Ausbildung bei der Polizei (Quelle: dpa-Symbolbild)
Audio: Inforadio | 11.09.2017 | Lisa Steger | Bild: dpa

Personalmangel in Brandenburg - Polizei erwägt jetzt auch Enddreißiger auszubilden

Die Polizei in Brandenburg will so viele Polizisten ausbilden wie noch nie. Doch weil es zu wenig Bewerber gibt, überlegt man jetzt in Potsdam, die Einstellungs-Voraussetzungen zu lockern. So könnten Bewerber bis Ende 30 eine Chance bekommen.

Die Polizei in Brandenburg hat weiter Probleme, ausreichend neues Personal zu finden. Es gibt daher nach rbb-Informationen derzeit  in Potsdam Überlegungen, die Einstellungsvoraussetzungen für Bewerber zu lockern.

In Brandenburg verlangt die Polizei schon seit einiger Zeit nicht mehr, dass Bewerber mindestens 1,65 Meter groß sein müssen.  Im Gespräch ist jetzt, unter anderem auch Bewerber zu akzeptieren, die schon Ende 30 sind. Bisher liegt die Altersgrenze für den mittleren Dienst bei höchstens 28 Jahren, für den gehobenen Dienst bei 32 Jahren.

400 Polizeianwärter sollen eingestellt werden

Nach Angaben des Innenministeriums in Potsdam will Brandenburg noch in diesem Jahr insgesamt 400 Polizeianwärter neu einstellen, 25 mehr als ursprünglich geplant und so viele wie noch nie in der Geschichte des Landes.

Um das Ziel erreichen zu können und weil in den nächsten Jahren zahlreiche Polizeibedienstete in den Ruhestand gingen, müsse das Land ausreichend Nachwuchs ausbilden, hatte  Karl-Heinz Schröter (SPD) schon Ende Juli gesagt. "Denn Polizisten kann man nicht vom freien Arbeitsmarkt gewinnen und keine Arbeitsagentur vermittelt sie." Deshalb bilde man "nun in einem Umfang aus wie nie zuvor."  Den Einstellungen gehe ein umfangreiches Bewerbungsverfahren voraus, erklärte Schröter noch im Juli und versicherte, die Aufnahmekriterien würden nicht gesenkt. Dieses Vorhaben scheint jetzt an der Realität zu scheitern.

Auch Berlin hat Nachwuchsprobleme

Auch die Berliner Polizei findet offenbar nicht genügend Bewerber. Anfang September wurde hier die Bewerbungsfrist für den Nachwuchs zum dritten Mal verlängert. Mittlerweile besteht so bis zum 15. September die Möglichkeit, sich für einen Ausbildungsplatz im nächsten Frühjahr zu bewerben. Normalerweise endet die Frist am 31. Juli. Doch bis dahin hatten sich nur 6.000 Menschen beworben. Das reiche, so die Berliner Polizei, aber nicht, um die geplanten 600 ausgeschriebenen Stellen zu besetzen, weil nur einer von zehn bis 15 Bewerbern durch den Auswahlprozesskomme.

Alle Bundesländer, aber auch die Bundespolizei suchen neue Polizisten,  doch aufgrund des demographischen Wandels es gibt viel weniger junge Menschen als noch vor Jahren.

Mit Informationen von Lisa Steger, Inforadio

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    An den Einstellungsbedingungen zu dregen ist meiner Meinung nach der falsche Weg. Man sollte sich lieber fragen warum es keine Bewerber gibt. Wer bewirbt sich denn schon in einem Bundesland, dass die schlechteste Bezahlung für seine Beamten hat. Jeder intelligente Mensch bewiebt sich doch dirt dür eine Ausbildung, wo er am besten bezahlt wird. Solange sich Brandenburg weigert und nicht vernünftig mit sich handeln lässt wird sich die Zahl der Bewerber auch nicht steigern.

  2. 2.

    Da hat der RBB mal wieder kein passendes Bild parat. Oder wieso sind die Polizisten im Hintergrund anhand des Ärmelabzeichens als Ordnungshüter aus Hamburg oder Niedersachsen zu identifizieren? Traurig, dass der große Regionalsender kein Bild von Brandenburger Polizisten zur Hand hat...

  3. 1.

    Die Diskussion um mehr Polizisten ist meiner Meinung nach der falsche Ansatz. ... Was wir wirklich brauchen, sind weniger Kriminelle.
    Mir "genügen" z.B. die "Stamm"deutschen Kriminellen. Es gibt allerdings auch Mitbürger, denen reicht das noch nicht.

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