schon geplant worden und dieses Jahr wird umgesetzt.

    Könnte doch der RBB mal recherchieren was da geplant ist oder? Ihr könnt doch unkompliziert beim LfU anfragen.

  5. 4.

    Detailinformationen sollten hier zu finden sein:
    https://mluk.brandenburg.de/mluk/de/umwelt/wasser/hochwasserschutz/schwarze-elster/

  6. 3.

    Fokus 2022 an der Schwarzen Elster
    Der Schwerpunkt der Hochwasserschutzvorhaben lag im vergangenen Jahr im Süden von Brandenburg. Bei den Planungen 2022 liegt der Fokus derzeit an der Schwarzen Elster ebenfalls in Südbrandenburg. Dort laufen bereits Planungen für den Schutz der Ortslagen von Senftenberg, Elsterwerda, Bad Liebenwerda und Herzberg sowie von Ortrand an der Pulsnitz.

    Planungen laufen schon und wann wird gebaut?

  7. 2.

    Dann dürfte das mit dem Hotel am Wonnemar in Bali ja nix werden ;)

    Gibt es die Pläne zur Schwarzen Elster irgendwo online? Ein so kleiner Fluss könnte sich eigentlich so schön mäandernd durch die Landschaft schlängeln...

    Stattdessen 1m vom Flussbett recht und links 2 m hohe Deiche und schnurgerade.

  8. 1.

    Liest sich schon ganz gut. Die Arbeiten waren ja vielerorts mehr als notwendig und durch die Rückverlegung der Deiche wird dem Fluss wieder Raum gegeben. Wenn da noch Polderflächen dazukommen, die ja vielfältig nutzbar sind, z.B. Freilandhaltung, auf flussnahe Neubebauung endlich verzichtet wird, könnte sich auf längere Sicht vll. auch der Grundwasserpegel wieder "einpegeln". Anstelle einer Kanalisierung lieber Sickerflächen - von Auwäldern wagt man gar nicht zu träumen - ja, das könnte was werden.

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